Wegen Tarifstreit - Streik an Uniklinik in Frankfurt
4.500 Beschäftigte der Universitätsklinik Frankfurt sind am Mittwoch, 14. Januar, zum Streik aufgerufen. Dieser findet im Rahmen der Tarifrunde der Länder (TdL) statt.
Es ist bereits der zweite Streik dieser Art. Der Arbeitskampf beginnt nach Angaben der Gewerkschaft ver.di um 6:00 Uhr mit dem Frühdienst und endet um 22:00 Uhr mit dem Ende des Spätdienstes. Ziel ist es, Druck auf die Arbeitgeberseite auszuüben, um ein Angebot zu erhalten.
Auswirkungen auf Betrieb
Aufgerufen zum Streik sind nach Gewerkschaftsangaben Pfleger, OP-Schwestern, Mitarbeiter bei der IT, im Labor und in der Verwaltung. Der Betrieb werde eingeschränkt sein aber die Gesundheitsversorgung sei gewährleistet.
Kundgebung vor Klinik geplant
Zusätzlich zum Streik ist eine Kundgebung vor dem Haupthaus der Uniklinik, Haus 23, angesetzt. Diese findet von 8:30 Uhr bis 9:30 Uhr statt und bietet den Beschäftigten die Möglichkeit, ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Die Universitätsklinik Frankfurt stellt dabei eine Besonderheit dar. In Hessen ist sie die einzige Einrichtung, die dem Tarifvertrag der Länder unterliegt, während andere Einrichtungen eigene Verhandlungen führen.
Forderungen der Gewerkschaft ver.di
Die Gewerkschaft ver.di fordert für die insgesamt 925.000 Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder eine Erhöhung des Gehalts um sieben Prozent. Besonders die unteren Lohngruppen sollen davon profitieren, mindestens in Höhe von 300 Euro. Für Nachwuchskräfte steht eine Erhöhung um 200 Euro monatlich im Raum. Zudem verlangt die Gewerkschaft, dass diese Kräfte nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung unbefristet übernommen werden. Eine weitere Forderung betrifft die Erhöhung von Zeitzuschlägen um 20 Prozentpunkte. Der neue Tarifvertrag soll eine Laufzeit von zwölf Monaten haben. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) lehnte dies bisher als unbezahlbar ab.
Spezifische Forderungen der Uniklinik Frankfurt
Zusätzlich zu den allgemeinen Forderungen erwarten die Beschäftigten der Uniklinik Frankfurt eine „Genau hier“-Zulage von 300 Euro. Diese soll die gestiegenen Wohn- und Lebenshaltungskosten in Frankfurt ausgleichen.