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Mein Zuhause: Gartenexperte Olli Simon

Profitipps für dein Zuhause - Gartenexperte Olli Simon

Olli Simon hat vor 15 Jahren Gärtner gelernt. Nach seiner Ausbildung hat er sich im Frankfurter Palmengarten um die Pflanzen gekümmert. Seit über 10 Jahren hat er außerdem seine eigene Firma Ollis Gartenbau. Hier gibt er euch Tipps rund um das Anlegen und Pflegen von eurem Garten.

Kräuter anpflanzen und pflegen

Auf die Aromatik kommt's an und da sind frische Kräuter einfach unschlagbar. Egal, ob als Pesto, Marinade oder als Salatbeigabe. Der eigene Garten bietet die perfekte Möglichkeit, schnell und frisch an dieses wertvolle Gut zu kommen. Aber auch Kräuter wachsen nicht einfach so. Möchte man wirklich gute Ergebnisse erhalten, sollte man sich an ein paar einfache Tricks halten und schon hat man die meiste Zeit des Jahres, frisches Grün auf dem Teller.

Die richtige Erde

Die meisten Kräuter stammen ursprünglich aus südlichen Ländern. Daher sollte man vor dem Einpflanzen von Kräutern auf die richtige Erdmischung achten. Am besten mischt ihr 50 Prozent Kräutererde mit 50 Prozent Sand.

Dadurch schafft ihr ein recht mageres Milieu, das dem kargen Boden südlicher Länder ähnelt. Wachsen die Kräuter auf magerem Boden, blühen sie wesentlich später, was die potenzielle Erntezeit davor verlängert. Haben die Kräuter erst einmal ihre Blütenstände ausgebildet, werden sie meist wesentlich herber im Geschmack und beginnen zu verholzen, was das Essvergnügen einschränkt.

Beim Kauf auf die Triebe achten

Gerade für die Hauptsaison züchten die Lieferanten in einem sehr kurzen Zeitraum die notwendigen Mengen an Kräutertöpfen heran, daher sollte man bereits beim Kauf darauf achten, dass die Triebe nicht zu weich und wässrig aussehen. Durch das schnelle Wachstum, meist künstlichen Idealbedingungen, erleidet die Pflanze einen regelrechten Schock, wenn sie ins heimische Beet gepflanzt wird.

Daher wundert euch nicht, wenn die eben noch so hübschen Pflanzen nach einem Tag die Triebe hängen lassen. Meist brauchen sie ein paar Tage bis sie sich an die neue Umgebung gewöhnt haben. Für den Anfang könnt ihr den Pflanzen aus einem dunklen Netz einen Lichtschutz bauen.

Kräuter stark zurückschneiden

Die meist verwendeten Kräuter wie Thymian, Majoran, Rosmarin und Co. sind mehrjährige Pflanzen, daher werden sie zur Erdoberfläche hin leicht verholzen. Nach der Saison, gegen Ende September, sollten sie bis kurz vor die verholzten Stellen zurückgeschnitten werden. Dieser recht radikal anmutende Schnitt ist allerdings notwendig, denn es gibt der Pflanze die Chance, im nächsten Jahr wieder viele, frische, junge Triebe mit vollem Aroma auszubilden.

Das gleiche Verfahren könnt ihr im Übrigen auch zum gleichen Zeitpunkt an euren Lavendelsträuchern anwenden, denn auch sie profitieren von einem starken Rückschnitt, um im nächsten Jahr wieder kräftig zu blühen.

Der perfekte Standort

Mit dem richtigen Standort eurer Pflanzen könnt ihr gleich zwei positive Effekte erleben. Sind die Kräuter nahe der Küche oder dem Grill gepflanzt, dann habt ihr sie immer im Blick, während ihr das Essen zubereitet, dadurch werden sie häufiger Verwendung finden. Zusätzlich habt ihr den Effekt, dass die Kräuter mit ihren ätherischen Ölen einige Insekten fernhalten können. So ist auch ein Standort nahe der Terrasse nicht ungeeignet, wenn die Bodenverhältnisse stimmen.

Petersilie anpflanzen: Tipps und Tricks

Wie kultiviert man die Petersilie am besten, damit man wirklich das ganze Jahr über frische Kräuter zur Verfügung hat? Obwohl die Petersilie als recht anspruchslos gilt, gibt es dennoch einiges zu beachten, damit die eigene Kultivierung klappen kann.

