Nach Attacke auf Zugbegleiter: So reagieren NVV und RMV
Nach Attacke auf Zugbegleiter - Was NVV und RMV für die Sicherheit tun
Nach der tödlichen Attacke auf einen Fahrkartenkontrolleur in Rheinland-Pfalz sind jetzt zwischen Korbach und Kassel mehr Zugbegleiter unterwegs. So soll die Sicherheit in Zügen kurzfristig erhöht werden.
Nach der tödlichen Attacke hatte der Nordhessische Verkehrsverbund bei den Verkehrsunternehmen nachgefragt, was schnell möglich ist, um die Sicherheit in Zügen zu erhöhen. “Und da haben wir mit der Kurhessenbahn zusammen ganz direkt die Lösung gefunden, dass dort auf ausgewählten Fahrten der Regionalzuglinie RB 4 jeweils zwei Zugbegleitpersonen eingesetzt werden”, so NVV-Sprecherin Judith Féaux de Lacroix im FFH-Interview.
Keine Ablauffrist für Zweier-Teams
Die RB4 ist demnach die am stärksten nachgefragte Linie der Kurhessenbahn im NVV-Gebiet. Eine Ablauffrist gibt es für die Zweier-Teams nicht, so Féaux de Lacroix. Monatlich soll überprüft werden, ob sich das Konzept bewährt und ob an irgendeiner Stelle nachgesteuert werden muss. “Und solange sich das Ganze als sinnvoll erweist, wird das denke ich auch so weitergeführt.”
Weitere Gespräche auch mit den anderen Verkehrsunternehmen
Auch mit den anderen Verkehrsunternehmen, die im NVV unterwegs sind, sollen weitere Gespräche geführt werden. Für eine flächendeckende Ausweitung des Zweier-Team-Konzepts auf allen Linien und bei allen Fahrten gibts aber einen Knackpunkt: “Dafür bräuchte es aber eine Aufstockung der Personaldecke und das kostet Geld. Und da muss einfach geklärt werden: Wie wird das finanziert”, so Féaux de Lacroix.
RMV setzt auf Kameras
Eine sofortige Personal-Aufstockung gibt es beim RMV nicht. Man nehme den tödlichen Angriff zum Anlass, “die aktuelle Situation und etwaige weitere Möglichkeiten zur Vermeidung körperlicher Angriffe zu bewerten”, heißt es auf FFH-Nachfrage.
Alle S-Bahnen und fast alle Regionalzüge seien mit Videokameras ausgestattet, um abzuschrecken und bei der Aufklärung von Straftaten zu unterstützen. Außerdem beteilige sich der RMV an einem testweisen Einsatz von Bodycams.