Eintracht Frankfurt - So tickt Hütters Co-Trainer-Trio
Drei Männer, ein Trainerteam: Wenn bei Eintracht Frankfurt über Fußball geredet wird, sitzen mit Christian Peintinger, Alex Meier und Klaus Schmidt drei Co-Trainer mit am Tisch, die Cheftrainer Adi Hütter nicht nur fachlich, sondern auch menschlich seit Jahren bis Jahrzehnten begleiten. Bei einer Medienrunde am Mittwoch gaben die drei einen seltenen Einblick hinter die Kulissen der Eintracht-Trainerbank - und erzählten, wie aus Freundschaft Arbeit und aus Arbeit wieder Freundschaft wurde.
Steirer unter sich - und ein Neuling mitten drin
Christian Peintinger und Klaus Schmidt stammen aus der Steiermark. Adi Hütters Eltern auch. Für Alex Meier, der als einziger Nicht-Österreicher im Trainerteam sitzt, bedeutet das vor allem eines: zuhören und dranbleiben. Auf die Frage, wie es sei, unter lauter Österreichern zu arbeiten, schmunzelt Meier, es werde von Tag zu Tag besser - "wenn sie aber richtig loslegen, wird es manchmal schwer, da muss ich nachfragen."
40 Jahre Freundschaft als Fundament
Peintinger und Schmidt kennen sich nach eigener Aussage bereits seit 40 Jahren. Eine echte Zusammenarbeit entstand aber erst während der gemeinsamen Zeit bei der AS Monaco, wie Schmidt schilderte: Dort habe sich das Duo eingespielt, ehe mit Alex Meier "wie ein fehlendes Puzzleteil" ein Dritter dazukam, der sich sofort integriert habe. Schmidt brachte die Basis des Trios auf den Punkt: Es erfüllt mich nach wie vor mit Stolz, Trainer in diesem großartigen Verein sein zu dürfen. Nach seinen eigenen Worten sei die Beziehung zu Hütter aus einer Freundschaft entstanden und erst danach zu einer Arbeitsbeziehung geworden - mit dem Vorteil, offen und ehrlich miteinander umgehen zu können, ohne sich "ein Blatt vor den Mund nehmen" zu müssen.
Klare Aufgabenteilung am Trainingsplatz
Von der Trainingsplanung bis zur Spielanalyse laufe bei den vieren im Trainerbüro fast alles gemeinsam ab, erklärte Peintinger. Die Gegneranalyse übernehmen die Analysten, die eigene Spielanalyse gestaltet Peintinger zusammen mit einem Kollegen, Schmidt kümmert sich vor allem um die Standardsituationen, während Meier naturgemäß einen Schwerpunkt bei den Offensiv- und Stürmerspielern setzt. Eine Besonderheit: Seit der gemeinsamen Zeit in der Schweiz sitzt Peintinger bei manchen Spielen bewusst auf der Tribüne, um unbelastet in die Kabine zu gehen und seinen Eindruck mit dem von Hütter abzugleichen.
Kein Good Cop, kein Bad Cop
Auf die Frage nach einer möglichen Rollenverteilung nach dem Prinzip "guter und böser Trainer" reagierten die drei deutlich: Eine solche Aufteilung gebe es nicht. Probleme würden stattdessen auf persönlicher, menschlicher Ebene gelöst - "das ist einfach nicht unsere Art", so die einhellige Haltung im Trainerteam. Auch bei der Spielerbetreuung wechseln sich die drei bewusst ab, damit nicht immer derselbe Co-Trainer mit denselben Spielern arbeitet.
Der Neue mit Nähe zu den Spielern
Für Alex Meier ist die Rolle als Co-Trainer der Profis eine Premiere. Der Anruf von Hütter, ein anschließendes, ursprünglich auf eine halbe Stunde angesetztes Gespräch, das am Ende zweieinhalb Stunden dauerte - für Meier war danach klar, dass er zusagen würde. Die ersten Tage im neuen Job seien aufregend gewesen, berichtete er, doch seine Kollegen hätten es ihm leicht gemacht: Fehler im Training seien kein Problem, schließlich sei er jung und dazu gehörten Fehler eben dazu.
Eigene Vergangenheit hilft Meier
Seine eigene Vergangenheit als aktiver Profi bei der Eintracht verschafft ihm dabei eine besondere Nähe zu den Spielern, wie eine Anekdote aus dem Training zeigt: Bei einem Abschluss-Wettbewerb traf Meier laut Schilderung von Schmidt sechs von sechs Bällen ins Tor - ein kleiner Beweis für die Spieler, dass ihr Co-Trainer sein Handwerk versteht, und laut Meier mit einem Augenzwinkern hilfreich dafür, im Training auch ernst genommen zu werden, wenn er einem Spieler etwas erklären will.
Eine Rückkehr mit Herz
Für Peintinger war die Rückkehr nach Frankfurt emotional aufgeladen. Der Kontakt zum Verein sei nie abgerissen, betonte er - er habe immer wieder Spiele besucht und Kontakt zu Weggefährten gehalten. Auf die Frage, wie er reagiert habe, als das Thema Eintracht wieder aufkam, war seine Antwort eindeutig: "Ich habe mich echt gefreut, wie das entstanden ist, und ich habe gesagt: Ich will nirgendwo anders hin." Nicht nur die sportlichen Erfolge, sondern vor allem die Menschen im Verein hätten diese Zeit besonders gemacht, so Peintinger.