Der richtige Standort

Optimal sind sonnige Standorte, die jedoch nicht den ganzen Tag in der vollen Sonne stehen. Halbschattige Standorte sind dabei ebenfalls möglich, versprechen aber einen geringeren Ertrag. Da die Petersilie durchschnittlich zwischen 25-80cm groß wird, sollte ausreichend Platz vorhanden sein.

Der Boden

Der Boden sollte eine leichte Feuchte aufweisen und nährstoffreich sein. Soll die Petersilie im heimischen Balkon aufwachsen, so kann eine fertige Kräutererde verwendet werden, die unter Umständen noch etwas gekalkt werden sollte. Damit hat die Petersilie auch in Töpfen oder Kübeln ausreichend Nährstoffe zum Wachsen. Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, kann einmal die Woche ebenfalls Flüssigdünger hinzugeben.

Die Aussaat

Die Samen sind sehr wärmebedürftig, um sich optimal zu entwickeln. Eine optimale Keimtemperatur liegt zwischen 22 und 25° C. Im Abstand von etwa 10-15cm einen Samen einfach ca.2 cm in die Erde drücken und bedecken. Wichtig dabei ist, einen Samen nie an die selbe Stelle zu verpflanzen, da sonst die "Umfallkrankheit" droht und die Petersilie abstirbt.

Basilikum: der mediterrane Klassiker

Die Basilikum-Klassiker kennt wohl jeder: Tomate-Mozzarella-Basilikum-Aperitif, Basilikum-Pesto und viele mehr. So ist es nicht verwunderlich, dass man heute nicht mehr genau nachvollziehen kann, wo der Ursprung dieses schmackhaften Krautes liegt. In Vorderindien wurde Basilikum bereits rund 1000 v. Chr. als Gewürz- und Heilpflanze kultiviert. Dort wurde er zumeist gegen Appetitlosigkeit, Blähungen und Völlegefühl eingesetzt. Mit der Verbreitung der Pflanze wuchs auch die Anzahl der Arten. Von den ca. 65 Arten der Gattung Basilikum werden ca. sieben in der Küche verwendet.

Der perfekte Standort für Basilikum

Basilikum gedeiht am besten an einem sonnigen Platz. Wichtig ist es, auf ausreichende Feuchtigkeit und einen sehr nährstoffreichen Boden zu achten, dann macht es der Pflanze auch nichts aus in einem ausreichend großen Topf auf dem Balkon oder der Terrasse zu wachsen. Um Basilikum aus Samen zu ziehen, diesen Ende April direkt in ein ausreichend großes Gefäß mit Kräutererde säen. Tagsüber dann nach draußen in die Sonne, nachts wieder zurück ins Warme mitnehmen. Bis zu den Eisheiligen (Mitte Mai), ist das Risiko die zarten Sprosse dem Frost auszusetzen zu hoch. Die Erde immer gleichmäßig feucht halten, aber nicht nass.

Eine bereits vorgezogene Pflanze sollte langsam an den Standort gewöhnt werden. Die direkte Sonneneinstrahlung ist für die vorgezogenen Pflanzen oft eine große Umstellung. Die meist recht großen, hellgrünen Blätter dunkeln in den ersten Tagen am neuen Standort nach und werden etwas fester. Auch hier nicht davor zurückschrecken, relativ zeitig mit der Pflege und dem Ernten zu beginnen. Wichtig ist bei vorgezogenen Pflanzen, sie auf jeden Fall in einen größeren Topf umzupflanzen, sonst behindern sich die Pflanzen nach kurzer Zeit gegenseitig im Wachstum und kränkeln. in einen Topf mit einem Durchmesser von ca. 20 cm sollten maximal 5 Pflanzen hineingesetzt werden, besser weniger. In den Töpfen, die man vorgezogen kaufen kann, sind häufig sehr viel mehr Triebe zu erkennen. Diese kann man beim Umtopfen vorsichtig auseinanderziehen, um so wenig Wurzeln wie möglich zu verletzten und auf mehrere Töpfe verteilen.

