Nach 0:6-Debakel in Leipzig - Koch will trotz Kritik Kapitän bleiben
Eintracht-Kapitän Robin Koch steht nach dem bitteren 0:6-Debakel bei RB Leipzig massiv in der Kritik. Trainer Hütter hat seinen Abwehrchef öffentlich angezählt. Der reagiert nun kämpferisch: Er will Kapitän bleiben und sich der Verantwortung stellen. Am Montagmittag nahm er wie alle anderen Spieler ganz normal am Training teil.
Nach der Pause in Leipzig war Robin Koch in der Kabine geblieben. Der Kapitän der Eintracht wurde beim Stand von 0:4 von Trainer Adi Hütter ausgewechselt. Die zweite Halbzeit verfolgte er von der Bank und musste zuschauen wie seine Teamkollegen zwei weitere Gegentore fingen und am Ende mit 0:6 in Leipzig unter gingen.
Koch entschuldigt sich bei den Fans
Im Gespräch mit dem "kicker" bezog Koch nun Stellung und machte seinem Ärger über den eigenen Auftritt Luft: "So wie wir in Leipzig aufgetreten sind, darf uns das nicht passieren. Ich will nichts beschönigen: Das war eine desaströse Vorstellung. Wir haben in den vergangenen Wochen intensiv und gut gearbeitet, der Zusammenhalt und die Stimmung innerhalb der Mannschaft waren sehr positiv. Leider haben wir davon nichts auf den Platz gebracht."
Auch bei den Fans entschuldigte er sich: "Wir haben uns selbst und unsere Fans enttäuscht. Das tut uns unfassbar leid, denn wir wissen, wie viel ihnen die Eintracht bedeutet und wie sehr sie uns Woche für Woche unterstützen", sagte der Innenverteidiger.
Kapitän Koch will die Mannschaft aufrichten
Ein Rückzug aus der Verantwortung kommt für Koch nicht infrage. Als Kapitän sieht er es als seine Pflicht, "diese Niederlage gemeinsam mit dem Team aufzuarbeiten, wegzustecken und unsere Mannschaft wieder aufzurichten". Er wisse, dass die kommenden Tage nicht einfach würden, stellte aber klar: "Weglaufen oder den Kopf in den Sand stecken ist für mich aber keine Option."
Zusammenhalt als nächster Schritt
Koch setzt nun auf den Teamgeist der gesamten Mannschaft, um aus der schwierigen Phase herauszukommen. "Wir stehen zusammen und können nur gemeinsam den Weg aus dieser Situation finden", so der 30-Jährige. Wie Frankfurt die Negativserie stoppen will, muss sich in den kommenden Bundesliga-Partien zeigen - mit Koch weiterhin als Kapitän an der Spitze der Mannschaft.
Koch respektiert die Entscheidung - ändert aber nichts an seiner Haltung
Dass er selbst derzeit nicht seine beste Phase erlebt, streitet Koch nicht ab. Er wolle "auch in schwierigen Zeiten" Verantwortung übernehmen, habe allerdings an sich selbst "einen anderen Anspruch", weshalb er sich der Kritik stelle.
Zur Auswechslung durch Hütter sagte er: "Dazu gehört für mich auch, Entscheidungen zu respektieren und zu akzeptieren, selbst wenn sie mich persönlich treffen oder ich sie mir anders gewünscht hätte. Das ändert aber nichts an meiner Haltung, ganz im Gegenteil. Ich werde meine ganze Kraft hineinlegen, dass sich auch dieser Moment wieder ins Positive wendet."
Hütter lässt kein gutes Haar an seinem Kapitän
Nach dem Spiel hatte Hütter nicht mit Kritik an der Abwehr gespart, die er als "nicht bundesligatauglich" bezeichnete. Besonders deutlich wurde er bei Koch: "Von einem Führungsspieler und Kapitän erwarte ich einfach etwas anderes. Wenn du 16 Tore bekommst und Leader in der Abwehr bist, dann setze ich irgendwann auch mal ein Zeichen. Das hat mir überhaupt nicht gefallen. Ich erwarte mehr von Robin." Mit der Auswechslung habe er seinen Kapitän sogar "erlöst", so der Österreicher.