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IG Metall kämpft für ACC-Batteriewerk

Nach Konzern-Absage - IG Metall kämpft um ACC-Batteriewerk

IG Metall will um Batteriezellfertigung kämpfen
© Oliver Dietze/dpa

Vor vier Jahren waren alle dafür und optimistisch: Batteriezellen-Fabrik in Kaiserslautern. (Archivbild)

Die IG Metall will das ACC-Batteriezellenwerk in Kaiserslautern retten. Warum sie den Standort für unentbehrlich hält und welche Schritte jetzt geplant sind.

Die IG Metall will dafür kämpfen, dass das Batteriezellenwerk des Unternehmens ACC in Kaiserslautern doch noch errichtet wird. "Es gibt bundesweit keinen besseren Standort, wenn man Batteriezellenproduktion wirklich will", sagte der Vorsitzende des Gewerkschaftsbezirks Mitte, Jörg Köhlinger. Es gebe einen voll erschlossenen Standort, Förderzusagen und eine qualifizierte Belegschaft mit einem ausverhandelten Tarifvertrag. 

In der Pfalz sollten auf dem früheren Opel-Gelände rund 2.000 neue Jobs entstehen. Das vorgesehene Grundstück dürfe auf keinen Fall weiterverkauft werden, sagt Köhlinger. Die Gewerkschaft wolle dort einen "Brückenkopf" halten und Gespräche mit der Politik sowie den Anteilseignern des Gemeinschaftsunternehmens ACC suchen. Das sind die Autohersteller Stellantis und Mercedes-Benz sowie der französische Energiekonzern TotalEnergies. Es gehe darum, eine "Koalition der Willigen und Fähigen" zu schmieden. 

ACC hat die Investitionen für Kaiserslautern und ein weiteres Werk in Italien vor wenigen Tagen gestoppt, weil sich die Standorte aus Sicht des Unternehmens nicht mehr rechnen. Die IG Metall betont hingegen die Notwendigkeit von widerstandsfähigen Lieferketten und warnt vor drohender Abhängigkeit von externen Zulieferern. 

Rüsselsheim braucht Nachfolgemodell

Hintergrund sind die anhaltend schwache Nachfrage ⁠nach Elektroautos in Europa und den USA und die dadurch verstärkte Krise bei der Opel-Mutter Stellantis. Das wirft auch Fragen zur deutschen Tochter Opel auf. Am Stammsitz Rüsselsheim müsse dringend ein Nachfolgemodell für den derzeit produzierten Astra festgelegt werden, verlangt Köhlinger. 

Allgemein sieht die Gewerkschaft den Bezirk Mitte aus Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen hart getroffen vom Umbau der Autoindustrie. Die anteilig meisten Arbeitsplatzverluste habe es im Saarland gegeben. Laut einer Betriebsräteumfrage seien im Organisationsbereich des Bezirks im vergangenen Jahr mehr als 22.000 Arbeitsplätze abgebaut worden. Davon entfielen knapp 11.900 auf die Automobilindustrie und ihre Zulieferer.

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