Basilikum richtig pflegen

Um zu verhindern, dass die Triebe schnell in die Blütenbildung übergehen, am Besten immer die Stängelspitzen abschneiden. Diese Technik fördert auch den buschigen Wuchs. Ist die Spitze eines Triebes abgeschnitten, so bilden sich in den darunterliegenden Blattachsen gleich zwei neue Seitentriebe. Ob sich Ihre Basilikumpflanze gerade auf die Blütenbildung vorbereitet kann man an den Blättern ablesen. Die in diesem Stadium neu gebildeten Blätter werden deutlich kleiner, flacher und spitz zulaufend. Jetzt noch einmal mit ein wenig Komposterde düngen und die Pflanze um ein paar Blattachsen zurück schneiden. Damit kann man die Blütenbildung noch ein wenig verzögern. Sind die Blütenstände erst einmal angesetzt, dann werden die Blätter bitter und herb.

Friederike Kaup/Ollis Gartenbau

Dill: das Power-Kraut

Dill gehört zu den ältesten Kulturpflanzen. Bereits im alten Ägypten wurde Dill als Heil- und Gewürzpflanze verwendet. Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem vorderasiatischen Raum, hat sich aber mit dem Menschen auf seinen Handelswegen schon sehr früh weit verbreitet. Mit seiner langen Pfahlwurzel verankert der Dill sich tief in der Erde und gelangt so auch in trockenen Phasen an viele Nährstoffe und Wasserreserven. Seine ab Juli/August leuchtend gelben Dolden, die aus vielen winzigen Einzelblüten bestehen, sind weithin sichtbar und locken viele nützliche Bestäuber in den Garten.

Der richtige Standort für Dill

Die Ansprüche der Pflanze sind sehr gering, ein lockerer Boden und mäßige Nässe sollten vorhanden sein. Staunässe verträgt die Pflanze nicht gut. Optimal sind mittelschwere, feuchtwarme Böden mit einem hohen Humusanteil. Damit ist Dill eine ideale Pflanze, um sie im Garten zwischen den einzelnen Reihen anzupflanzen. Sein unverwechselbarer Duft hält so manchen Schädling fern. Durch seine filigranen Blätter ist Dill bei starkem Regen oder Wind gefährdet abzuknicken. So sollte man bei der Standortwahl ein Auge darauf haben, dass höhere Pflanzen, in der Nachbarschaft Windschutz bieten. Auch in der Nähe von Kompostern profitiert der Dill von Windschatten und dem nährstoffreichen Boden. Dort bildet er lange Triebe und große Blütenteller.

Vermehrung

Da Dill ein einjähriges Kraut ist, wird er über seine Samen vermehrt und benötigt eine Kälteperiode von mindestens 7 Tagen bei 5-10°C damit die Samen überhaupt keimen können. Dill ist ein Dunkelkeimer, daher darauf achten, dass die Samen 1-2cm tief in der Erde liegen, aber nur locker bedenkt sind. Nach ca. 3 Wochen kann man dann die ersten kleinen Keimblätter entdecken. Da Dillpflanzen gerade in der ersten Wachstumsphase sehr langsam wächst, muss regelmäßig das Unkraut in seiner Nähe entfernt werden. Bis die ersten Triebe eine Größe erreicht haben, um sie ernten zu können, vergehen sechs bis neun Wochen. Gerade die Aussaat im Frühling bringt häufig eine rasche Blütenbildung mit sich, was die Erntephase der frischen Triebe verkürzt. Säht man die Dillsamen erst später, verschiebt sich die Hauptwachstumsphase auf den Spätsommer. So kann die Pflanze länger genutzt werden.

Dill als Heilmittel

Dill wird in der alten Medizin, ähnlich wie Fenchelsamen, zum Eindämmen von Krämpfen besonders im Magen-Darm-Bereich eingesetzt. Kleinen Kindern soll er zu ruhigem Schlaf und Müttern zu besserem Milchfluss verhelfen. Zurückgeführt wird diese Wirkung auf die enthaltenen Cumarine und Kaffeesäure-Derivate. Nachgewiesen wurden Progesteron fördernde Wirkungen, weitere Forschungsergebnisse gibt es dazu allerdings noch nicht. Grundsätzlich ist Dill in der Küche dafür bekannt, Speisen bekömmlicher zu machen und seinen unverwechselbaren Geschmack an das Gericht zu zaubern.

