Ortsumgehunng Bad Camberg nimmt Formen an: So ist der Stand
So steht es um das Mega-Projekt - Ortsumgehunng Bad Camberg nimmt Formen an
Rund 12.500 Autos quetschen sich täglich durch Bad Camberg - doch der Dauerstau könnte bald Geschichte sein. Die Ortsumgehung der B8 nimmt sichtbar Gestalt an, auch wenn es länger dauert als gedacht.
Fünf der insgesamt zehn geplanten Brücken sowie die ersten drei Streckenabschnitte der neuen Ortsumgehung Bad Camberg, Erbach und Würges sind fertig. Zuletzt wurde die Eisenbahnbrücke bei Erbach fertiggestellt, außerdem ein weiteres Teilstück zwischen Bad Camberg und Würges. Auch der Bau einer Brücke am westlichen Ortseingang läuft bereits.
Zwei Jahre später und 22 Millionen Euro teurer
Eigentlich sollte die Umgehungsstraße schon 2027 fertig sein. Anfang dieses Jahres wurde der Termin jedoch auf 2029 verschoben - gleichzeitig stiegen die geplanten Kosten von ursprünglich 90 auf jetzt rund 112 Millionen Euro. Damit zählt die Ortsumgehung aktuell zu den größten Straßenbauprojekten in Hessen.
Bürgermeister: "Zufrieden, dass die Umgehung überhaupt kommen wird"
Bad Cambergs Bürgermeister Daniel Rühl sagte im FFH-Gespräch: "Wir sind zunächst mal zufrieden, dass die Umgehung überhaupt kommen wird." Das Projekt sei jahrzehntelang umstritten gewesen, gelte aber heute als das wichtigste Infrastrukturvorhaben für die Stadt. Er hätte sich den ursprünglichen Zeitplan gewünscht, könne die Verzögerung nach der langen Vorlaufzeit aber verkraften - wichtig sei, dass der neue Termin 2029 jetzt hält.
Weniger Verkehr, mehr Lebensqualität
Die B8 führt mitten durch die Stadtteile Würges, Kernstadt und Erbach - mit hoher Verkehrsbelastung vor allem im Berufsverkehr. Rühl erhofft sich durch die Umgehung eine spürbare Beruhigung gerade in der Innenstadt, Prognosen gehen von rund 30 Prozent weniger Durchgangsverkehr aus.
Projektleiter: Baugrund als größte Herausforderung
Auch Hessen-Mobil-Projektleiter Lothar Briel zog am FFH-Mikro eine positive Bilanz: "Das Projekt schreitet ganz hervorragend voran." Rund zwei Drittel der Strecke seien bereits gebaut, darunter zwei große Eisenbahnbrücken, die im laufenden Zugbetrieb errichtet wurden. Größte Herausforderung sei der Baugrund gewesen, der unter anderem für die Verzögerung sorgte. “Bisher haben wir aber alle Probleme sauber lösen können”, berichtet der Projektleiter.
Laut Planern umfangreiche Naturschutz-Maßnahmen
Ein Großprojekt wie die B8-Umgehung lässt sich allerdings nicht ohne umfangreiche Eingriffe in Tier- und Pflanzenwelt realisieren. Parallel zum Bau laufen deshalb Ausgleichsmaßnahmen: Auf 1,2 Hektar wurden heimische Gehölze gepflanzt, über hundert Nisthilfen installiert und Teile des Emsbachs renaturiert. Noch in diesem Herbst startet der Bau im nördlichen Teil der Strecke, 2027 soll die nächste große Brücke folgen. Projektleiter Briel versichert: Die Fertigstellung in drei jahren ist realistisch.