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Silvia am Sonntag - zu Gast: Marco Russ

Silvia am Sonntag - der Talk - MARCO RUSS BEI HIT RADIO FFH

© Sebastian Fuchs

Ex-Fußballprofi Marco Russ bei FFH: „Männer, geht zur Vorsorge!“

Ex-Fußballer Marco Russ (36) hat in seinem Buch „Kämpfen. Siegen. Leben.“ viel Privates von sich und über seine Krebserkrankung erzählt. „Ich höre jetzt mehr auf die Signale meines Körpers.“ Russ, dessen Hodenkrebs-Erkrankung durch eine positive Doping-Kontrolle erkannt wurde, rät allen Männern zur Vorsorge zu gehen. „Bei Frauen ist das ganz normal, aber welcher Papa nimmt seinen 15-jährigen Sohn und sagt ‚Komm wir gehen jetzt mal zum Urologen‘. Männer fahren mit ihrem Auto sechsmal in die Werkstatt, anstatt einmal sich selbst durchchecken zu lassen.“ Bei der Bewältigung der Krankheit hat ihm seine Erfahrung als Spieler sehr geholfen. „Der Kopf entscheidet so viel. Als Sportler habe ich mentale Stärke erlernt. Das hat mir bei der Chemotherapie sehr viel geholfen. Du musst fokussiert und vor allem positiv bleiben.“

Der in Hanau geborene Marco Russ, der die meiste Zeit seiner Karriere bei Eintracht Frankfurt spielte, ist einem Trainer besonders dankbar: „Friedhelm Funkel war der, von dem ich am meisten profitiert habe. Er hat gesehen, was ich kann und mich immer gefördert.“ Russ, der schon als Vierjähriger mit dem Fußball begann – „Ich hatte nur Fußball im Kopf, bis die Mädels kamen“ – ist durch und durch Eintracht-Frankfurt-Fan. „Wer Eintracht lebt, weiß, es gibt nicht nur helle Stunden.“ Heute arbeitet er als Analyst für den Verein: „Ich sehe Fußball heute ganz anders, habe viel gelernt und bin froh, weiter nah an der Mannschaft zu sein.“ Und er ist sich sicher, dass die Eintracht ihren Platz in der Bundesliga findet. „Ich sehe das Potential, wir kriegen es aktuell nicht regelmäßig hin. Aber ich sehe die Jungs im Training, deshalb mache ich mir keine Sorgen, dass das in die falsche Richtung laufen könnte.“

Gefühle zeigen, ist für den ehemaligen Profi immer noch nicht einfach: „Ich weiß gar nicht, ob ich Tränendrüsen habe“. In seinem Buch erzählt er im Leben zweimal geweint zu haben – einmal als Teenager aus Liebeskummer und dann aus Freude beim Gewinn des DFB-Pokals (2018) von Eintracht Frankfurt. Bei seinen zwei Kindern möchte er das anders machen. „Sie sollen nicht wie ich auf Erfolg getrimmt werden und wenn mein Sohn weint, dann ist das gut so. Ich ermuntere ihn, seine Gefühle zu zeigen.“ Russ ist zwar mit der Mutter seiner Kinder nicht mehr zusammen, aber die gemeinsame Erziehung klappe hervorragend. „Bei uns funktioniert Patchwork. Wir verstehen uns heute fast besser als in der Ehe. Vielleicht weil der Druck weg ist.“ Allen Paaren mit Kindern, die in Trennung leben, rät er: „Das eigene Ego nicht so wichtig nehmen. Meist gibt es nur Probleme, weil man in seinem Ego verletzt ist“. Für ihn und seine Frau sei dagegen immer klar gewesen – „Die Kinder sind das Wichtigste“.

„Silvia am Sonntag – der Talk“ läuft sonntags zwischen 9 und 12 Uhr mit Moderatorin Silvia Stenger. Das komplette Gespräch mit Marco Russ sowie alle anderen Interviews, können in voller Länge bei FFH in Web und App und überall dort, wo es Podcasts gibt, gehört werden.

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