Drei Überfälle und Geiselnahmen - Polizei schnappt Mehrfach-Bankräuber
Er soll maskiert und bewaffnet in Bankfilialen gestürmt sein, Angestellte als Geiseln genommen und Tresore geplündert haben - jetzt sitzt ein 43-Jähriger in Untersuchungshaft. Festgenommen wurde der Mann bereits vergangenen Donnerstag im Rhein-Main-Gebiet, wie die Polizei heute mitteilt.
Die Ermittler der Kriminalpolizei Heidelberg werfen dem marokkanischen Staatsangehörigen insgesamt drei Banküberfälle vor - begangen zwischen 2022 und 2025 in der Rhein-Neckar-Region und in Rheinland-Pfalz. Der Vorwurf: erpresserischer Menschenraub in drei Fällen. Das Amtsgericht Mannheim hat Haftbefehl erlassen.
Geiselnahme in Oftersheimer Bank
Der spektakulärste Fall ereignete sich am 6. November 2025 in Oftersheim bei Mannheim. Der Verdächtige soll dort frühmorgens mehrere Bankangestellte abgepasst haben, als diese die Filiale öffneten. Fünf von ihnen nahm er als Geiseln, fessselte und unter Androhung von Schusswaffengewalt und zwang sie zum Öffnen der Tresore. Fast eine Stunde hielt er sich demnach in der Bank auf - und flüchtete schließlich mit einem Bargeld-Betrag im sechsstelligen Bereich. Eine Angestellte wurde dabei leicht verletzt: Der Täter soll ihr mit dem Pistolengriff gegen den Kopf geschlagen haben.
Weitere Überfälle bereits vor vier Jahren
Bereits im März 2022 soll der Mann zwei weitere Überfälle begangen haben - beide in Rheinland-Pfalz. Am 3. März in Otterbach und am 17. März in Böhl-Iggelheim. In Otterbach ging er jedoch leer aus: Eine Bankangestellte schaffte es, sich alleine im Tresorraum einzuschließen und so die Beute zu sichern. In Böhl-Iggelheim dagegen soll er zwei Mitarbeiterinnen mit vorgehaltener Pistole gezwungen haben, den Tresor zu öffnen - und flüchtete erneut mit einem sechsstelligen Bargeldbetrag.
Polizei sucht noch möglichen Komplizen
Die Ermittler gehen davon aus, dass der 43-Jährige nicht alleine handelte. Ein Komplize soll jeweils vor den Filialen Wache gehalten und die Flucht mit einem auf falsche Kennzeichen zugelassenen Auto ermöglicht haben. Nach ihm fahndet die Polizei noch.
In Hessen festgenommen
Aufgespürt wurde der Verdächtige schließlich durch länderübergreifende Zusammenarbeit der Polizeien aus Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz. Sie fanden den Aufenthaltsort des Verdächtigen heraus und konnten ihn am vergangenen Donnerstag schließlich in Hessen festnehmen. Bei anschließenden Durchsuchungen stellten die Beamten umfangreiche Beweismittel sicher. Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft Mannheim und Kriminalpolizei Heidelberg dauern an.