Bäume vorm Vertrocknen retten - Mannheim sucht "Gießkannenhelden"
In Mannheim sollen Anwohner künftig als „Gießkannenhelden“ die Bäume vor der eigenen Haustür vor dem Vertrocknen retten. Die Klimaschutzagentur hat ein neues Projekt gestartet, bei dem gesammeltes Regenwasser in Nachbarschafts-Tanks für das Stadtgrün genutzt wird. Der erste Pilotstandort wurde nun offiziell eingeweiht.
Wenn im Sommer der Asphalt flimmert, stoßen die Bäume in der Stadt oft an ihre Grenzen. Um die wichtigen Schattenspender durch extreme Trockenphasen zu bringen, setzt die Klimaschutzagentur Mannheim jetzt auf die Hilfe der Nachbarschaften.
Pilotprojekt an der AWO gestartet
Den offiziellen Startschuss für die Aktion gab es jetzt an einem Standort der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Mannheim. Es sei wichtig, sich mit voller Kraft um die grüne Lunge zu kümmern, betonte die Erste Bürgermeisterin Diana Pretzell bei dem Termin. Die AWO gehe hier mit gutem Beispiel voran.
Regenwasser statt Trinkwasser
Das Prinzip des Projekts ist denkbar simpel: An privaten oder öffentlichen Gebäuden werden große Wassertanks direkt an die Regenfallrohre angeschlossen. So wird das Regenwasser gesammelt und nicht einfach ungenutzt in die Kanalisation gespült. Die Anwohner können sich dann dort bedienen, um die Bäume in ihrer Straße zu gießen und ganz nebenbei Trinkwasser zu sparen.
Lokale Partner packen mit an
Dass die Idee so schnell umgesetzt werden konnte, liegt den Angaben zufolge an einem starken lokalen Netzwerk. Die Evangelische Gemeinde in der Neckarstadt sponsert die Tanks, die Arbeitstherapeutische Werkstätte Mannheim übernimmt die Montage sowie die Gestaltung der Gießkannen. Für den fachmännischen Anschluss an die Rohre sorgt ein lokaler Handwerksbetrieb.
Standorte und Gießer gesucht
Die Klimaschutzagentur sucht nun weitere Unterstützer für das Projekt. Wer Platz an seinem Gebäude hat, kann sich als sogenannter Standortschenker melden – die Installation des Tanks ist dabei komplett kostenlos. Alternativ kann man auch einfach als Gießkannenheld aktiv werden und einmal pro Woche zum Wasser greifen, damit das eigene Viertel auch im Hochsommer grün bleibt.