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Silvia am Sonntag - diese Woche zu Gast: Clueso

Silvia am Sonntag - der Talk - Clueso BEI HIT RADIO FFH

© Christoph Köstlin

Sänger und Musiker Clueso bei FFH: „Das Publikum will mich nah und ich will sie nah.“

Der in Erfurt geborene Sänger Clueso, bürgerlich Thomas Hübner – „Meine Mama nennt mich Thomas“ –, hat lange gewartet, bei der Musiksendung „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ mitzumachen. „Wenn, dann wollte ich wirklich Zeit dafür haben. Es kommen viele schöne Überraschungen, ich habe mich treiben lassen und wirklich viel geschrieben. Ich wollte eine eigene Note einbringen.“ Er wusste im Voraus, dass es emotional werden würde, war dann aber doch überrascht: „Das hat mich echt weggehauen. Ich wollte nie weinen, aber als Lotte dann ‚Gewinner‘ von mir gesungen hat, der viel mit meinem Großvater zu tun hat, der letztes Jahr verstarb, dann hat es mich weggehauen.“ Wie viele andere Künstler auch, empfindet er die Situation mit den anderen Musikern als etwas Außergewöhnliches. „Es ist viel aufregender, als vor Tausenden zu spielen, wenn du einen Song eines Musikers darstellst. Du willst es gut machen für den Künstler. Das hat mich krass berührt.“ Den Zusammenhalt in der aktuellen Staffel empfindet er als großes Glück. „Das ist ja nicht immer so. Das ist wie Knutschen. Entweder groovt es oder nicht.“

Als Kind hatte es Clueso nicht einfach. „Das deutsche Schulsystem kam nicht klar mit mir. Heute würde man sagen, ich war hyperaktiv, ich war sogar mal sechs Wochen in der Kinderpsychiatrie.“ Deshalb hatte er auch eine so enge Beziehung zu seinem Großvater, weil dieser immer an ihn glaubte und alle beruhigte: „Er meinte: ‚Lass den Jungen, der findet schon seinen Weg'.“

Er hat gute Freunde wie Udo Lindenberg, mit dem er ‚Cello‘ aufnahm: „Udo befreit einen, es tut gut, in seiner Nähe zu sein, wenn er es zulässt. Er ist Autodidakt wie ich und ich kann ihm nachts schreiben. Er ist genauso lange auf wie ich.“ Oder Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre: „Ein sensibler, herzlicher Typ, den man erst mal checken muss. So schnell in der Birne und was er sagt, ist druckreif.“ Auch Teddy (Tedros Teclebrhan) ist ein guter Freund: „Er ist für mich der Jazzer unter den Comedians. Ein Naturspektakel und dabei so aufmerksam und herzlich.“

Wenn er auch das Beisammensein mit guten Freunden schätzt, so kann er gut allein sein. „Es klingt vielleicht komisch, aber ich bin jemand, der Menschen nicht so braucht wie andere. Ich kann sehr da sein. Aber auch sehr weg. Und in den ‚Weg‘-Momenten fülle ich auf.“

Woher kommt seine Gabe zur besonderen Formulierung? Liest er viel? „Ich lese eigentlich nur Gedichte. Ich habe immer einen Gedichtband dabei, das entspannt mich.“ Der Musiker, der keine Angst vor Autoritäten hat und sehr ungeduldig ist, muss nicht immer im Mittelpunkt stehen. „Ich muss nicht sofort auf dem Tisch tanzen, wenn ich reinkomme. Das kommt eher am Ende.“ Und er genießt auf eine besondere Weise die Konzerte mit den Fans nach langer Corona-Pause: „Das sind Momente, die sind nicht wiederholbar. Ich bin auf der Bühne im Moment nur im Jetzt, die Leute auch. Die wollen mich nah und ich will sie nah.“

Silvia am Sonntag – der Talk“ läuft sonntags zwischen 9 und 12 Uhr mit Moderatorin Silvia Stenger. Das komplette Gespräch mit Clueso sowie alle anderen Interviews, können in voller Länge bei FFH in Web und App und überall dort, wo es Podcasts gibt, gehört werden.

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