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Silvia am Sonntag - zu Gast: Tanja Bülter

Silvia am Sonntag - der Talk - TANJA BÜLTER BEI HIT RADIO FFH

© Streetstyleshooters

Fernsehmoderatorin Tanja Bülter bei FFH: „Ich rase nicht mehr durch mein Leben.“

„Googelt bitte nicht Brustkrebs!“ Diesen Rat gibt TV-Moderatorin Tanja Bülter in ihrem gerade erschienenen Buch „Brust raus“. Sie habe diesen Fehler gemacht und es sei keine gute Idee gewesen. „Ich habe meine Tumorart gegoogelt und dann ‚ploppten‘ plötzlich Beerdigungsanzeigen auf.“ Wichtig sei es, Experten zu befragen, sich an befreundete Ärzte zu wenden. „Ich habe mein Netzwerk angeknipst. Und eines gemerkt: Ärzte kennen Ärzte.“ Bei Tanja Bülter wurde ein sehr aggressiver Tumor diagnostiziert (‚Tripple Negativ‘), der zweimal mit einer jeweils dreimonatigen Chemotherapie behandelt werden musste. „Zum Glück habe ich meine Haare nicht verloren. Das war mir und auch für meine Kinder wichtig.“ Dazu hat sie während der Chemotherapie eine ‚Kühlkappe‘ getragen, die bei 70 Prozent der Frauen einen Haarausfall verhindert. „Sie wurden weniger, aber ich musste nie eine Perücke tragen. Mir war es wichtig, meine Weiblichkeit nicht zu verlieren, und ich wollte nicht von allen Seiten Mitleid.“

Ob Kühlkappe, Adressen von Ansprechpartnern, alles was ihr auf dem Weg geholfen hat, hat sie in ihrem Buch zusammengetragen. „Ich wollte mein Mindset an andere Frauen weitergeben, einen Komplett-Ratgeber zur Verfügung stellen.“ Dazu gehört auch, wie sie die Nachricht ihren beiden Kindern Mina (9) und Niklas (14) erzählt hat. „Wie sage ich das meinen Kindern, die mich so lieben und die ich so liebe. Das war schwer, aber es war gut, die Krankheit nicht zu verheimlichen. Wir haben das als Familie gut zusammen hinbekommen. Das Wort ‚Krebs‘ habe ich beim ersten Mal gar nicht in den Mund genommen.“

Hilfe anzunehmen, fiel der alleinerziehenden Mutter nicht leicht. „Das musste ich erst lernen. Ich vertraue am liebsten auf mich selbst. Letztlich ist es aber auch für die, die Hilfe anbieten, wichtig, etwas tun zu können.“ Ihre Freundinnen, unter anderem Tina Ruland und Regina Halmich, haben ihr dabei sehr geholfen. „Ich bin gesegnet mit guten Freundinnen. Ich genieße diese Frauenpower um mich herum.“

Tanja Bülter geht es heute wieder viel besser: „Ich bin auf einem guten Level. Wenn ich vergleiche heute und vor eineinhalb Jahren – da liegen Welten.“ Einiges hat sie verändert. „Ich rase nicht mehr so durch mein Leben, früher wollte ich es allen recht machen. Und plötzlich, wenn man loslässt, öffnen sich Türen.“

Für die Krebsforschung wünscht sie sich mehr Ergebnisse. „Seit Jahren wird über die Zukunfts-Krebsbekämpfung gesprochen. Es müssen Taten folgen. ‚Biontech‘ verdient ja jetzt sehr gut, wenn sie einen Teil davon in die Krebs-Forschung stecken, ist das toll.“

Tanja Bülter hatte auf ihrem Weg keinen ‚Prominenten-Bonus‘. „Ich bin gesetzlich versichert und habe immer wieder gekämpft um Termine. Es ging um mein Leben und deshalb habe ich nicht aufgegeben und immer wieder am Telefon gehangen!“ Ihr Tipp aus dieser Zeit an alle: „Akzeptiert niemals ein ‚Nein‘!"

„Silvia am Sonntag – der Talk“ läuft sonntags zwischen 9 und 12 Uhr mit Moderatorin Silvia Stenger. Das komplette Gespräch mit Tanja Bülter sowie alle anderen Interviews, können in voller Länge bei FFH in Web und App und überall dort, wo es Podcasts gibt, gehört werden.

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