HSG bangt um Klassenerhalt - Handball: Wetzlar und Melsungen verlieren
Die HSG Wetzlar hat den erhofften großen Schritt in Richtung Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga verpasst. Die Mittelhessen unterlagen beim HSV Hamburg nach einer lange offenen Partie mit 32:33 (20:19) und stehen damit vor einem dramatischen Saisonfinale. Am Sonntag geht es in der ausverkauften Buderus Arena gegen Spitzenreiter SC Magdeburg um alles.
Trotz der bitteren Niederlage liegt die HSG vor dem letzten Spieltag dank des besseren Torverhältnisses weiterhin auf einem Nicht-Abstiegsplatz. Die Ausgangslage bleibt jedoch brisant: Während Wetzlar mit Magdeburg einen denkbar schweren Gegner empfängt, reist Abstiegskonkurrent GWD Minden zum bereits feststehenden Tabellenletzten nach Leipzig.
Große Chance bleibt ungenutzt
Schon am Mittwochabend hatte die HSG einen Rückschlag hinnehmen müssen, als Minden sein Heimspiel gegen den THW Kiel gewann. Umso größer war die Bedeutung der Partie in Hamburg. Mit einem Auswärtssieg hätten die Grün-Weißen eine Vorentscheidung im Abstiegskampf erzwingen können. Lange Zeit sah es auch genau danach aus. Wetzlar startete mutig, spielte im Angriff entschlossen und setzte früh die ersten Akzente. Nach acht Minuten führten die Gäste mit 7:4. Allerdings offenbarte die Mannschaft in der Defensive ungewohnte Schwächen. So entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem Hamburg in der 23. Minute beim 14:13 erstmals wieder in Führung ging. Wetzlar hielt jedoch dagegen und nahm eine knappe 20:19-Führung mit in die Halbzeitpause.
Bittere Schlussphase wie schon in Göppingen
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Begegnung eng. Bis zum 31:30 in der 54. Minute lag Wetzlar immer wieder vorne und hielt den so wichtigen Auswärtssieg in Reichweite. Doch dann kippte die Partie in der entscheidenden Phase. In Unterzahl geriet die HSG durch Casper Mortensen beim 31:32 erstmals in der zweiten Halbzeit in Rückstand. Tristan Kirschner gelang zwar noch einmal der Ausgleich, doch 121 Sekunden vor dem Ende traf erneut Mortensen zum 33:32 für den HSV. Im anschließenden Angriff fand Wetzlar keine passende Antwort mehr. Der mögliche Befreiungsschlag war dahin.
Showdown am Sonntag
Damit läuft für die HSG alles auf ein Herzschlagfinale hinaus. Gegen den Tabellenführer aus Magdeburg braucht Wetzlar nun im letzten Saisonspiel vermutlich eine Überraschung, um den Klassenerhalt aus eigener Kraft perfekt zu machen. Trainer Rúnar Sigtryggsson zeigte sich nach der Partie enttäuscht: „Es ist natürlich sehr enttäuschend für uns, weil einfach mehr drin war. Wir haben leider in unserer Abwehr einiges vermissen lassen. Dazu hat unser Angriffsspiel in der zweiten Halbzeit an Niveau verloren. Wir mussten für unsere Tore immer mehr kämpfen als die Hamburger.“
Auch Melsungen verliert
Auch der frischgebackene Euro League-Sieger MT Melsungen kassierte am Abend eine Niederlage. Vor heimischem Publikum hieß es am Ende 28:39 gegen die Füchse Berlin.