Friederike Kaup/Ollis Gartenbau

Minze: die frische Note im Gewürzregal

Die Minze (Mentha) gehört zur Familie der Lippenblütengewächse und ist somit ein sehr beliebtes Ziel von Schmetterlingen und anderen Nützlingen im Garten. Die hauptsächlichen Bestäuber sind kurzrüsselige Insekten. Die Pflanze ist krautig wachsend. Man zählt zwischen 20 und 30 verschiedenen Minz-Sorten, die auf der gesamte Nordhalbkugel beheimatet sind. Im Zuchtbereich finden sich klangvolle Namen wie Schokoladenminze, Ananasminze oder Apfelminze. Bekannt sind vor allen Dingen die marokkanische Minze wegen ihres intensiven Aromas und die türkische Minze wegen ihrer großen Blätter.

Der richtige Standort für eine Minze

Die Minze ist nicht besonders anspruchsvoll, was ihren Standort angeht. Ausreichend feuchte Erde, mit einem recht geringen Kompostanteil und im Idealfall Halbschatten reichen aus, um eine prachtvolle Pflanze zu ziehen. Die meisten Minz-Sorten sind winterhart und treiben jedes Frühjahr, gleichzeitig mit den ersten heimischen Pflanzen, wieder aus. Die abgetrockneten Stängel des Vorjahres können dann einfach eingesammelt und kompostiert werden. Die in den Stängeln und Blättern enthaltenen ätherischen Öle sind für das Kompostmilieu kein Problem.

Vermehrung

Hat sich die Minze erst einmal in Ihrem Garten etabliert, so vermehrt sie sich rasch über ihre Rhizome und verdrängt gerne einheimische Kräuter. Es empfiehlt sich daher, die Minze in gesonderten Töpfen wachsen zu lassen, um ihre Verbreitung besser kontrollieren zu können. Um einen Ableger zu ziehen, einfach einen fingerlangen Trieb abschneiden, die größeren Blätter am unteren Bereich entfernen und ihn in einem Wasserglas Wurzeln entwickeln lassen. Danach kann der Trieb problemlos in gut befeuchtete Pflanzerde gesetzt werden. Schon nach ca. einer Woche werden sich kleine Ansätze für Seitentriebe entwickeln.

Verwendung

Minze eignet sich hervorragend für Cocktails und Erfrischungsgetränke jeder Art. Auch in der Küche sind die verschiedenen Sorten schon lange nicht mehr weg zu denken.

Minz-Zucker herstellen

Eine tolle Verwendung für die Pflanze ist selbstgemachter "Minz-Zucker". Mit ihm kann man hervorragend Getränke und Desserts verfeinern. Über eine frische Schokoladenglasur gestreut verleiht es dem Gebäck eine “After-Eight-Note".

Herstellen kann man Minz-Zucker aus allen Minz-Sorten, das Ergebnis wird geschmacklich in der Schärfe und dem Aroma wunderbar variieren. Zunächst wäscht man die Blätter von ca. 15 Stängeln Minze, die danach mit einem Wiegemesser oder einer Küchenmaschine grob zerkleinert werden. In diese Masse wird nach und nach Zucker untergehoben, bis sich eine grob bröselige Konsistenz zeigt. Abgedeckt und kühl lässt man diese Mischung dann 2 Tage stehen, bis sich das Aroma im gesamten Zucker verteilt hat. 

Wichtig für die Verwendung: Minz-Zucker nicht zu stark erhitzen. Sonst verfliegt das frische Aroma und Bitterstoffe kommen in den Vordergrund.

Friederike Kaup/Ollis Gartenbau

Rosen richtig pflanzen

Die Rose gilt als "Königin der Blumen" - und als solche hat sie natürlich auch ein paar Ansprüche. Aber keine Angst, mit diesen Tipps gedeihen auch eure Rosen gut.

Der richtige Standort für eine Rose

Einer Rose sollte immer an einem möglichst sonnigen Platz gepflanzt werden, da sie als “Königin” viel Licht und Luft benötigt. Der Standort hat auch entscheidenden Einfluss auf die Krankheitsresistenz bei Rosen. Viel Licht und Luft machen es Pilzen und Schädlingen schwer sich an der Pflanze zu etablieren. Vorsicht allerdings vor weißen Hauswändern - hier sollten Rosen möglichst nicht gepflanzt werden, da diese zu viel Wärme abstrahlt und den Wasserhaushalt der Pflanze stört. Das kann sie so weit schwächen, dass ihr schädliche Pilze und Insekten das Leben zusätzlich erschweren.

