Nach drittem Sieg gegen Halle - Marburger Basketballerinnen im Finale
Sie haben es tatsächlich geschafft: Die Basketballerinnen des BC Marburg stehen im Finale um die Deutsche Meisterschaft - zum ersten Mal seit 2003. Mit einem 65:59-Erfolg gegen den Mitteldeutschen BC machten die Blue Dolphins am Freitagabend vor den heimischen Fans alles klar.
Der Jubel in der ausverkauften Georg-Gaßmann-Halle kannte anschließend keine Grenzen mehr. Als Tabellensiebter war Marburg in die Playoffs gestartet - und gehört nun etwas überraschend zu den besten zwei Teams des Landes.
Im Finale gegen den Ligaprimus
In der Final-Serie wartet auf die Mittelhessinnen nun ab kommendem Freitag (24.04.) Hauptrundensieger Keltern. Dabei muss der BC zunächst zweimal auswärts ran, bevor am 29. April das erste Final-Heimspiel an der Lahn steigt. Wer in der “Best-of-Five”-Serie zuerst drei Spiele gewinnt, ist Deutscher Meister.
Marburg kämpft sich nach Rückstand zurück
"Die Spielerinnen liefern eine Wahnsinnssaison ab, aber es wird wieder ein großer Kampf," hatte Marburgs Trainer José Araújo vor der entscheidenden Halbfinal-Partie am Freitag gesagt. Und die lief zunächst gegen die Blue Dolphins: Von einem 11:17-Rückstand nach dem ersten Viertel erholten sich die Marburgerinnen aber schnell und fuhren nach der Halbzeit-Pause den verdienten Heimsieg ein.
Entschlossenheit für die Playoffs
Vor den Playoff-Halbfinalspielen sagte Michel bereits im FFH-Gespräch: “Wir müssen Vollgas geben.”. Der Wettbewerb fordere volle Anstrengung, aber die Spielerinnen blicken positiv nach vorn: "An Energie wird es uns nicht fehlen", versichert Teamkollegin Byvatov. Als wichtiger Teil des Teamgefüges werden auch die stimmungsvollen Anhänger immer wieder betont. "Der Fanclub ist unser sechster Mann", so Michel.
Sportliches und eigenes Engagement
Neben dem Basketball gehen die Spielerinnen auch anderen Tätigkeiten nach. "Ich spiele Basketball und studiere nebenbei online", teilen beide Spielerinnen im FFH-Gespräch mit . Diese Balance zwischen Sport und Studium gelingt gut dank der Flexibilität durch Online-Lernen. Beide Spielerinnen betonen auch die Unterstützung, die sie vom Verein erhalten. Dies umfasst Ausstattung, medizinische Betreuung und Athletiktraining.
Zu wenig Aufmerksamkeit für junge Talente?
Byvatov erhielt kürzlich den "Young Player of the Year Award" - die Auszeichnung als beste junge Spielerin der regulären Saison. "Es ist ein cooler Award, den ich als Teamerfolg sehe", freut sich die Point-Guard-Spielerin. Dennoch stellt sie die Erfolge ihres Trainers und des Vereins in den Vordergrund. Marburg als Standort der ersten Basketball-Damen-Bundesliga erlangt jedoch noch nicht die verdiente Aufmerksamkeit: “Das ist schon krass, das man das als Marburger nicht weiß”, so Byvatov über die verbesserungswürdige Präsenz des Erstliga-Teams in der eigenen Stadt.