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Debakel nach Sturz: Deutsche Kombinierer vergeben Medaille

Kombinierer bei Olympia - Medaillenhoffnungen platzen nach Sturz

© dpa

Die deutschen Nordischen Kombinierer Vinzenz Geiger (links) und Johannes Rydzek nach der verpassten Medaillenchance

Johannes Rydzek und Vinzenz Geiger liegen nach dem Skispringen auf Gold-Kurs. Am Ende reicht es für die deutschen Nordischen Kombinierer wieder nicht für eine Medaille.

Vinzenz Geiger schmiss seinen Stock wütend weg, fiel erst in den tiefen Schnee und dann in die tröstenden Arme von Teamkollege Johannes Rydzek. Das Olympia-Debakel der deutschen Nordischen Kombinierer ist perfekt. Trotz den nach dem Springen noch hervorragenden Medaillen-Aussichten blieben Rydzek und Geiger auch im abschließenden Team-Wettbewerb ohne Medaille und fielen im Langlaufrennen von der Spitzenposition auf Rang fünf zurück.

Für den Deutschen Skiverband ist es in dieser Disziplin die schlechteste Bilanz seit 1998. Bis zur achten Runde gehörte Deutschland, das mit 13 Sekunden Vorsprung gestartet war, zur Spitzengruppe. Dann stürzte Geiger bei schwierigen Bedingungen und heftigem Schneefall zweimal, kollidierte mit einem Konkurrenten und verlor wichtige Zeit.

Geiger: "Es tut mir einfach richtig fett leid"

"Ich habe einfach nicht viel gesehen. Meine Brille war zu. Dann bin ich in ein Loch reingefahren. Dann hat es mich rumgedreht, dann bin ich aufgestanden und dann bin ich direkt wieder gelegen. Es ging sehr schnell. Ich bin bis jetzt in noch keinem einzigen Rennen gestürzt", berichtete ein niedergeschlagener Geiger und sagte dann ans ganze Team gerichtet: "Es tut mir einfach richtig fett leid."

Am Ende fehlten im Teamsprint 1:06,1 Minuten auf die siegreichen Norweger Andreas Skoglund und Jens Luraas Oftebro. Rund 43 Sekunden auf die Österreicher Stefan Rettenegger und Johannes Lamparter, die hinter den Silbermedaillengewinnern Eero Hirvonen und Ilkka Herola aus Finnland ins Ziel kamen. "Man gewinnt und man verliert zusammen und heute müssen wir leider zusammen verlieren. Wir sind trotzdem ein Team", erklärte Rydzek. 

Schon die Einzel-Wettbewerbe auf der Normalschanze und auf der Großschanze in Predazzo waren ganz schlecht gelaufen. Dort hatte das Team von Bundestrainer Eric Frenzel vor allem im Skispringen große Probleme gehabt.

Skispringen weckt Hoffnung auf deutsches Gold

Im Teamsprint lagen die beiden Oberstdorfer nach dem Springen dann jedoch auf Gold-Kurs. Im dichten Schneetreiben von Predazzo sprang Rydzek am Vormittag 123 Meter weit. Geiger landete nach 122,5 Metern. Deutschland ging in Führung ins entscheidende Langlaufrennen. Frenzel sprach von purer Enttäuschung.

"Die zwei haben heute grandiose Sprünge gemacht. Haben sich in eine Ausgangssituation gebracht, die eigentlich ideal war. Dann passiert halt einfach so ein beschissenes Unglück", beschrieb Frenzel die Situation. Im Teamsprint laufen zwei Athleten pro Mannschaft im Wechsel. Jeder Sportler absolviert fünf Runden, die jeweils 1,5 Kilometer lang sind.

"Ich glaube, dass wir das Springen gewinnen, damit hat niemand gerechnet", sagte Geiger an der Schanze. "Es ist noch nichts gewonnen. Es wird ein langes, hartes Rennen", ergänzte der 28-Jährige. "Der Johannes und ich werden alles reinhauen, was wir haben." Mit einem Einbruch rechnete zu diesem Zeitpunkt noch niemand. 

Langlauf-Bronze von Rydzeks Schwester machte Mut

Rydzek berichtete von einem Gespräch vor dem letzten Auftritt. Man habe sich zusammengesetzt und gesagt: "Das ist nicht das, was in uns steckt. Das wollen wir heute zeigen. Einfach an uns glauben, an unser Können glauben." Mut habe auch die überraschende Bronzemedaille seiner Schwester Coletta Rydzek mit Laura Gimmler tags zuvor im Langlauf gemacht.

Für Rydzek, der schon 2010 in Vancouver dabei war, sind es wohl die letzten Winterspiele. Es bleibt bei vier Olympia-Medaillen - zweimal Gold und je einmal Silber und Bronze. Geigers Sammlung besteht aus dreimal Edelmetall bei Olympia. 

Olympia-Zukunft der Kombination unklar

Ob noch welche dazukommen können, liegt nicht nur in seiner Hand. Noch ist unklar, ob die Nordische Kombination auch in vier Jahren in Frankreich noch zum Olympia-Programm gehört.

IOC-Präsidentin Kirsty Coventry machte sich im Val di Fiemme selbst ein Bild von der traditionsreichen Sportart. Unter anderem der Deutsche Olympische Sportbund will sich für den Verbleib der Disziplin bei Winterspielen einsetzen.

Die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees darüber soll im Sommer fallen. Dann geht es auch darum, ob die Kombiniererinnen in Zukunft dabei sind. Ein Verbleib der Kombination im Programm ohne Frauen gilt als ausgeschlossen.

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