Den eigenen Öko-Strom erzeugen - Alles über Balkonkraftwerke
Klingt einfach gut: Kaufen, aufhängen, einstecken und sparen. Balkonkraftwerke bleiben auch 2026 gefragt. Vor allem wegen steigender Energiekosten setzen immer mehr Haushalte auf die kleinen Solaranlagen für Balkon, Terrasse oder Garten. Sie gelten als einfache Möglichkeit selbst Strom zu erzeugen. Noch interessanter werden sie durch die Kombination mit einem Stromspeicher. Alles über das eigene Solarkraftwerk am Balkon, und worauf ihr achten müsst.
Die Sonne scheint, der Kühlschrank kühlt – und am Stromzähler bewegt sich nichts, was Geld kostet. Diesen schönen Traum erfüllen sich immer mehr Menschen. Das wird auch immer günstiger und einfacher. Aber es gibt auch ein paar Tücken. Die Stiftung Warentest hat acht verschiedene Balkonkraftwerksanlagen getestet. Alle getesteten Anlagen können 800 Watt Strom liefern. Während in einem vorherigen Test viele Wechselrichter Funkverbindungen wie WLAN oder Polizeifunk gestört haben, ist im Test von 2025 nur noch ein Gerät dabei, dass solche Probleme macht.
Ergänzender Stromspeicher
Eine sinnvolle Ergänzung kann ein Stromspeicher sein. Während das Balkonkraftwerk tagsüber Sonnenstrom sammelt, wird Abends der Akku angezapft. Beim Speicher ist es wichtig, dass er bei Hitze und Kälte funktioniert und einen hohen Wirkungsgrad aufweist.
Am sinnvollsten ist der Speicher, wenn du tagsüber selten zu Hause bist oder einfach regelmäßig Solarenergie ungenutzt bleibt.
Wohin damit?
Im Osten geht die Sonne auf, im Süden ist ihr Mittagslauf, usw.. Wer einen Balkon hat, der ungefähr nach Süden freien Blick auf das Zentralgestirn genießt, kann deutlich mehr Strom erzeugen, als ein Balkon nach Nordosten. Auch der Winkel, in dem sich die Panels zum Himmel neigen, ist ganz wichtig. Liegen die Elemente flach auf dem Dach oder hängen genau senkrecht am Balkon, leidet die Ausbeute deutlich. Nicht jede angebotene Befestigung der einzelnen Hersteller erlaubt das optimale Schrägstellen.
Überhaupt ist Schatten ein echter Leistungskiller. Laub, Saharastaub oder Vogelkot - ab und zu reinigen hilft. Beim Test der Stiftung sorgte ein Viertel Abdeckung der Panels schon für knapp 50% weniger Leistung. Liegen sie nur zur Hälfte im Dunkeln, kommt schon gar kein Strom mehr.
Was kostet der Spaß?
Ein Balkonkraftwerk mit Speicher kostet laut ADAC derzeit zwischen 600 Euro und 1200 Euro. Wer bereits ein Balkonkraftwerk hat, kann mit einem Speicher nachrüsten. Das kostet je nach Kapazität und Ausstattung zwischen 350 Euro und 800 Euro.
Die günstigsten Speicher haben meist keinen integrierten Wechselrichter und lassen sich nicht per App steuern. Währenddessen kommen die Mittelklasse-Modelle mit integriertem Wechselrichter und App-Steuerung. Die Premium-Versionen haben zudem noch eine Notstromfunktion.
Was kann man sparen?
Ob sich ein Balkonkraftwerk mit Speicher lohnt, kannst du dir mit dem PV-Rechner von Stiftung Warentest ausrechnen.
Was wird gebraucht?
So eine Komplettanlage bringt eigentlich alles mit. Die Panels oder Paneele (englisch mit einem, deutsch mit zwei E, beides richtig), den Wechselrichter, das Befestigungsmaterial. Bei manchen Anbietern gibt es für verschiedene Montageorte verschiedene Versionen. Drauf achten, dass sich der Anstellwinkel zur Sonne einstellen lässt, wenn die Panels nur senkrecht hängen, lässt die Leistung deutlich nach.
Zum Montieren sollte man drei Leute am Start haben, die Paneele sind nicht ganz leicht und kaputt, wenn sie runter fallen. Dann nur noch den Stecker in eine Steckdose in deinem Wohnungstromkreis - läuft. Wie gut, also ob und wieviel Strom erzeugt wird, zeigt dann bei vielen Geräten eine App für dein Smartphone an.
Wen muss ich fragen?
Bevor du dein Balkonkraftwerk montierst, musst du als Mieter den Vermieter, als Eigentümer ggf. die Eigentümergemeinschaft um Erlaubnis fragen. Ablehnen dürfen die das aber nur in Ausnahmefällen.
Steckersolargeräte müssen im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eingetragen werden. Die Registrierung ist kostenlos und dauert ca. 20 Minuten. Je nach Anbieter kann die Registrierung bereits als Service im Angebot dabei sein. Seit 2024 entfällt die Pflicht zur Anmeldung beim Netzbetreiber.
Auch der zusätzliche Batteriespeicher muss im MaStR registriert werden. Das gilt sowohl für Speicher, die direkt mit der Anlage montiert werden, als auch für nachgerüstete Modelle.
Wie hoch darf ich?
Balkonkraftwerke gelten nicht als Bauprodukte, weil sie nicht als "dauerhaft mit dem Gebäude verbaut" sind. Das bedeutet: In welchem Stockwerk die Anlage am Geländer hängt, ist egal.
Versicherung?
In neu abgeschlossenen Hausratversicherungen müssen Balkon-Solaranlagen automatisch mitversichert sein. Das sollte auch für ältere Verträge gelten, zur Sicherheit bei der Versicherung nachfragen.
Gibt's Zuschuss oder noch Geld raus?
Zuschüsse zum eigenen Kraftwerk gibt es zur Zeit nicht vom Bund und nicht vom Land Hessen. Aber manche Städte und Gemeinden unterstützen Balkon-Solaranlagen. Am besten Mal bei deiner Stadt fragen.
Für Balkonkraftwerke sind 2026 digitale Stromzähler mit Rücklaufsperre vorgeschrieben oder eine bidirektionale Messung, da analoge Zähler ohne Zweitrichtungsfunktion nur den Verbrauch und nicht die Einspeisung messen. Nachdem du dich im Marktstammdatenregister registriert hast, wird geprüft, ob dein Stromzähler ausgetauscht werden muss.
Achtung: Wer rückwärtslaufende Modelle nutzt, muss mit Überzahlungen und rechtlichen Risiken rechnen.
Der Test von Stiftung Warentest
Die Stiftung Warentest hat fünf Stromspeicher für Balkonkraftwerke geprüft - mit Ergebnissen von Befriedigend bis Mangelhaft.