Störche nisten auf Strommasten - Warum in Hessen Nester entfernt werden
Vielerorts fangen zum Frühling die Störche wieder an ihre Nester zu bauen. Eine beliebte Stelle dafür sind Strommasten - dies führt vielerorts allerdings zu Problemen.
Stellenweise werden die Storchen-Nester von den Strommasten entfernt - auch zum Wohl der Tiere, sagt uns zum Beispiel Netzbetreiber Syna.
Nester zwischen Wiesbaden und Hofheim entfernt
FFH-Hörerin Agnes Klein aus Wiesbaden ist aufgefallen, dass Nester entfernt werden. Bei einem Spaziergang bemerkt sie, dass mehrere Nester verschwunden sind. Sie schreibt uns in einer Mail: “Warum geht man so mit diesen schönen Frühlingsboten um?” Wir haben deswegen bei Netzbetreiber Syna nachgefragt. Dieser ist in der Region zwischen Wiesbaden und Hofheim für das Verschwinden mehrerer Nester verantwortlich.
Gefahr für die Tiere
“Im vergangenen Jahr hatten wir hier in diesem Gebiet 26 tote Störche” erzählt uns Denis Gärtig von der Netzbetreiberin Syna. Häufig kommen die Vögel auf den Masten in Kontakt mit den Hochspannungsleitungen oder aus den Nestern herausragende Äste sorgen dafür, dass ganze Nester in Flammen aufgehen.
Maßnahmen zum Naturschutz
Damit die Gefahr von brennenden Nestern und die Zahl der toten Störche minimiert wird, müssen die Nester von den Masten entfernt werden. Im Anschluss werden die Masten vergrämt - das heißt eine Art Ballon wird angebracht, der verhindern soll, dass die Vögel dort erneut landen oder Nester bauen können. Stattdessen wird versucht den Störchen andere Nistplätze anzubieten.
Warum die Nester zu Problemen führen
Ein großes Problem für die Betreiber der Strommasten ist außerdem das Gewicht der Storchennester. Diese hätten in der Regel ein Gewicht von bis zu 500 Kilo, wobei manche sogar eine Tonne wiegen könnten, erklärt uns Gärtig. Für solche Gewichte seien die Masten aber nicht ausgelegt, weshalb es zu Schäden an diesen kommen kann.
Gefahr für Stromausfälle
Nicht nur für die Störche kann das Nisten auf den Strommasten Folgen haben. Wenn Nester Feuer fangen und Leitungen beschädigt werden, kann das zu teilweise auch größeren Stromausfällen führen. Damit das nicht passiert müssen sich die Netzbetreiber um die Nester kümmern.
Deswegen nisten Störche auf den Masten
“Der Storch liebt einen freien Anflug” erklärt uns Ornithologe Bernd Petri. Strommasten bieten hier natürlich eine perfekte Möglichkeit für die Tiere. Hinzu komme, dass Störche Gewohnheitstiere seien - das heißt, dass sie immer wieder zu den gleichen Orten zum Brüten und Nisten zurückkommen. Das mache es besonders schwierig die Tiere von den Masten fernzuhalten, obwohl extra Storchenmasten zum Brüten gebaut werden.