Bis in die Regionalliga - Wie Futsal in Bensheim integriert
Vom Treffpunkt am Bahnhof in die Futsal-Regionalliga: Die AFG Bergstraße Bensheim hat mit sportlichem Erfolg und intensiver Integrationsarbeit eine bemerkenswerte Entwicklung hingelegt.
Die Geschichte des Vereins begann im Jahr 2015. Um jungen Menschen mit Migrationsgeschichte abseits von Parks oder Bahnhöfen eine Perspektive zu bieten, startete die Initiative laut Verein zunächst als kleine Freizeitmannschaft. Daraus hat sich mittlerweile eine feste Institution entwickelt, berichtet stolz Vereinsvorsitzender Mohammadreza Alizada.
Einziger hessischer Vertreter
Sportlich ging es für die Spieler steil bergauf. Die Futsal-Mannschaft kletterte bis in die Regionalliga Süd und ist in dieser Saison der einzige Vertreter Hessens in der Liga. Für die Auswärtsspiele reist das Team quer durch Süddeutschland.
Auszeichnung für Integration
Trotz des sportlichen Erfolgs bleibt die gesellschaftliche Arbeit der Kern des Vereins: Junge Menschen sollen hier Verantwortung übernehmen und sich zum Beispiel als Trainer oder Schiedsrichter weiterbilden können. Für dieses Engagement wurde die AFG laut eigenen Angaben als Stützpunktverein im Programm „Integration durch Sport“ anerkannt und zudem vom Fußballkreis Bergstraße als Ehrenamtssieger 2026 ausgezeichnet.
Turniere in Bensheim
Auch als Gastgeber machen sich die Bensheimer einen Namen. Beim „European Futsal Stars Cup“ begrüßten sie zuletzt Mannschaften aus verschiedenen Teilen Europas. Solche Turniere sollen laut Verein nicht nur dem Wettbewerb dienen, sondern als Begegnungsstätten für Menschen unterschiedlicher Herkunft fungieren.
Herausforderungen abseits des Platzes
Doch der Spielbetrieb in der Regionalliga fordert auch seinen Tribut. Die Organisation, die knappen Hallenzeiten und die weiten Auswärtsfahrten bedeuten für die ehrenamtlichen Helfer einen enormen finanziellen und zeitlichen Aufwand.
Ein Ort für alle
Damit der Spagat zwischen Leistungssport und sozialem Engagement weiterhin gelingt, will der Verein nun seine Strukturen weiterentwickeln, heißt es von den Verantwortlichen. Das Ziel bleibe bestehen: Ein Ort für alle zu sein – völlig unabhängig von der eigenen Lebensgeschichte.