Rosen brauchen "Platz nach unten"

Die Rose ist ein „Tiefwurzler“, das sollte man bei der Standortwahl immer bedenken. In der Nähe von Versorgungsleitungen sollte man deshalb etwas vorsichtig sein. Pflanzt man eine Rose in seinen Garten, kann sie durch ihre tief reichenden Wurzeln durchaus in unterschiedlichster Gesellschaft gedeihen. Sie muss allerdings die ersten Jahre regelmäßig gegossen werden. Ist eine Rosenpflanze nach dieser Zeit in die tieferen Schichten vorgedrungen, hat man als Gärtner den wunderbaren Vorteil, dass das Gießen der Pflanzen nahezu überflüssig wird.

Neue Rosen nicht am selben Standort pflanzen

Rosen vertragen es in der Regel nicht, wenn sie an einen Standort gepflanzt werden, an dem bereits vorher eine Rose stand. Dieses Phänomen nennt man auch Bodenmüdigkeit. Jede Rose lebt in Symbiose mit ihrem ganz eigenen Pilz, dessen Myzel (Pilzgeflecht) wirkt wie eine Vervielfachung der eigenen Wurzelfläche und leitet die für die Rose notwendigen Spurenelemente zur Pflanze hin. So kann die Rosenpflanze einen wesentlich größeren Bodenraum für sich nutzen, ohne eigene Wurzeln in diesen Regionen entwickeln zu müssen. Wenn also an diesem Ort schon einmal eine Rose gestanden hat, ist deren Pilz noch dort im Boden, verteidigt den Raum gegen den neuen Pilz und frisst ihn auf. Als Folge daraus bekommt die neue Rose nicht ausreichend Nährstoffe und stirbt anschließend ab.

Die geeignete Gegenmaßname, die dieses Phänomen eingrenzt, ist das gründliche Abstreichen mit Kalk im neuen Pflanzenloch, damit eine Barriere zwischen den beiden Pilzen entsteht, bis sich der neue Pilz schlussendlich etabliert hat. Füllt man das neue Pflanzloch mit frischer Rosenerde, hat die neue Pflanze die besten Möglichkeiten an dem Standort fußzufassen und nach und nach ihr Wurzel- und Pilz-Netzwerk aufzubauen.

Kompost richtig anlegen

Bioabfälle problemlos wiederverwerten: Ein Kompost ist eine praktische Sache. Vor dem Anlegen sollte man sich aber ein paar Gedanken machen. Denn immerhin begleitet euch ein Komposthaufen häufig über Jahre.

Der herkömmliche Kompost

Die herkömmlichen Komposter aus Brettern kann man schon für 17€ im Gartencenter kaufen. Allerdings verrotten deren Bretter häufig recht schnell, daher sollte man gerade bei Kompostern aus Holz darauf achten, dass sie aus witterungsbeständigem Holz sind und ordentlich miteinander verschraubt sind. Da gehen die Preise für vernünftige Modelle ab 70€ aufwärts los. Achtet dabei besondern auf die Verarbeitung der Steck- oder Schließverbindungen und wie die Öffnung zum Ernten des Kompostes gestaltet ist.

Ein einfacher Komposter aus Metallgittern, die an den Ecken verbunden werden, ist bereits ab 60-100€ zu bekommen. Solche Modelle sind allerdings beim Komposternten etwas instabil, weil eine komplette Seitenwand aufgemacht werden muss. Dafür überzeugt er durch seine Langlebigkeit.

Thermo-/Schnellkomposter

Diese eignen sich vor allem, um kleinere Mengen zu kompostieren. Die kompakten Maße sparen Platz und die zusätzliche Isolierung sorgt dafür, dass sich gute Kompostbedingungen im Inneren entwickeln. Einfache Thermo-/Schnellkomposter sind schon ab 20€ zu bekommen, da sie allerdings aus Plastik mit einem Styropor-Innenleben versehen sind sollte bei der Anschaffung auf die Langlebigkeit des Materials geachtet werden. Dann hat man viele Jahre damit gute Erfolge. Im Schnitt sollte man für ein solides Modell ab 70€ rechnen.

