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Spenden: Mediziner aus Fulda operieren auf den Philippinen

Mediziner aus Fulda - Spenden für Einsatz auf den Philippinen

Olaf Brinkmann

Leiter Studio Osthessen
Olaf Brinkmann

Für ihren Einsatz nehmen sie sogar einen großen Teil ihres Jahresurlaubs: Ärzte und medizinische Fachkräfte aus Fulda engagieren sich gemeinsam mit dem Verein Surgical Mission Saarland für Menschen auf den Philippinen. Mit dabei ist auch Dr. Andreas Grimme.

Im kommenden Jahr reist das Team erneut dorthin, um Menschen medizinisch zu versorgen und zu operieren.

Einsatz kostet rund 60.000 Euro

Ein solcher Hilfseinsatz ist allerdings teuer. Das Team besteht aus etwa 15 bis 17 Menschen. Insgesamt rechnet der Verein mit Kosten von rund 60.000 Euro. Finanziert wird die Reise ausschließlich über Spenden. Das sei eines der größten Probleme, sagt Dr. Grimme. Die Mitglieder des Teams müssten nicht nur Urlaub nehmen, sondern auch ihre Flüge selbst bezahlen, damit die Gesamtkosten gedeckt werden können.

Spenden dringend benötigt

Damit der Einsatz auf den Philippinen stattfinden kann, ist der Verein auf Unterstützung angewiesen. Spenden werden über die Internetseite des Vereins Surgical Mission Saarland e.V. entgegengenommen.

Indigene Bevölkerung oft medizinisch unterversorgt

Der Einsatz ist aus Sicht von Dr. Grimme dringend notwendig. Vor allem die indigene Bevölkerung auf den Philippinen sei medizinisch stark unterversorgt. Viele Menschen seien nicht versichert und hätten kaum Einkommen. Dadurch fielen sie durchs System. Zwar gebe es lokale Krankenhäuser, dort würden Betroffene aber häufig abgewiesen. Einige Hilfsorganisationen könnten zumindest eine erste Versorgung leisten. Insgesamt sei die medizinische Versorgung in vielen Fällen jedoch unzureichend.

Vier Wochen Einsatz vor Ort

Der medizinische Einsatz auf den Philippinen dauert in der Regel vier Wochen, berichtet Grimme, der bereits dort im Einsatz war: In der ersten Woche verschaffe sich das Team einen Überblick über das Krankenhaus und baut den Operationssaal auf. Dieser werde vor Ort teilweise gar nicht genutzt und müsse zunächst wieder einsatzbereit gemacht werden. Auch das medizinische Equipment, das vorab per Container geschickt wird, müsse sortiert und vorbereitet werden. Gleichzeitig untersuchen die Helferinnen und Helfer erste Patientinnen und Patienten und erstellen einen OP-Plan.

Operationen an fünf Tagen pro Woche

In der zweiten und dritten Woche wird dann operiert – an fünf Tagen pro Woche und mit vollem Programm. In der letzten Woche kümmert sich das Team um die Nachsorge. Dabei geht es unter anderem um Problemfälle oder weitere Behandlungen, die noch anstehen.

Von Schilddrüsen-OPs bis zu Notfällen

Welche Eingriffe genau anstehen, lasse sich im Vorfeld oft nicht vollständig abschätzen, sagt Grimme. Fest eingeplant seien aber Operationen an der Schilddrüse. In der Region gebe es häufig starke Schilddrüsenvergrößerungen. Oft fehle zudem die notwendige medikamentöse Behandlung. Daneben rechnen die Helfer auch mit vielen kleineren Eingriffen. Außerdem steht das Team für Notfälle bereit – etwa bei Blinddarmentzündungen, Darmverschlüssen oder nach Verkehrsunfällen.

Große Herausforderungen 

Die Arbeit vor Ort ist laut Dr. Grimme mit besonderen Herausforderungen verbunden. Das Team arbeite in einem völlig ungewohnten Umfeld und sei weitgehend auf sich allein gestellt. Vor allem die begrenzten Ressourcen seien ein Problem: Wenn in Deutschland ein Instrument kaputtgehe oder herunterfalle, könne meist sofort Ersatz organisiert werden. Auf den Philippinen sei das nicht möglich. Das Team habe nur das Material zur Verfügung, das es selbst mitgebracht habe. Hinzu komme, dass die Mitglieder des Einsatzteams zwar einander kennen, in dieser Konstellation aber noch nicht zusammengearbeitet hätten. Auch das sei eine zusätzliche Herausforderung.

Dankbarkeit der Menschen 

Trotz aller Belastungen beschreibt Dr. Grimme den Einsatz als menschlich sehr bereichernd. Es gebe kaum ein besseres Gefühl, als mit dem eigenen Wissen und Können Menschen zu helfen, für die medizinische Versorgung eben nicht selbstverständlich sei. Während Patientinnen und Patienten in Deutschland meist noch andere Ärztinnen oder Ärzte aufsuchen könnten, hätten viele Menschen auf den Philippinen diese Möglichkeit nicht. Wenn Hilfe dann tatsächlich möglich sei, sei die Dankbarkeit enorm. Dr. Grimme berichtet von Menschen Dr. Grimme berichtet von Menschen, die für das Team getanzt und gesungen hätten oder kleine Geschenke mitbrachten - von Gemüse bis hin zu einem Huhn. Das seien ganz besondere Momente.

 

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