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Kreuz & Quer am 28. Februar

Kreuz & Quer am 28. Februar - Fasten mal anders

© Pixabay

Eine Frau wird die neue Verwaltungschefin der deutschen Bischofskonferenz und hat damit mehr Macht und Befugnisse als so mancher Weihbischof. Eine wegweisende Entscheidung! Was sagt Beate Gilles, die bislang im Bistum Limburg gearbeitet hat, zu ihrer Wahl? Welche Herausforderungen sieht sie? Darum geht’s in der Kirchensendung.

Und wir sind mitten in der Fastenzeit. Aber braucht es die überhaupt, wo wir durch Corona seit einem Jahr schon auf so vieles verzichten? Wie sehen das die Hessen? Und wie können wir die Fastenzeit vielleicht anders gestalten? Zum Beispiel sich etwas gönnen statt verzichten!

Erstmals eine Frau an der Spitze

© Bistum Limburg

Beate Gilles

Sie ist die Neue an der Verwaltungsspitze der Deutschen Bischofskonferenz (DBK): Beate Gilles aus Limburg. Die deutschen Bischöfe haben sie diese Woche zur Generalsekretärin gewählt – als erste Frau in diesem Amt.

Einer, der sie schon länger kennt, ist der Limburger Bischof Georg Bätzing, der auch Chef der DBK Ist. Gilles hatte bislang als Kinder- und Jugenddezernentin seinem Bistum gearbeitet. Über die Wahl freut sehr: „Ich sehe das als starkes Zeichen, dass die Bischöfe ihrer Zusage nachkommen, Frauen in Führungspositionen zu fördern.“ Am 1. Juli wird Beate Gilles ihr Amt offiziell antreten. Dann arbeitet sie mit 68 Bischöfen zusammen. Ihrer Aufgabe sieht sie mit Spannung entgegen: „Ich glaube, dass mit dem Synodalen Weg da schon ein Prozess in Gang gebracht wurde, der lange nicht möglich war. Das Gespräch, das jetzt geführt wird, tut der katholischen Kirche gut. Nicht unwesentlich ist dabei, dass neue Formate ausprobiert werden. Das holt alle Beteiligten aus ihrer Komfortzone heraus.“

Zurzeit kämpfen Frauen lautstark für mehr Rechte in der Männerdomäne „Katholische Kirche“ . Die Wahl von Beate Gilles diese Woche auf der Frühjahrskonferenz der Bischöfe ist da schon ein wegweisendes Zeichen.

Neues Buch: Auch Frauen fühlen sich berufen

„Weil Gott es so will“. Frauen erzählen von ihrer Berufung zur Diakonin und Priesterin. So heißt das aktuelle Buch von Schwester Philippa Rath. Die weit über Hessen hinaus bekannte Benediktinerin aus dem Kloster Sankt Hildegard in Rüdesheim-Eibingen hat darin 150 Frauen zu Wort kommen lassen, die in der katholischen Kirche mehr erreichen möchten, zum Teil Priesterin werden wollen. Philippa Rath setzt sich schon lange dafür ein, dass alle Ämter in der katholischen Kirche auch für Frauen zugänglich sein sollen. Durch die zahlreichen Lebens- und Leidensgeschichten der betroffenen Frauen hofft die Ordensschwester auf eine breitere Aufmerksamkeit.

Ein Beispiel, wie es funktionieren könnte, ist die Schweiz. Dort gebe es Frauen, die Pfarrgemeinden leiten oder in Gottesdiensten predigen, sagte uns Schwester Philippa. Im deutschen Kirchenrecht sei da gewiss Spielraum. An einen plötzlichen Vorwärts-Ruck in der deutschen katholischen Kirche glaubt die Benediktinerin zwar nicht, aber an viele kleine Schritte, die den Frauen den Weg ebnen. Öffentlichkeitsträchtige Schritte macht zurzeit die katholische Reformbewegung „Maria 2.0“. Die dort aktiven Frauen haben vor wenigen Tagen an Kirchen- und Domtüren in Deutschland Thesen zur Kirchenreform angebracht, unter anderem auch in Frankfurt und in Wiesbaden.

Ein Podcast für die Fastenzeit

Podcasts erleben gerade einen echten Boom. Es gibt sie für jeden Geschmack und jedes Interesse. Jetzt zur Fastenzeit hat die katholische Pfarrgruppe Mühlheim einen Podcast ins Leben gerufen. „Reinhören“ heißt er. Immer montags, mittwochs und freitags gibt es eine neue Folge – bis Karfreitag. Die Themen sind ganz unterschiedlich. Als Aufhänger haben sich die Macher die Benutzeroberfläche von Podcasts ausgesucht, also den Playbutton oder die Stopptaste. Beim Podcast zur Starttaste geht es um „Was motiviert mich? Was lässt mich etwas neu beginnen?“, beim Vorspielbutton um „Wo will ich hin?“ Eine Folge dauert etwa 5 Minuten, jedes Mal ist eine andere Person aus der Pfarrgruppe zu hören.

Mit Good News in Richtung Ostern

© Bistum Limburg

Mit guten Nachrichten, Hoffnung und ganz viel Zuversicht geht das Bistum Limburg durch die Fastenzeit. Bis zum Osterfest am ersten Aprilwochenende werden auf einer Sonderseite hoffnungsvolle, schöne und wunderbare Nachrichten aus dem Leben gesammelt, also „Good News“. Neben den guten Nachrichten gibt es auch die Möglichkeit, Hoffnungsgeschichten auf einem Blog zu teilen. Wer noch mehr gute Nachrichten bekommen will, kann zusätzlich den Telegramkanal des Bistums „Fastenzeit – Gute Zeit“ abonnieren.

#beziehungsweise

Mit einer deutschlandweiten Plakataktion wollen Christen und Juden zeigen, was sie verbindet. Gerade auch mit Blick auf die Feste wird dies besonders deutlich. Auf den Plakaten ist zum Beispiel zu lesen: „Sabbat beziehungsweise Sonntag“ oder „Pessach beziehungsweise Ostern“. Die ökumenisch verantwortete Kampagne ist zugleich ein Beitrag zum Festjahr 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland, das dieses Jahr begangen wird.

Die Kampagne #beziehungsweise will auch dazu beitragen, die Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland kennenzulernen und damit auch einen Beitrag zur Bekämpfung des Antisemitismus zu leisten.

Online-Projektwoche der Heppenheimer Messdiener

Koch-Show, Tanzabend und klassische Spielenachmittage: Das geht alles online. Die Messdiener im südhessischen Heppenheim haben in ihrer Projektwoche jeden Abend einen anderen Programmpunkt auf die Beine gestellt. Highlight der Woche war für viele eine interaktiv Koch-Show. 40 Familien haben mitgemacht und Zuhause in ihrer Küche Lasagne gekocht. Die Anleitung dazu kam von Felix Bartke und Kaplan Simon Krost.

Die Messdiener schauten den beiden von Zuhause auf die Finger. Drei Webcams in der Küche machten es möglich. Eine vierte Kamera zeigt, wie ein Messdiener Livemusik mit der Gitarre spielte; auch um die Zeit zu überbrücken, bis die Lasagne fertig gebacken hatte. „Wir hatten das Motto Italien und passend dazu als Vorspeise Bruscetta gemacht und noch Schokopudding, weil es schließlich alle Kinder lieben“, sagt Felix Bartke, einer der Gruppenleiter. „Wir hatten tatsächlich live eine Interaktion untereinander und am Ende ein schönes, leckeres Essen“, sagt er. Zum Abschluss der Woche feierten die Messdiener noch einen interaktiven Online-Gottesdienst.

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