Friedensstifter für fünf Jahre - Gelnhausen sucht Schiedsperson
Streit am Gartenzaun oder Ärger im Treppenhaus: Die Stadt Gelnhausen sucht für solche Fälle aktuell einen ehrenamtlichen Friedensstifter. Für den Schiedsamtsbezirk I wird eine neue Schiedsperson gesucht, die den Beteiligten dabei hilft, gerichtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden.
Den Angaben zufolge umfasst der Bezirk I die Bereiche Gelnhausen-Mitte, Roth, Haitz und Höchst. Die Hauptaufgabe der gesuchten Person bestehe darin, festgefahrene Konflikte durch Verhandlungsgeschick zu lösen, heißt es von der Stadtverwaltung.
Vermitteln statt klagen
Dabei geht es laut Verwaltung oft um ganz alltäglichen Ärger: Nachbarschaftsstreitigkeiten, Missachtung der Hausordnung oder leichte Sachbeschädigungen. Auch bei Beleidigungen oder Hausfriedensbruch soll die Schiedsperson versuchen, die verhärteten Fronten aufzubrechen und einen offiziellen Vergleich zu schließen.
Voraussetzungen für das Ehrenamt
Wer sich für den Posten interessiert, muss laut Stadt zwischen 25 und 75 Jahre alt sein und direkt im Schiedsamtsbezirk wohnen. Juristen wie Anwälte, Richter oder Notare sind von dem Amt allerdings ausgeschlossen. Die Person müsse stattdessen durch ihre Persönlichkeit und Empathie überzeugen, heißt es in der Ausschreibung.
Lehrgänge zur Vorbereitung
Der Bund Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen e.V. bietet Einführungs- und Vertiefungslehrgänge an, teilt die Stadt auf Nachfrage von HIT RADIO FFH mit. Entsprechende Seminare werden demnach auch wohnartnah im Bereich Gelnhausen angeboten. Die Stadt Gelnhausen melde Personen, die das Ehrenamt übernehmen, dort auf Wunsch an.
Fünf Jahre im Amt
Gewählt wird der neue Streitschlichter für fünf Jahre von der Stadtverordnetenversammlung. Das Amtsgericht muss die Wahl anschließend noch bestätigen und die ehrenamtliche Schiedsperson offiziell vereidigen.
Formlose Bewerbung reicht aus
Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich den Angaben zufolge bis zum 30. September 2026 bewerben. Eine formlose schriftliche Nachricht an das Hauptamt der Barbarossastadt – per Post oder E-Mail – reiche dafür völlig aus.