Darmstadt-Boss vor 2.Liga-Start - Fernie: "Unser Team ist bereit"
Vor dem Saisonauftakt gegen Holstein Kiel geht Sportgeschäftsführer Paul Fernie mit Zuversicht, aber auch mit einem klaren Hinweis auf Geduld in die neue Saison. Nach dem großen Umbruch im Sommer sieht er den SV Darmstadt 98 noch in einem Entwicklungsprozess, traut der Mannschaft zum Start aber trotzdem etwas zu. „Wir sind in der Lage, gegen Kiel zu gewinnen. Da bin ich fest davon überzeugt.“
Fernie machte deutlich, dass Darmstadt zum Auftakt nicht als fertige Mannschaft auflaufen wird. Vor allem offensiv brauche es noch Zeit, um Automatismen zu entwickeln. „Diese Mannschaft [wird] eine gewisse Zeit brauchen, was komplett normal ist in dieser Phase“, sagte er. Zugleich betonte er, dass die Lilien bereit seien, die Herausforderung anzunehmen: „Die Gruppe [ist] bereit. Bereit für diese Herausforderung, die vor ihr steht.“
Keine Wundertüte
Auf Nachfrage von HIT RADIO FFH, woher seine Überzeugung für das Spiel gegen Kiel komme, sagte Fernie: „Ich sage, es wird nicht 100 Prozent funktionieren, aber ich glaube, wir sind in der Lage, das Spiel zu gewinnen.“ Er verwies dabei auf die Ausgeglichenheit der 2. Liga und auf die eigenen Eindrücke aus der Vorbereitung. Die Mannschaft habe gegen einen guten englischen Testgegner, den FC Portsmouth, gezeigt, „dass wir gut dagegen halten können“. Das 0:0 sei „eine super Basis“, um mit Selbstvertrauen in die Saison zu gehen.
Geduld statt schneller Saisonprognosen
Für den weiteren Saisonverlauf wollte Fernie bewusst keine vollmundigen Vorhersagen treffen. Darmstadt müsse sich nach dem Umbruch zunächst finden. „Du brauchst Erlebnisse, gut und schlecht, um etwas zusammenzuwachsen“, sagte er. Auch deshalb sieht er die kommenden Wochen als entscheidende Einspielphase.
Auf die Frage von HIT RADIO FFH, welche Überschrift er der Mannschaft und der Saison geben würde, antwortete Fernie: „Ich glaube, das ist die Geduld, die gefragt ist.“ Ein Saisonfazit oder ein konkretes Ziel jetzt schon auszugeben, sei schwierig. „Ich habe keine Glaskugel“, sagte er. Erfolg bedeute für ihn vor allem, „dass diese Mannschaft, die einen Umbruch erlebt hatte, relativ schnell eingespielt ist, konstant punkten kann“.
Harmonische Gruppe nach großem Umbruch
Trotz der vielen personellen Veränderungen beschreibt Fernie die Stimmung innerhalb der Mannschaft als positiv. „Grundsätzlich empfinde ich diese Gruppe als sehr harmonisch“, sagte er. Neue Spieler würden gut aufgenommen, die Integration funktioniere. „Unsere Jungs machen es sehr leicht“, betonte Fernie.
Wichtig sei ihm dabei nicht nur die sportliche Entwicklung, sondern auch das menschliche Miteinander. „Wir dürfen nicht vergessen, dass wir Menschen sind, wir sind ein Team und wir müssen als Mensch funktionieren.“ Deshalb investiere Darmstadt viel Zeit in Teamdynamik und soziale Nähe im Alltag.
Weitere Verstärkung im Sturm möglich
Auch personell könnte sich vor dem Ende des Transferfensters noch etwas tun. Fernie bestätigte, dass der Klub „in konkreten Gesprächen mit einem Mittelstürmer“ sei. Gesucht werde ein „Allrounder-Profil“, also ein variabler Angreifer, der verschiedene Rollen im Offensivspiel ausfüllen könne.
Ob der neue Stürmer schon kurzfristig kommt, ließ Fernie offen. Klar ist aber: Die Kaderplanung ist noch nicht abgeschlossen. Gleichzeitig setzt Darmstadt intern auf einen offenen Konkurrenzkampf und auf Breite im Kader.