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Wegen Niedrigwassers: Kein Wasserski am Twistesee möglich

Wasserpegel zu niedrig - Kein Wasserski-Betrieb am Twistesee

Madleen Khazim

Redakteurin
Madleen Khazim

© dpa

Weil der Wasserstand zu niedrig ist, kann am Cable Park Twistesee gerade niemand über das Wasser schießen - die Saisoneröffnung verzögert sich (Archivbild). 

Mitten in der Hochsaison stehen die Seile still: Am Cable Park am Twistesee bei Bad Arolsen ist in diesem Sommer kein einziger Wasserski-Fahrer aufs Wasser gekommen. Der See ist schlicht zu leer.

Der Cable Park am Twistesee ist seit dem 3. Oktober des vergangenen Jahres geschlossen. Seitdem hat sich am Wasserstand nicht genug getan. „Aktuell fehlen uns genau 45 Zentimeter zum Betrieb", sagt Marie-Therese Grenzebach von der Betreiberfamilie im FFH-Interview. Der Mindestpegel ist durch den TÜV Süd vorgeschrieben - aus Sicherheitsgründen: Bei einem Sturz in der Anlage muss genug Wasser unter den Fahrern sein, um Verletzungen am Seegrund zu verhindern.

Erste Saison ohne Betrieb in der Geschichte der Anlage

Normalerweise startet der Cable Park am Karfreitag und läuft bis zum 3. Oktober. Dass die Anlage gar nicht erst öffnet, hat es in der Geschichte des Parks noch nie gegeben. „Es war schon, dass es mal um ein, zwei Wochen verschoben war", sagt Grenzebach. „Aber dass wir es so wie in diesem Jahr erlebt haben, das gab es noch nie." Und jetzt wäre eigentlich die absolute Hochsaison: Die hessischen und nordrhein-westfälischen Sommerferien bringen normalerweise die meisten Gäste.

Stammgäste fragen nach

Täglich klingelt das Telefon, berichtet Grenzebach - zig Anrufe von Gästen, die fragen, wann endlich geöffnet wird. Viele Stammgäste aus dem benachbarten Ferienpark haben den Besuch beim Cable Park fest eingeplant und müssen nun feststellen: kein Wasserski in diesem Sommer. Auch Vereinsmitglieder, die regelmäßig trainieren, können die Anlage nicht nutzen. „Es gibt einfach so eine Wasserskifamilie, die jetzt eigentlich da wartet und dieses Jahr irgendwie sich nicht sieht und nicht zusammenkommen kann", so Grenzebach.

„Es kann eine Existenz kosten"

Die wirtschaftlichen Konsequenzen sind gravierend. „Es kann eine Existenz kosten", sagt Grenzebach offen. „Das kann man eine Saison vielleicht schaffen, aber bei zwei Saisonen muss man dann halt schon gucken." Und die Sorge geht weiter: „Wenn sich da für die Zukunft nichts ändert, wird das ja ein sich jährlich wiederholendes Spektakel sein." 

Talsperrenbewirtschaftung in der Kritik

Grenzebach sieht nicht nur die Trockenheit als Problem, sondern auch die Art, wie die Twistetalsperre bewirtschaftet wird. Ihrer Aussage nach war der sogenannte Winterstau-Pegel - also die Wassermenge, auf die der See für den Winter abgesenkt wird - bereits im November 2025 erreicht. Trotzdem sei noch bis Mitte Dezember in größeren Mengen Wasser abgelassen worden. „Das wurde dann auch irgendwann gedrosselt, aber für uns zu spät", sagt sie. Ihr Kernvorwurf: Die Bewirtschaftung orientiere sich an festen Daten statt an der tatsächlichen Wassermenge im See. „Das ist halt einfach nicht mehr zeitgemäß", so Grenzebach.

Wasserverband Diemel: Sonderbetrieb läuft bereits seit Oktober 2025

Der Wasserverband Diemel, der die Twistetalsperre betreibt, widerspricht dem Vorwurf. Eine Sprecherin erklärt gegenüber FFH, der Verband fahre bereits seit Oktober 2025 im Sonderbetrieb - es werde also weniger Wasser abgelassen als normalerweise vorgesehen. Allerdings könne man die Twiste Richtung Volkmarsen nicht einfach trockenfallen lassen.

Regierungspräsidium Kassel: Trockenheit ist die eigentliche Ursache

Das Regierungspräsidium (RP) Kassel, das als Obere Wasserbehörde die Gewässeraufsicht an der Twistetalsperre wahrnimmt, verweist auf die außergewöhnliche Trockenheit. Das gesamte Winterhalbjahr 2025/2026 sei von Niedrigwasserabflüssen geprägt gewesen - winterliche Hochwässer und Schneeschmelze hätten vollständig gefehlt. Laut RP Kassel werde die Talsperre seit Januar 2026 im Sonderbetrieb mit reduzierter Mindestabgabe bewirtschaftet - in Abweichung von den regulären Vorschriften, auf Antrag des Wasserverbandes und mit Zustimmung der Talsperrenaufsicht. Der Wasserspiegel liege aktuell knapp einen Meter unter dem Sommerstauziel. Die Behörde betont: Der niedrige Füllstand sei nicht auf eine erhöhte behördlich vorgegebene Abgabe zurückzuführen, sondern auf die monatelang anhaltend geringen Zuflüsse, „die in der Region besonders gravierend sind".

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