Kompost für Städter

Eine Stadtwohnung ohne Garten oder großen Balkon kann mit einer Wurmkiste oder zwei Bokashi-Eimern platzsparend Abfall verwerten.

Komposter selber bauen

Beim Selbstbau eines Komposters sollte man darauf achten, dass er Kontakt zum Boden behält. Die Vier Außenpfähle sollten im Idealfall imprägniert sein und/oder durch ein Kiesbett vom Erdreich getrennt werden, damit sie möglichst lange stabil bleiben.

Die vier Eckpfähle verankert man am besten bis zu 50 cm in den Boden, wahlweise können auch Pfostenträger/Bodenheinschlagülsen aus Metall verwendet werden, die das Verrotten aufhalten. Sind die vier Eckpfähle lotrecht ausgerichtet sollten ca. 20cm breite Bretter in 5cm Abstand daran festgeschraubt werden, damit eine Belüftung gewährleistet ist, ohne die Stabilität einzuschränken.

Zum einfacheren Ernten des reifen Komposts kann man die vorderen Bretter dann wieder abschrauben.

Benötigtes Material:

4 Pfähle (1,00-1,50m je nach Verankerung Methode vierkant Holz, robust, 15cm Kantenlänge)
16 Bretter 1m x15-20cm
64 Holzschrauben 10cm länge
5x1Meter Wühlmausschutz-Gitter bei Bedarf.

Tipps für einen guten Kompost

Richtige Befüllung: Die Befüllung des Komposters sollte immer vielseitig und vielfältig sein, um allen Mikroorganismen die beste Nährstoffauswahl zu ermöglichen, dadurch wird alles schneller zersetzt.

Pflegen: Ein guter Kompost benötigt auch Pflege, so ist es wichtig die Durchlüftung stets zu gewährleisten. Das erreicht man in erster Linie durch eine Abwechslungsreiche Befüllung mit faserreichen Stoffen. Erst an zweiter Position steht das Umschichten, um außenliegende Partien mehr ins Innere zu bekommen, was die Rotte beschleunigt. Diese Arbeit macht man bei einem herkömmlichen Komposter höchstens zweimal im Reifeprozess. Bei Thermo- oder Rollkompostern entfällt dieser Arbeitsschritt komplett.

Bodenkontakt der Komposter sollte auf jeden Fall in Kontakt mit dem umgebenden Erdreich stehen, um den Mikroorganismen den Weg ins Innere zu erleichtern. Ist der Boden zu sandig und trocken, sollte man den neuen Komposter mit bereits zersetztem Kompost “impfen”, um die Zersetzung in Gang zu bringen. Schon eine halbe Schubkarre fertiger Kompost ist da mehr als ausreichend, wenn er in die bestehenden Schichten untergehoben wird.

Halbschattiger Standort damit der Komposter nicht austrocknet aber genug Wärme entstehen kann.

Den Kompost 2-3 mal im Reifevorgang umzusetzen beschleunigt die Rotte. Am Besten keine zu großen oder stark verholzten Bestandteile einfüllen, da diese zum Verrotten länger benötigen.

Auch ein Wasseranschluss in der Nähe kann praktisch sein, um den Rottevorgang zu lenken. Ist der Kompost zu trocken verlängert sich die Rottezeit extrem. Ist er zu heiß stört es die Arbeit der Mikroorganismen. So kann man mit Wasser den Kompost abkühlen und ein optimales Mikroklima schaffen.

Wer steckt hinter den Tipps?

Olli Simon hat vor 15 Jahren in Bad Vilbel Gärtner gelernt und war nach seiner Ausbildung im Palmengarten Frankfurt im Staudenrevier tätig. Parallel zu seiner Arbeit hat er vor mehr als 10 Jahren Ollis Gartenbau in Darmstadt ins Leben gerufen. Hier arbeitet er inzwischen mit fünf Männern und Frauen zusammen - alles Gärtner aus Überzeugung, wie er selber sagt. 

Zu seinen Qualifikationen gehören u.a. eine Fachwartausbildung für Obst-und Gartenbau, die Ausbildung zum Greenkeeper und ein Studium „Gartengestaltung“. Aktuell strebt er eine Qualifikation zum Pflanzendoktor an.

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