Tarifstreit Öffentlicher Dienst - Gewerkschaft ruft zum Warnstreik auf
Die Beschäftigten des Landes Hessen wollen mehr Geld - auf ein Angebot des Innenministers in den aktuellen Tarifverhandlungen warten sie bisher allerdings vergebens. Deshalb hat die Gewerkschaft Verdi für kommenden Freitag (13.03.) zum Warnstreik aufgerufen.
Die Auswirkungen des Streiks dürften sich einigermaßen in Grenzen halten - aufgerufen sind die Beschäftigten in Ministerien, beim hessischen Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation sowie beim hessischen Staatstheater. Hier soll es vormittags auch eine Kundgebung geben.
“Good vibrations zahlen keine Miete”
„Wir freuen uns sehr, dass der Innenminister als oberster Dienstherr der Leistung seiner Beschäftigten soviel Wertschätzung entgegenbringt. Aber good vibrations alleine zahlen keine Miete und decken auch nicht die ständig steigenden laufenden Kosten", sagt Verdi-Wiesbaden-Geschäftsführer Schmelz.
7 Prozent mehr Geld
Die Gewerkschaft fordert deshalb 7 Prozent mehr Geld, mindestens jedoch 300 Euro monatlich für etwa 58.000 Beschäftigte. Zudem soll das Entgelt für Auszubildende um 200 Euro pro Monat erhöht werden.
Zweite Verhandlungsrunde läuft
Gerade läuft die zweite Verhandlungsrunde. Ein konkretes Angebot von Innenminister Poseck gibt es bisher nicht. Bei den Fachgesprächen mit einer verringerten Expertenzahl in Dietzenbach geht es laut Poseck hinter verschlossenen Türen "beispielsweise um Fragen der Entgeltordnung, Übernahmeverpflichtungen für erfolgreiche Auszubildende und mögliche Regelungen für wissenschaftliche Hilfskräfte an den Universitäten".
Finale Runde am 26. März
Die Fragen, "die alle am meisten interessieren und die auch die größte Relevanz für alle Beteiligten haben, insbesondere die Entgeltsteigerungen in den nächsten Monaten und die Laufzeit des Vertrages", sind dem Minister zufolge Thema in der Spitzenrunde am 26. und 27. März. Dann will er auch ein Angebot vorlegen.
Hessen tanzt aus der Reihe
Hessen ist als einziges Bundesland nicht Mitglied der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) und verhandelt daher eigenständig die Entgelte seiner Beschäftigten. Für den Bereich der TdL mit den 15 anderen Bundesländern wurde bereits ein Tarifabschluss erzielt. Insgesamt erhöhen sich die Entgelte dort um 5,8 Prozent in drei Schritten bis zum Jahresbeginn 2028.