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"Kein Verständnis": Bahnstreik stellt hessische Industrie vor Probleme

"Überhaupt kein Verständnis" - Bahnstreik stellt Industrie vor Probleme

Der Lokführerstreik der GDL trifft auch den Güterverkehr auf der Schiene. Automobil- und Chemieindustrie stellt das bei der Logistik vor größere Probleme.
© dpa

Der Lokführerstreik der GDL trifft auch den Güterverkehr auf der Schiene. Automobil- und Chemieindustrie stellt das bei der Logistik vor größere Probleme.

Nicht nur für Fahrgäste, auch für die deutsche Industrie bedeutet der Lokführerstreik der Gewerkschaft GDL bei der Bahn erhebliche Einschränkungen einstellen. Insbesondere Branchen mit hohem Schienengüter-Anteil müssen umdisponieren.

"Es wird ein volkswirtschaftlicher Schaden entstehen, dessen Kosten wir noch nicht genau beziffern können", sagt Thomas Rudolff, Sprecher der IHK Kassel-Marburg auf FFH-Nachfrage. "Die Kosten entstehen ganz einfach auch dadurch, dass Güter umdisponiert werden müssen. Sie müssen auf die Straße umgeleitet werden, und es wird auch Zeitverluste geben." Zudem würden die ohnehin schon angespannten Lieferketten weiter strapaziert.

K+S-Sprecher: "Überhaupt kein Verständnis für den Streik"

Eines der stark betroffenen Unternehmen ist der Dünger- und Salzkonzern K+S mit Sitz und Kassel und Werksstandorten in Osthessen. "Der Streik im Güterverkehr wird uns, das kann man so sagen, mit voller Härte treffen", sagt Unternehmenssprecher Michael Wudonig zu HIT RADIO FFH. Die geplanten 60 bis 80 Zugabfahrten müssten gestrichen werden. "Das sind Transporte von Düngemitteln oder von Salzprodukten von unseren Standorten."

Produktionsstillstand kann noch verhindert werden

Man könne durch Zwischenlagerungen gerade noch einen Produktionsstillstand verhindern. "Wir haben für den Streik überhaupt kein Verständnis, das hat hohe wirtschaftliche Konsequenzen für uns, die keiner trägt, sondern die wir tragen."

IHK-Sprecher Rudolff: "Lieferketten werden weiter strapaziert"

Thomas Rudolff von der IHK Kassel-Marburg über die Folgen des Bahnstreiks für die Wirtschaft in Nordhessen.

K+S-Sprecher Wudonig: "Kein Verständnis für Streikmaßnahmen"

Der Streik treffe K+S hart, sagt Unternehmenssprecher Michael Wudonig.

© HIT RADIO FFH

Conti beklagt negative Folgen fürs Klima

Auch beim Werk von Reifenhersteller Continental in Korbach hat der Streik Folgen. „Zum einen führt die Einschränkung des Bahnverkehrs zu finanziellem Mehraufwand, da wir auf den teureren LKW-Transport umsteigen müssen. Zum anderen hat dies negative Auswirkungen auf unsere Nachhaltigkeitsbemühungen, da der LKW-Transport einen höheren CO2-Ausstoß verursacht", so Werks-Sprecherin Lisanne Schmitz.

Volkswagen will Logistikkette aufrecht erhalten

Beim Volkswagen-Werk in Baunatal heißt es: "Volkswagen setzt alles daran, die Logistikketten auch während des angekündigten Bahnstreiks aufrecht zu halten. Dafür steht das Unternehmen in engem Austausch mit seinen Logistikpartnern und passt seine Logistikkonzepte jeweils flexibel an die aktuelle Situation im Transportmarkt an."

B. Braun setzt ohnehin kaum auf die Bahn

Weniger betroffen ist der Medizintechnik-Hersteller B. Braun mit Sitz in Melsungen. "Grund dafür ist, dass für die Belieferung der Krankenhäuser und Arztpraxen sehr kurze Lieferfristen gelten, die über die Schiene nicht abgebildet werden können", so eine Sprecherin zu HIT RADIO FFH. "Deshalb beliefern wir unsere Kunden per Lkw. Nur die Transporte zu und von den Seehäfen werden durch die Bahn abgewickelt." Keine Auswirkungen habe der Streik auf das Werk von Rüstungshersteller Rheinmetall in Kassel, so ein Sprecher.

Auch Chemieindustrie kann nur teilweise kompensieren

Auch für die Chemieindustrie bedeutet der Ausstand eine große Herausforderung, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) auf Anfrage mitteilte. "Mit ihren Kunden und Logistikdienstleistern haben die Unternehmen umgehend flexible Lösungen entwickelt", hieß es. "Diese können die Einschränkungen und Verzögerungen in der Bahnlogistik aber nur teilweise kompensieren." Die Eisenbahn hat laut Verband für die Logistik der Branche eine große Bedeutung. Im Tagesdurchschnitt transportiert die Branche rund 185.000 Tonnen Chemikalien per Lkw, Bahn, Binnenschiff oder Pipeline.

 

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Cargo-Wettbewerber nach eigenen Angaben nicht betroffen

Der Verband Die Güterbahnen, in dem vor allem die Cargo-Wettbewerber organisiert sind, verwies darauf, dass die Bahn im Güterverkehr auf der Schiene nur noch einen Marktanteil von rund 40 Prozent habe. "60 Prozent des Schienengüterverkehrs rollen wie üblich und kommen wegen eines entleerten Netzes sogar häufig besser ans Ziel", teilte Verbandsgeschäftsführer Peter Westenberger mit. Die privaten Unternehmen nähmen vereinzelt auch Waren auf, die DB Cargo aufgrund des Streiks nicht transportieren könne.

Bahn: Streik gegen die deutsche Wirtschaft

Die Bahn selbst verwies hingegen auf die eigene Bedeutung für den europäischen Güterverkehr. "Denn DB Cargo ist eine europäische Netzwerkbahn, anders als viele Mitbewerber, die vor allem einfache Shuttleverkehre anbieten", teilte das Unternehmen mit. Der GDL-Streik sei deshalb vor allem ein Streik gegen die deutsche Wirtschaft. Betroffen sei insbesondere der Einzelwagenverkehr, bei dem Waren direkt beim Kunden per Zug abgeholt werden. Die Waggons werden dann in Rangierbahnhöfen zu langen Güterzügen zusammengesetzt und am anderen Ende des Weges wieder auseinander genommen.

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