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Neue Warnschilder im Landkreis Gießen sollen Wildunfälle verhindern

Gefahr durch Wildwechsel - Neues Warnschild soll Unfälle verhindern

Gerade in der dunklen Jahreszeit stellen sie eine große Gefahr dar: Unfälle durch Wildwechsel. Laut Polizei wurden allein in Mittelhessen in den letzten fünf Jahren über 28.000 solcher Kollisionen gemeldet. Damit Autofahrer künftig stärker auf das Risiko von Wildunfällen aufmerksam gemacht werden, stehen nun neue Warntafeln an zwei Landstraßen im Kreis Gießen.

"Tiere bremsen nicht, Du schon!" - So lautet das Motto des neuen Pilotprojekts, das die Polizei Mittelhessen vor kurzem ins Leben gerufen hat. Ziel ist es, die Zahl der Wildunfälle durch ein stärkeres Bewusstsein der Autofahrer zu reduzieren. Denn diese machen laut Polizeistatistik rund 25% der Gesamtunfälle in Mittelhessen aus und sind somit eine große Gefahr für Mensch und Tier.

Wildtiere schlecht zu beeinflussen

Über Jahre habe man meist versucht, Einfluss auf die Wildtiere zu nehmen und sie mit verschiedenen Mitteln von den Straßen fernzuhalten, erklärt Gerhard Keller, Leiter der Direktion Verkehrssicherheit bei der mittelhessischen Polizei. Doch keine Methode erwies sich dabei als dauerhaft wirksam und umsetzbar. Deshalb wolle man jetzt direkt auf die Autofahrer einwirken, sagt Keller über das neue Projekt.

Gefahr durch Gewöhnungseffekt

Dabei helfen sollen nun vor allem die neuen Verkehrsschilder, die durch ihrem leuchtend gelben Hintergrund bereits von Weitem zu sehen sind. Sie seien deutlich auffälliger gestaltet als etwa die herkömmlichen Wildwechsel-Schilder, erklärt Verkehrssachbearbeiter Thomas Baumgart. "Wir haben festgestellt, dass die normalen Verkehrszeichen von den Autofahrern häufig gar nicht mehr bewusst wahrgenommen werden." Die neuen Schilder sollen diesem Gewöhnungseffekt nun entgegenwirken und stärker für die Gefahr sensibilisieren. Dafür ist auf ihnen auch die Anzahl der jährlichen Wildunfälle zu lesen.

"Senkung der Unfallzahlen durch Senkung der Geschwindigkeit"

Verkehrssachbearbeiter Thomas Baumgart spricht gegenüber HIT RADIO FFH über die Ziele des Pilotprojekts.

"Die bisherige Beschilderung nimmt man möglicherweise nicht mehr so wahr"

Dieter Mackenrodt, Vorsitzender des Kreis-Jagdverbandes, über den Gewöhnungseffekt von Wildwechsel-Schildern.

© HIT RADIO FFH

Bremsweg ist entscheidend

"Wir erhoffen uns von dem Projekt eine große Wirkung", sagt Baumgart. Er appeliert an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer, gerade in bewaldeten Gebieten besonders aufmerksam und langsam zu fahren. Denn bei niedrigerer Geschwindigkeit sei es deutlich wahrscheinlicher, noch rechtzeitig vor einem Wildtier bremsen zu können. "Dadurch gehen dann auch zwangsläufig die Unfallzahlen zurück", ist sich der Polizeivertreter sicher.

Zwei Teststrecken im Kreis Gießen

Zum Einsatz kommen die neuen Warntafeln nun zunächst auf zwei Landstraßen im Landkreis Gießen, auf denen es in der Vergangenheit besonders viele Wildunfälle gab. Dies betrifft die Strecken zwischen Hungen-Bellersheim und Lich-Bettenhausen sowie zwischen Rabenau-Geilshausen und Grünberg-Beltershain. Dort sollen in den kommenden Monaten auch detailierte Messungen, etwa zur gefahrenen Geschwindigkeit durchgeführt werden. Mit einem ersten Zwischenfazit rechnet Thomas Baumgart etwa im Februar. Wenn dann eine Wirkung erkennbar ist, sei ein Einsatz der Schilder auch an anderen Stellen denkbar.

Auch LED-Displays im Einsatz

Im Rahmen des Pilotprojekts der Polizei wurden außerdem bereits Mitte November zwei Warn-Displays an einer Landstraße bei Haiger (Lahn-Dill-Kreis) in Betrieb genommen. Diese leuchten auf, sobald sich ihnen ein Auto mit mehr als 60 km/h nähert, und warnen so die Autofahrer ebenfalls vor Wildwechseln. 

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