Schockanruf in Kassel - Mit dieser Masche hatten die Täter Erfolg
Ein perfider Schockanruf hat eine Seniorin in Kassel-Kirchditmold um Goldschmuck im Wert von mehreren zehntausend Euro gebracht. Betrüger gaben sich am Telefon als Ärzte aus und täuschten eine lebensbedrohliche Krebserkrankung der Tochter vor. Die Polizei sucht nun nach dem Abholer der Wertsachen.
Die Täter meldeten sich laut Polizei auf dem Festnetzanschluss der Frau. Eine Anruferin gab sich zunächst als Oberärztin eines Kasseler Krankenhauses aus und behauptete, die Tochter der Seniorin sei mit einer weit fortgeschrittenen Krebserkrankung in die Notaufnahme eingeliefert worden.
Falscher Arzt verspricht Heilung
Anschließend übernahm den Angaben zufolge ein weiterer vermeintlicher Arzt das Gespräch. Er versprach eine garantierte Heilung durch ein spezielles Medikament aus der Schweiz. Die Krankenkasse würde die Kosten im sechsstelligen Bereich zwar später übernehmen, doch ohne eine sofortige Vorauszahlung würde die Tochter sterben, so die Täter am Telefon.
Schmuck im Wohngebiet übergeben
Unter enormem psychologischem Druck und im Glauben, das Leben ihrer Tochter zu retten, bot die schockierte Frau ihren gesamten Goldschmuck an. Im Wohngebiet zwischen der Christbuchenstraße und der Straße "Vor dem Forst" übergab sie die Wertsachen schließlich in einem durchsichtigen Beutel an einen angeblichen Boten des Krankenhauses.
Schwindel fliegt auf
Der Mann machte sich laut Polizei danach zu Fuß in Richtung Harleshausen davon. Der Betrug flog erst auf, als die Seniorin später ihre völlig gesunde Tochter telefonisch erreichen konnte.
Kripo fahndet nach Boten
Die Kriminalpolizei sucht nun dringend nach Zeugen. Der Abholer soll etwa 60 Jahre alt und rund 1,70 Meter groß sein. Er hat den Angaben zufolge eine kräftige Statur, braune Haare und trug vermutlich ein kariertes Hemd mit einer Weste darüber. Er soll zudem akzentfreies Deutsch gesprochen haben. Hinweise nimmt das Polizeipräsidium Nordhessen entgegen.