FFH stellt Echte Macher vor - Die Gandersheimer Domfestspiele
Wir haben so viele tolle Unternehmen – und Unternehmungen – im FFH-Land. Einige davon stellen wir euch mal genauer vor. Was machen die? Wie machen sie es? Wo gibt’s eventuell noch Jobs? Und was muss ich dafür mitbringen?
Diese Woche schauen wir uns mal Echte Macher in Sachen Kultur an: Das Team der Gandersheimer Domfestspiele – Niedersachsens größtes professionelles Freilichttheater.
Mit Schauspielerin Nadine Kühn, der Künstlerischen Leiterin und Dramaturgin Jennifer Traum und Geschäftsführer Markus Kuhlmann haben wir darüber gesprochen, was die 67. Spielzeit im Sommer 2026 und das Team der Gandersheimer Domfestspiele so besonders machen.
Die Gandersheimer Domfestspiele
Jedes Jahr verwandelt sich der Domplatz in Bad Gandersheim in eine Freilichtbühne der besonderen Art. Die Bühne steht direkt vor der Stiftskirche – Bühnenbild und Dom verschmelzen zu einer einzigen Kulisse. Seit 1959 finden hier die Gandersheimer Domfestspiele statt und haben sich von einem kleinen Festival mit ein, zwei Stücken zu einem vielseitigen Programm mit Musicals, Schauspielen, Konzerten und Kinderstücken entwickelt.
Das Programm 2026: Von „Pinocchio“ bis „Hello, Dolly“
Den Auftakt macht in diesem Jahr das Kinder- und Familienstück “Pinocchio”, das die stellvertretende Intendantin Jennifer Traum gemeinsam mit einer Regisseurin selbst schreibt. Danach folgt “Come Together” – eine Konzertshow über Aufstieg und Ende der Beatles. Als Schauspiel steht die Krimi-Komödie “Die Acht Frauen” auf dem Programm, bevor das Musical “Hello, Dolly” die Saison als letzte Premiere beschließt. Das Grundprinzip bei der Stückauswahl: zwei Musikstücke, ein Schauspiel, ein Kinderstück – und dabei zählt vor allem, was das Team begeistert und was das Publikum ansprechen könnte.
Aufbau, Abbau, fertig – alles mobil
Was viele nicht wissen: Die gesamte Infrastruktur entsteht jedes Jahr neu. Von der Tribüne bis zur Bühne kommt alles per LKW in die Stadt – nach der Saison bleibt außer der Stiftskirche nichts mehr übrig. Rund 14 Tage dauert der Aufbau, die Spielzeit läuft etwa vier Monate, danach folgt der Abbau. Die Anwohner stören sich daran übrigens nicht, im Gegenteil: die Gandersheimer Domfestspiele sind eine Institution und willkommenes Spektakel in der Stadt.
Ehrenamt, Stammgäste und Inklusion
Die Domfestspiele tragen sich zu 80 Prozent selbst durch Ticketeinnahmen. Nur 20 Prozent kommen aus Fördermitteln, was im Vergleich zu anderen Festspielorten eine Besonderheit ist. Ehrenamtliche aus dem Förderverein und der Stadtgemeinschaft unterstützen den Betrieb während der gesamten Spielzeit. Das Einzugsgebiet reicht von Hannover und Hildesheim über Göttingen bis nach Kassel. Dazu setzen die Domfestspiele auf Inklusion: In Zusammenarbeit mit dem Blindenverband Niedersachsen beschreiben sogenannte Audiodeskriptoren an ausgewählten Terminen live, was auf der Bühne passiert – für Menschen, die nicht sehen können.