Die Marburger Point Guard Marianna Byvatov (l.) wurde zur besten jungen Spielerin der regulären DBBL-Saison erwählt.
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Sie haben es tatsächlich geschafft: Die Basketballerinnen des BC Marburg stehen im Finale um die Deutsche Meisterschaft - zum ersten Mal seit 2003. Mit einem 65:59-Erfolg gegen den Mitteldeutschen BC machten die Blue Dolphins am Freitagabend vor den heimischen Fans alles klar.
Der Jubel in der ausverkauften Georg-Gaßmann-Halle kannte anschließend keine Grenzen mehr. Als Tabellensiebter war Marburg in die Playoffs gestartet - und gehört nun etwas überraschend zu den besten zwei Teams des Landes.
"Die Spielerinnen liefern eine Wahnsinnssaison ab, aber es wird wieder ein großer Kampf," hatte Marburgs Trainer José Araújo vor der entscheidenden Halbfinal-Partie am Freitag gesagt. Und die lief zunächst gegen die Blue Dolphins: Von einem 11:17-Rückstand nach dem ersten Viertel erholten sich die Marburgerinnen aber schnell und fuhren nach der Halbzeit-Pause den verdienten Heimsieg ein.
Byvatov über Publikum zuhause: "Wenn nicht jetzt, wann dann?"
Lucy Michel und Marianna Byvatov mit einem Aufruf zu den Heimspielen in Marburg zu kommen.
Die Stimmung ist immer gut. Ich meine, die Halle ist jetzt nicht die allergrößte, aber wenn hier die Halle voll ist, dann bebt diese Halle. Es ist super laut und uns hilft das enorm, wenn wir wissen, dass die Fans in unserem Rücken sind und einfach uns gefühlt mit der Lautstärke, mit der Stimmung mit nach vorne tragen und mit uns die Körbe werfen oder mit uns verteidigen. Ja, auch vor allem die jetzt, obwohl wir jetzt das letzte Spiel auswärts gespielt haben, würde ich sagen, die letzten zwei Spiele waren vom Emotionalen her so unglaublich. Alle waren dabei, alle haben mitgefiebert, keiner saß mehr auf irgendeiner Bank oder so. Also wir waren alle so hyped, dass das, also wenn man das mal erleben will, dann muss man auf jeden Fall jetzt dann mal zu uns in die Halle kommen, weil jetzt ist der Zeitpunkt. Wir sind so, wir spielen so gut gerade zusammen. Die Mannschaft ist zusammen, die Fans sind alle hier. Also wenn man mal guten Basketball, spannenden Basketball anschauen will, dann auf jeden Fall jetzt dann in die Halle kommen. Ja, wenn nicht jetzt, wann dann?
Die Spielerinnen des BC Marburg um Trainer José Araújo (m.)
Entschlossenheit für die Playoffs
Vor den Playoff-Halbfinalspielen sagte Michel bereits im FFH-Gespräch: “Wir müssen Vollgas geben.”. Der Wettbewerb fordere volle Anstrengung, aber die Spielerinnen blicken positiv nach vorn: "An Energie wird es uns nicht fehlen", versichert Teamkollegin Byvatov. Als wichtiger Teil des Teamgefüges werden auch die stimmungsvollen Anhänger immer wieder betont. "Der Fanclub ist unser sechster Mann", so Michel.
Sportliches und eigenes Engagement
Neben dem Basketball gehen die Spielerinnen auch anderen Tätigkeiten nach. "Ich spiele Basketball und studiere nebenbei online", teilen beide Spielerinnen im FFH-Gespräch mit . Diese Balance zwischen Sport und Studium gelingt gut dank der Flexibilität durch Online-Lernen. Beide Spielerinnen betonen auch die Unterstützung, die sie vom Verein erhalten. Dies umfasst Ausstattung, medizinische Betreuung und Athletiktraining.
Byvatov über Erstliga-Standort: "Krass, dass man das als Marburger nicht weiß"
Point Guard Marianna Byvatov wünscht sich gemeinsam mit Teamkollegin Michel im FFH-Gespräch mehr Aufmerksamkeit für Marburg als Erstliga-Standort im Basketball.
Man merkt schon, es könnte auf jeden Fall, vor allem Marburg ist jetzt ja auch nicht die größte Stadt, dass es schon eigentlich mehr Aufmerksamkeit haben sollte. Vor allem viele wissen, also manchmal rede ich mit Leuten hier in Marburg und die sind so, oh, ich wusste nicht mal, dass es eine erste Damen-Basketball-Bundesliga hier in Marburg gibt. Und dann bin ich auch immer so, okay, das ist schon krass, weil das eben, also das ist schon krass, dass man das als Marburger nicht weiß. Von daher ist es schon schade, dass es nicht alle hier in Marburg wissen, aber ich habe das Gefühl, so langsam wird das auch mehr und das wird besser. Aber es ist auf jeden Fall noch nicht dort, wo es sein sollte. Also wir haben jetzt, wo wir jetzt in die Playoff-Seite gekommen sind, haben wir auch ein, zwei Interviews geben müssen, du auch, mit einem Wort und so. Ich glaube, dadurch, das hilft auf jeden Fall, vor allem, wenn es im Fernsehen und so ist. Aber ja, man muss halt mit Social Media vielleicht noch ein bisschen mehr arbeiten oder auch vielleicht mal in die Stadt gehen und noch ein bisschen Leute wachrütteln und denen sagen, was wir hier gerade abliefern. Dass vielleicht die Halle noch ein bisschen voller wird und man dann wirklich mal eine größere Halle braucht, dass auch alle reinpassen. Und der Frauen-Basketball an sich hat das verdient, weil da echt viel reininvestiert wird von allen und das einfach nicht so anerkannt wird, wie es anerkannt werden sollte.
Byvatov erhielt kürzlich den "Young Player of the Year Award" - die Auszeichnung als beste junge Spielerin der regulären Saison. "Es ist ein cooler Award, den ich als Teamerfolg sehe", freut sich die Point-Guard-Spielerin. Dennoch stellt sie die Erfolge ihres Trainers und des Vereins in den Vordergrund. Marburg als Standort der ersten Basketball-Damen-Bundesliga erlangt jedoch noch nicht die verdiente Aufmerksamkeit: “Das ist schon krass, das man das als Marburger nicht weiß”, so Byvatov über die verbesserungswürdige Präsenz des Erstliga-Teams in der eigenen Stadt.