Messe zeigt digitale Helfer - Roboter und unsichtbarer Notruf
Möglichst lange in den eigenen vier Wänden leben – das wünschen sich viele ältere Menschen. Die Stadt Kassel zeigt am Dienstag (27. Oktober) im Rathaus, wie Technik dabei helfen kann. Der Eintritt ist frei.
Ein Sturz in der Wohnung, und niemand bekommt es mit – diese Sorge haben viele Familien mit älteren Angehörigen. Auf der Innovationsmesse „Zukunft Zuhause“ stellt die Stadt Kassel digitale Lösungen vor, die genau da ansetzen. Die Messe richtet sich an Seniorinnen und Senioren, pflegende Angehörige und Fachkräfte aus Pflege, Gesundheit und Sozialwesen.
Notruf, der von selbst Alarm schlägt
Zu sehen ist unter anderem ein Hausnotruf des Kasseler Startups Veli. Er kommt ohne Knopf am Handgelenk aus: Das System erkennt am Strom- und Wasserverbrauch im Haushalt, wenn etwas nicht stimmt – etwa nach einem Sturz, bei einer vergessenen Herdplatte oder einem laufenden Wasserhahn. Auch das Deutsche Rote Kreuz zeigt eine Wohnung mit Sensoren, die Notsituationen berührungslos erkennen und Hilfe rufen können – selbst dann, wenn die betroffene Person den Notrufknopf nicht mehr drücken kann.
Ein Roboter zum Unterhalten
Ausprobieren können Besucher auch den Roboter „Navel“ aus München. Er ist für persönliche Gespräche programmiert und wird bereits in Pflegeeinrichtungen eingesetzt. Ein KI-Telefonbegleiter namens „VON KAI“ ruft Senioren auf Wunsch jeden Tag auf dem Festnetz an. Und das Kasseler Startup TOWER Assist verbindet per Videoanruf mit geschulten Helfern, etwa bei Technikfragen oder Briefen von Behörden.
Entlastung für Pflegekräfte
Für Pflegekräfte interessant: ein Exoskelett von German Bionic. Das ist eine Art Roboter-Rucksack, der beim Heben und Tragen den Rücken entlastet und sich per KI an die Bewegungen anpasst. Am Stand darf man es selbst anlegen.
Von 10 bis 16 Uhr
Die Messe gehört zum Smart-City-Projekt „Smart Kassel“. Die Stadt will Digitalisierung dort einsetzen, wo sie den Menschen konkret hilft. Vor Ort beraten auch die städtische Beratungsstelle Älterwerden und der Pflegestützpunkt, zum Beispiel zu Leistungen der Pflegeversicherung.