Echte Macher - Die EURO Kartensysteme GmbH
Wir haben so viele tolle Unternehmen in Hessen. Einige davon stellen wir euch mal genauer vor. Was machen die? Wie machen sie es? Wo gibt’s eventuell noch Jobs? Und was muss ich dafür mitbringen?
Diese Woche schauen wir uns mal Echte Macher rund um Karten- und Zahlungslösungen an: die EURO Kartensysteme GmbH.
Mit Yvonne Klein, Referentin Recruiting & Personal, Franziska Oberschulte, Product Manager girocard und Ingo Limburg, Direktor Kommunikation, Marketing und Public Affairs von EURO Kartensysteme GmbH haben wir darüber gesprochen, was das Unternehmen so besonders macht.
Die EURO Kartensysteme GmbH
Viele haben den Namen noch nie gehört, dabei begegnet uns die Arbeit dieses Unternehmens fast täglich. Die EURO Kartensysteme GmbH ist seit über 40 Jahren ein Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Banken und Sparkassen. Ihre Hauptaufgabe: sie verwaltet und entwickelt das girocard-System in deren Auftrag weiter. Dafür stehen die Mitarbeitenden im ständigen Austausch mit Bankenverbänden, Banken, Sparkassen, Netzbetreibern und dem Handel. Rund 60 Mitarbeitende übernehmen dabei vor allem organisatorische und kaufmännische Aufgaben.
Die girocard ist mehr als nur ein Stück Plastik
Rund 100 Millionen girocards sind in Deutschland im Umlauf. Damit ist die girocard das größte bargeldlose Bezahlsystem des Landes. An über 1,3 Millionen Terminals wird damit bezahlt – im Supermarkt, am Bahnhof oder im Gartencenter. Die Zahlen dahinter sind beachtlich: 8,3 Milliarden Transaktionen liefen im vergangenen Jahr über die girocard – das sind rund 23 Millionen pro Tag.
Sicher und mobil bezahlen – was beim Kartenlesen wirklich passiert
Hält man die Karte, das Smartphone oder die Smartwatch ans Terminal, kommunizieren beide Geräte per NFC-Technologie. Die Anfrage geht über den Netzbetreiber an die Bank. Dort wird geprüft, ob die Karte gesperrt ist und ob das Guthaben reicht. Die Antwort kommt innerhalb von Sekunden, dann ist die Zahlung autorisiert. Aber warum ist manchmal eine PIN nötig und manchmal nicht? Bei kontaktlosen Zahlungen über 50 Euro verlangt das System grundsätzlich eine PIN. Darunter gelten Limits für Anzahl und Summe der Transaktionen ohne PIN. Wer die Karte digital im Smartphone nutzt, kommt ganz ohne diese Grenze aus. Hier erfolgt die Freigabe direkt über Face-ID, Fingerabdruck oder Geräte-PIN, unabhängig vom Betrag. Über 90 Prozent der Transaktionen laufen inzwischen kontaktlos.
Standort und Hintergrund – wer steckt dahinter?
Die EURO Kartensysteme GmbH sitzt mitten in Frankfurt am Main, direkt am Westbahnhof. Der Standort in der Finanzmetropole ist kein Zufall: Viele Mitarbeitende kommen bereits aus dem Finanz- und Payment-Umfeld, manche pendeln sogar aus Berlin oder Hamburg ein. Die Zusammenarbeit gilt als unkompliziert: Man duzt sich, und auch die Geschäftsführung ist direkt ansprechbar. Im Auftrag der Banken und Sparkassen laufen hier Verwaltung, Vermarktung, Sicherheitsmanagement und Weiterentwicklung des girocard-Systems zusammen.
Was sich bei der girocard noch ändern wird
Die girocard soll künftig noch flexibler werden. Geplant ist eine In-App-Zahlungsfunktion: Die Karte lässt sich dann direkt in Händler-Apps hinterlegen. Auch eine erweiterte Autorisierung ist in Arbeit: sie soll etwa Mietwagenbuchungen oder Hotelreservierungen ermöglichen. Schon am Markt ist beispielsweise die Verknüpfung mit Kundenbindungsprogrammen wie Payback bei Sparkassenkunden.