Gießen scheitert an Kirchheim - Basketball: 46ers-Aufstiegstraum geplatzt
Der mittelhessische Basketball-Aufstiegstraum ist geplatzt: Für die Gießen 46ers ist die Saison vorbei. Das vierte Playoff-Halbfinalspiel gegen die Bozic Estriche Knights Kirchheim endet 85:89 - die BBL bleibt somit ein Traum.
Nach einem Sieg in Spiel eins verloren die Mittelhessen drei Spiele in Serie - somit gibt es auch kein allesentscheidendes Spiel fünf am Sonntag.Tränen, Handtücher über dem Kopf, lange Umarmungen auf der Tribüne. 2.404 Fans in der ausverkauften Osthalle erlebten Gießener Ausscheiden.
Katastrophe in Halbzeit zwei
Kirchheim führte zur Halbzeit mit 48:39 - und legte nach der Pause noch einen drauf. Über sechs Minuten kein einziger Punkt, nach acht Minuten noch immer kein Feldkorb. Ballverluste, Fehlpässe, technische Fehler. Beim 43:64 schien alles entschieden.
Fast noch ein Wunder
Dann doch noch einmal Gänsehaut: Eine Blitz-Serie von Aiden Warnholtz und ein Dreier von Luis König Figge brachten die 46ers bis auf fünf Punkte heran. Die Stehtribüne explodierte. Doch ein Fehlpass von Daniel Norl 13 Sekunden vor Schluss beendete den Traum. Endstand: 85:89.
„Achterbahn der Gefühle"
Center Till Gloger fand die richtigen Worte: „Achterbahn der Gefühle" - und meinte damit ausdrücklich nicht nur das Schlussviertel, sondern die ganze Saison. „Vielleicht waren wir uns vor dem Halbfinale ein wenig zu sicher. Kirchheim hat uns dann unsere Grenzen aufgezeigt."
Benzing mit klarer Analyse
Robin Benzing war ehrlich: „Kirchheim hat uns absolut verdient ausgeschaltet. Wir waren in den Partien zwei, drei und vier schlicht die schlechtere Mannschaft."
Trainer Ignjatović zwischen Stolz und Frust
Cheftrainer „Frenki" Ignjatović wollte trotz allem nicht von einer enttäuschenden Saison reden - schließlich hatte kein anderes Team aus dem Unterhaus eine vergleichbar starke Bilanz. Doch er gab zu: „Wir waren dicht dran an unserem großen Ziel. Heute überwiegt die Enttäuschung."
Lob für die Fans
Einen Satz hob Ignjatović besonders hervor: „Wir haben die geilsten Fans der Liga. Selbst als wir mit 20 Punkten zurücklagen, haben sie uns nach vorne gepeitscht. So etwas habe ich in meiner Karriere noch nie erlebt."
Ein Abschied mit bitterem Beigeschmack
Für Center Jonathan Maier ist es das Ende einer 15 Jahre langen Profi-Karriere. „Ich hätte mich natürlich lieber mit dem Aufstieg verabschiedet. Gottseidank waren viele Freunde und Familienmitglieder heute da."
Bis auf zwei: Zukunft offen
Für die meisten anderen 46ers ist die Zukunft ungeklärt: Nur Till Gloger und Nachwuchs-Center Kai Müsse haben bereits Verträge für die kommende ProA-Saison. Die 46ers verabschieden sich - unfreiwillig - in die Sommerpause. Ihr nächster Auftritt: im Herbst.