Im Herrngarten in Darmstadt - Spielplatz zieht wegen Drogenszene um
Weil die offene Drogenszene zu nah herangerückt ist, soll der südliche Spielplatz im Darmstädter Herrngarten verlegt werden. Das hat der Magistrat beschlossen, um Familien ein ungestörtes Spielen zu ermöglichen.
Die CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung übt jedoch heftige Kritik an den Plänen und warnt vor unnötigen Millionenausgaben.
Abstand zur Drogenszene
Der aktuelle Spielplatz im Süden des Parks liegt in unmittelbarer Nähe zur Drogenhilfeeinrichtung "Scentral" an der Schleiermacherstraße. Um Nutzungskonflikte zu entschärfen, hat der Magistrat einen Grundsatzbeschluss zur Verlegung gefasst, so die Mitteilung der Stadt Darmstadt.
Knapp 300 Meter entfernt
Der neue Standort soll sich im südöstlichen Bereich des Herrngartens auf einer bisherigen Biodiversitätsfläche befinden. Laut Grünflächendezernent Michael Kolmer (Grüne) entsteht so ein Abstand von knapp 300 Metern zum "Scentral". Die Ersatzfläche soll den Angaben zufolge mit rund 3.000 Quadratmetern genauso groß werden wie der bisherige Platz.
Wasserspiele und geschlossene Tore
Geplant ist laut Stadt auch, ein Wasserspielelement zu errichten und den Bereich zu einem Mehrgenerationenspielplatz auszubauen. Totholz und Bäume sollen dabei als natürliche Grenze erhalten bleiben. Bis ein Umzug stattfindet, hat die Verwaltung bereits reagiert: Der Nordzugang des alten Spielplatzes wurde provisorisch geschlossen, als Ersatz dient ein neuer Eingang im Osten.
Scharfe Kritik der CDU
Die CDU-Stadtverordnetenfraktion lehnt das Vorhaben jedoch entschieden ab. Ein Spielplatz dürfe nicht vor den Auswirkungen der Drogenszene zurückweichen, heißt es von Fraktionschefin Annette Brunert. Eine Verlegung löse den Konflikt nicht, sondern weiche ihm nur räumlich aus. Die Stadt müsse stattdessen mit Ordnung und Hilfsangeboten hartnäckig vor Ort durchgreifen.
Warnung vor hohen Kosten
Zudem warnt die Fraktion vor immensen Kosten in Zeiten einer ohnehin angespannten Haushaltslage. "In der aktuellen Haushaltslage müssen wir jeden Euro zweimal umdrehen. Millionenbeträge dafür auszugeben, einen bestehenden Spielplatz wenige hundert Meter zu versetzen, wäre aus unserer Sicht kaum zu rechtfertigen und käme einer Verschwendung knapper städtischer Mittel gleich“, betont Brunert.
Stadtparlament muss zustimmen
Ob der Spielplatz-Umzug am Ende wirklich stattfindet, steht allerdings noch nicht hundertprozentig fest. Das Projekt ist laut Magistrat abhängig von der Haushaltsgenehmigung im kommenden Jahr und der finalen Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung.