Torwart Simic der X-Faktor - MT Melsungen will Europapokal holen
Am Wochenende steigt in Hamburg das Final Four der European League. In den Halbfinals treffen, wie letztes Jahr, Kiel auf Montpellier und die MT Melsungen auf Flensburg. Dabei kommt es bei den Nordhessen vor allem auf einen Mann an: Torwart Nebojsa Simic!
“Als Torwart hast du immer Druck - alle gucken auf dich. Aber das macht auch einen guten Torwart aus, dass du damit umgehen kannst und ich weiß, dass ich ein gutes Final Four spielen kann”, so Simic selbstbewusst im FFH-Gespräch.
Respekt vor Simic am größten
Die Flensburger sehen sich als den klaren Favoriten und sie haben auch beide Bundesligaspiele gegen Melsungen gewonnen, doch ein Mann flößt auch den Norddeutschen Respekt ein. Nebojsa Simic hat gerade gegen Flensburg immer wieder super Leistungen gezeigt und die Norddeutschen oftmals schier zur Verzweiflung gebracht.
MT-Motto: Hamburg sieht Rot
Übrigens: Im Vorjahr fehlte Simic noch wegen eines Kreuzbandriss - und er hat genug von zweiten, dritten oder vierten Plätzen. „Ich fahre nach Hamburg, um mit dem Sieger-Pokal zurückzukommen und um endlich mit der MT einen Titel zu gewinnen." Auch Rückraumwerfer Aaron Mensing war 2025 nicht dabei - er riss sich die Achillessehne. Jetzt sind beide zurück und beide heiß. Auf den Plätzen im MT-Block liegen Fischerhüte - verteilt von den Fanklubs. Hamburg sieht Rot.
Mensing: “Ist ein 50:50-Spiel aus meiner Sicht”
MT-Rückraumwerfer und Ex-Flensburger Aaron Mensing sagt am FFH-Mikro: "Bei einem Finalturnier ist es aus meiner Sicht etwas anders als in der Bundesliga. Für mich stehen die Chancen 50:50. Nur zwei Siege am Wochenende und wir sind Europapokal-Sieger." Anwurf des Halbfinals ist am Samstag um 15.30 Uhr - die frühen Anstoßzeiten sind übrigens dem Fußball-Champions-League-Finale zwischen PSG und Arsenal am Abend geschuldet. Es wäre der erste (langersehnte) Vereinstitel für die MT Melsungen.
MT-Sportvorstand Larsson glaubt an Überraschung
Jesper Larsson gibt zwar die Favoritenrolle an Flensburg ab - und verweist auf deren „enormen Tempo-Handball". Aber aufgeben? Nicht mit ihm. „Du fährst nicht zu einem Finalturnier nur für eine Teilnahme-Urkunde", sagt der Schwede. Und er erinnert an das DHB-Pokal-Final-Four in Köln vor zwei Jahren: Damals waren die Nordhessen ebenfalls Außenseiter gegen Flensburg - und schafften trotzdem den Einzug ins Endspiel. Warum also nicht auch diesmal?
Flensburg kämpft um Rekord - und Champions League
Flensburg geht als Titelverteidiger in das Turnier - und könnte mit einem weiteren Sieg als erstes Team überhaupt dreimal in Serie die European League gewinnen. Noch größer ist aber die Zusatzmotivation: Ein Sieg in Hamburg könnte den Norddeutschen einen Champions-League-Startplatz für die nächste Saison sichern - vorausgesetzt, die Füchse Berlin gewinnen die Königsklasse nicht. Geschäftsführer Holger Glandorf macht deshalb klar: „Jeder bei uns weiß, worum es geht. Wir wollen angreifen, wir wollen diesen Titel und wir wollen uns über diesen Weg die Möglichkeit erkämpfen, in der kommenden Saison Champions League zu spielen."
Bundesliga-Turnier mit Seltenheitswert für Nicht-Deutsche
Übrigens: Dieser Pokal ist so gut wie immer deutsch. 19 der letzten 21 Sieger der European League - früher EHF-Pokal - kamen aus der Bundesliga. Die einzigen Ausnahmen: Pick Szeged aus Ungarn (2014) und Benfica Lissabon (2022). Entsprechend groß ist die Chance, dass der Pokal auch diesmal in Deutschland bleibt - zumal drei Bundesligisten im Final Four stehen.
So läuft das Wochenende ab
Sonntag geht es ab 15 Uhr mit dem Spiel um Platz drei weiter, das Finale steigt um 18 Uhr. Wichtig zum Modus: Steht es nach 60 Minuten unentschieden, gibt es zweimal fünf Minuten Verlängerung - und wenn's dann immer noch keine Entscheidung gibt, müssen Siebenmeter her. Im kleinen Finale entscheidet bei Gleichstand direkt das Siebenmeterwerfen. Alle Spiele zeigt DF1 im Free-TV. FFH berichtet live vom Melsunger Halbfinale und einem eventuellen Endspiel.