Absurder Streit um Werbe-Turm - Baustopp an A49-Raststätte
An der A49-Raststätte bei Schwalmstadt ruhen seit Wochen die Arbeiten - weil es Streit um die Höhe eines geplanten Werbepylons, also eines Werbeturms, gibt.
Der Werbepylon soll Auto- und LKW-Fahrer auf das Gastro-Angebot und eine Tankmöglichkeit hinweisen. Weil er innerhalb von 100 Metern neben der Autobahn errichtet werden soll, gelten dafür laut Fernstraßenbundesamt bestimmte Richtlinien.
Pylon laut Fernstraßen-Bundesamt zu hoch
Was ist das Problem? Der geplante Werbepylon soll eine Höhe von 30 Metern haben. Aber: “Im Bebauungsplan sind mal 10 Meter festgelegt worden. Und so wahnsinnig viel mehr Höhe können wir aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht zulassen”, sagt Isabel Pfeiffer, Sprecherin des Fernstraßen-Bundesamts, im FFH-Interview. In Einzelfällen seien jedoch bis zu 20 Meter möglich - ”je nachdem wie die Sichtwirkung ist, wie die Ablenkungswirkung ist."
Pylon darf Fahrer nicht von Verkehr ablenken
Die Fahrer sollen natürlich auf die Werbung aufmerksam gemacht werden dürfen - gleichzeitig dürfe sie ein so hoher beleuchteter Pylon so nah an der Autobahn aber nicht vom Verkehr ablenken.
“Überhaupt nicht nachvollziehbar”
“Überhaupt nicht nachvollziehbar”, findet das der Investor des Projekts, Eberhard Unger, im FFH-Gespräch. Der 30 Meter hohe Pylon sei von allen Behörden genehmigt worden - und zwar auch von der Autobahn GmbH, an die das Fernstraßen-Bundesamt das Verfahren delegiert habe.
20 Meter-Pylon auf selber Höhe wie Schilderbrücke
“Ein 20 Meter-Pylon würde auf derselben Höhe sein wie die Schilderbrücke vor dem Autobahn-Tunnel”, so Unger. Ein 30 Meter hoher Pylon würde nicht ablenken - dieser sei lediglich ein Hinweis, dass hier gegessen und getankt werden könne. Außerdem sei der Pylon nur aus südlicher Richtung zu sehen. Nördlich befindet sich der Tunnel Frankenhain.
“Ist für uns Behördenwillkür”
Der geplante Werbepylon in Schwalmstadt wäre laut Unger 81,5 Meter weit weg vom Autobahn-Zubringer. “Wir haben mehrere Beispiele benannt, beispielsweise an der A4 in Bad Hersfeld. Diesen Rasthof haben wir mitentwickelt. Da steht ein gleicher Werbeturm 67,50 Meter von der Trasse weg. Auch der ist genehmigt worden. Warum wir hier an der A49 ausgebremst werden, ist für uns Behördenwillkür”, so Unger.
Mieter bestehen auf 30 Meter hohen Turm
Warum gehen aber die anderen Arbeiten nicht weiter, wenn sich der Streit “nur” auf den Werbepylon bezieht? Der Bebauungsplan sei Teil der bestehenden Mietverträge. Und die Mieter - McDonald`s und Agip - bestehen auf einen Werbepylon von 30 Metern, erklärt Unger.
Fernstraßen-Bundesamt will Gespräch suchen
Eine verfahrene Situation. Wie geht es also weiter? Das Fernstraßen-Bundesamt wolle den Entwicklungen in der Region nicht im Wege stehen, andererseits müssten Menschenleben in den Vordergrund gestellt werden. “Da müssen wir jetzt einen Kompromiss finden”, so Pfeiffer. “Der kann so aussehen, dass wir jetzt erstmal weiter die Gespräche mit der Gemeinde und dem Vorhabenträger suchen. Und uns auch noch mal ergänzende Unterlagen zuarbeiten lassen.”
Unger hält an 30 Meter-Pylon fest
Investor Eberhard Unger bleibt bei den geplanten 30 Metern, sagt er im FFH-Interview. Sollte das Fernstraßen-Bundesamt den Pylon in der Höhe von 30 Metern ablehnen, müsste er Klage einreichen. „Den finanziellen Schaden haben wir bereits jetzt“.