Ausstellung im Landesmuseum - In Darmstadt sind die Drachen los
Ob furchteinflößendes Ungeheuer oder himmlischer Glücksbringer: Im Hessischen Landesmuseum Darmstadt dreht sich eine neu konzipierte, groß angelegte Ausstellung rund um das Thema Drachen.
Die Schau zeigt bis zum 17. Januar 2027 das mythische Wesen aus verschiedenen Blickwinkeln und vereint dabei Kunst, Kulturgeschichte und Naturwissenschaft. Die Ausstellung bietet zudem ein umfangreiches Familienprogramm, einen extra Kinderbereich und ist auch ein super Tipp für die Herbstferien!
Von der Antike bis zur Gegenwart
Über 170 europäische und ostasiatische Kunstwerke sowie zahlreiche naturwissenschaftliche Exponate sind den Angaben zufolge in Darmstadt zusammengetragen worden. Die Schau beleuchtet das Fabelwesen von der Antike bis zur Gegenwart, heißt es von den Organisatoren.
Fossilien treffen auf Dürer
Die Besucher erwartet eine ungewöhnliche Mischung an Ausstellungsstücken. So reihen sich grafische Blätter von Albrecht Dürer und Rembrandt an jahrmillionenalte Fossilien. Neben einem spätmittelalterlichen Altar aus Niedererlenbach stecken auch Präparate von echten Flugdrachen ("Draco volans") und einer versteinerter Python in den Vitrinen. Ergänzt wird die Sammlung durch internationale Leihgaben, darunter ein Lindwurmschädel von 1335 und eine römische Dracostandarte.
Böses Raubtier oder kosmische Kraft
Dabei wird der Drache je nach Kulturkreis völlig anders bewertet. In Europa galt er laut den Ausstellungsmachern lange als bedrohliches Wesen und Symbol des Bösen, das die Eigenschaften von Schlangen und Raubtieren vereint. In China, Korea und Japan hingegen gelte der Drache überwiegend als positive, kosmische Kraft, die die Natur im Gleichgewicht hält.
Vom echten Tier zum Fabelwesen
Noch bis in die Neuzeit hinein seien Drachen demnach von den Menschen als real existierende Tiere angesehen worden. Erst mit dem Aufkommen der modernen Naturwissenschaft wandelte sich dieses Bild. Die Zoologie degradierte den Drachen endgültig zum Fabelwesen. Durch aktuelle Fantasy-Romane und Serien (u.a. “Game of Thrones”, "Der Hobbit") bleibe der Mythos heute aber lebendiger denn je, heißt es vom Landesmuseum.
Eigener Bereich für Kinder
Neben den historischen Stücken setzt das Museum den Angaben zufolge auch auf digitale Inhalte, eine Zeichenwand und einen eigenen Erzählstrang für Kinder. Begleitet wird die Ausstellung zudem von einem Podcast mit der bekannten Kinderbuchautorin Cornelia Funke. Im Anschluss wandern die Drachen dann weiter: Die Schau zieht nach ihrer Zeit in Darmstadt in das Museum Schnütgen nach Köln um.