Umbruch in Nordhessen - Kristopans geht, Schwede Persson kommt
Diese Nachricht dürfte vielen MT-Fans erstmal einen Stich geben: Dainis Kristopans, der 2,15-Meter-Hüne im Rückraum der MT Melsungen, wird den Handball-Bundesligisten nach dieser Saison verlassen.
Gleichzeitig verkündet der Verein aber schon den Nachfolger - und der kommt ausgerechnet von einem Liga-Konkurrenten.
Kristopans verlässt die MT nach dieser Saison
Der Vertrag des lettischen Rückraumspielers, der seit 2023 für die Nordhessen aufläuft, wird nicht verlängert. MT-Sportvorstand Jesper Larsson würdigt die gemeinsame Zeit deutlich: „Dainis hat in den vergangenen Jahren viel für die MT geleistet und war ein wichtiger Teil unserer Mannschaft. Besonders am Gewinn des Titels in der EHF European League hatte er großen Anteil." Dafür bedanke sich der Verein ausdrücklich und wünsche Kristopans für seine weitere Karriere und persönlich alles Gute.
Schwede Persson soll die Lücke schließen
Als Ersatz hat die MT Melsungen bereits reagiert: Linkshänder Erik Persson wechselt im kommenden Sommer ablösefrei von FRISCH AUF! Göppingen an die Fulda. Der 28-Jährige erhält beim nordhessischen Bundesligisten einen Vertrag bis Ende Juni 2029. „Erik erfüllt genau unser Anforderungsprofil für die Position im rechten Rückraum", sagt Larsson, der die Verpflichtung gemeinsam mit dem künftigen MT-Cheftrainer Jaron Siewert eingefädelt hat. „Er verfügt über einen starken Wurf, ist dynamisch und bringt die nötige Physis mit, um auch in der Abwehr Verantwortung zu übernehmen."
Vom Rückraum-Riesen zum neuen Duo
Persson steht seit der Saison 2023/24 für Göppingen in der Bundesliga auf dem Feld. In bislang 115 Pflichtspielen für die Schwaben erzielte der 1,94 Meter große Linkshänder 350 Tore, zuvor spielte er in seiner Heimat für Eskilstuna Guif. Künftig soll er gemeinsam mit Nikolaj Enderleit, der seinen Vertrag erst kürzlich bis mindestens Ende der Saison 2028/29 verlängert hat, das Duo im rechten Rückraum bilden.
Persson freut sich auf Nordhessen
Der Schwede selbst blickt der Herausforderung mit Stolz entgegen: „Nach guten Gesprächen mit Jesper und Jaron hatte ich schnell das Gefühl, dass die MT der richtige Verein für mich ist." Dabei denke er sowohl an seine Spielweise als auch an seine persönliche Entwicklung.
Persson wird mit seiner Freundin Lara nach Nordhessen ziehen - wohin genau, stehe noch nicht fest. Klar sei für ihn aber: „Bei der MT wird sehr professionell gearbeitet und eine klare langfristige Vision verfolgt. Ich freue mich darauf, Teil dieses Weges zu werden und meinen Beitrag zu unseren gemeinsamen Zielen zu leisten." Er habe viel Positives über die Region gehört und blicke deshalb optimistisch in die Zukunft.
Ausblick: MT plant den Umbruch
Mit der Verpflichtung stellt die MT Melsungen bereits jetzt erste Weichen für die kommende Saison. „Wir wollen den Kader im kommenden Sommer gezielt weiterentwickeln und neue Impulse setzen", erklärt Larsson. „Erik ist dafür ein wichtiger Baustein und passt sehr gut zu der Spielidee von Jaron." Bis zum Wechsel im Sommer bleibt Kristopans aber noch Teil des Kaders - auch wenn er aktuell verletzungsbedingt pausiert.
Schon am Donnerstag geht's um alles
Während die Personalplanung für die Zukunft läuft, steht für die aktuelle Mannschaft erstmal ein Showdown an: Am Donnerstag entscheidet sich im fünften Gruppenspiel der EHF Champions League gegen Orlen Wisla Plock, ob die MT Melsungen weiter vom internationalen Spitzenhandball träumen darf. Anwurf in der Rothenbach-Halle ist um 18.45 Uhr. „Das ist ein Alles-oder-nichts-Spiel", bringt es MT-Keeper Nebojsa Simic auf den Punkt. „Wir müssen gewinnen. Wir werden Gas geben. Deshalb brauchen wir unsere Fans und eine geile Atmosphäre in der Rothenbach-Halle."
Wartet ein Zuschauerrekord?
Simic appelliert direkt an die Anhänger: „Kommt in die Halle. Ihr seid unser achter Mann." Mehr als 3.700 Tickets sind bereits verkauft - und damit ist sogar ein historischer Wert in Reichweite. Die bisherige Bestmarke für einen internationalen Wettbewerb der MT liegt bei 3.814 Zuschauern, aufgestellt am 29. April 2017 beim Viertelfinal-Rückspiel im damaligen EHF-Cup gegen Saint-Raphaël - ein Spiel, das die Nordhessen nach Niederlagen in Frankreich und Kassel am Ende verloren.
Diesmal soll es anders laufen: „Die Chance ist da. Wir wollen die Hauptrunde erreichen und weiter Champions League spielen. Es wird hart. Aber ich liebe solche Spiele, in denen es um alles geht", sagt Simic.