Riesige Fackel in Ludwigshafen - Warum die BASF Gas verbrennen muss
Weithin sichtbarer Feuerschein über dem BASF-Werk in Ludwigshafen: Wegen eines technischen Defekts ist es zu einer Produktionsunterbrechung gekommen. Die Sicherheitssysteme haben nach Konzernangaben gegriffen, weshalb nun seit dem frühen Dienstagvormittag (29.9.) eine riesige Fackel überschüssiges Gas verbrennt.
In der Anlage im Werksteil Nord, dem sogenannten Steamcracker, kam es demnach zu einer Betriebsunterbrechung. Die Fackeltätigkeit samt sichtbaren Flammen und Lärmbelästigung kann laut BASF noch bis Ende der Woche andauern.
Sicherheitssystem reagiert wie vorgesehen
Ein Grund zur Sorge besteht den Angaben zufolge nicht. Die Anlage habe auf den Defekt wie geplant reagiert und leitet überschüssige Gase sicher ab, heißt es vom Unternehmen. Das Verbrennen dieser Gase über eine Fackel ist als Sicherheitseinrichtung gesetzlich vorgeschrieben und greift oft bei Reparaturen oder plötzlichen Ausfällen.
Maßanfertigungen für das Werk
Auf dem Werksgelände in Ludwigshafen gibt es etwa 20 solcher Sicherheitsfackeln. Jede davon ist laut BASF eine Maßanfertigung, die genau auf die Gasmengen der jeweiligen Anlage zugeschnitten ist. Besonders auffällig ist dabei die nun brennende Hochfackel des Steamcrackers.
Wichtige Grundstoffe für die Industrie
In dieser riesigen Anlage spaltet der Chemiekonzern unter Zufuhr von Wasserdampf und enormer Hitze Rohbenzin auf. Dabei entstehen wichtige Grundstoffe wie Ethylen und Propylen, die später für Kunststoffe, Lacke oder Pflanzenschutzmittel gebraucht werden. Die zuständigen Behörden seien über den Vorfall informiert worden, das Unternehmen bittet betroffene Anwohner um Verständnis für die Störungen.