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Biber in Gießen: Warum sie plötzlich zurückkehren

Biber stärken Artenvielfalt - Gießens Natur profitiert nachhaltig

Marius Franke

Redakteur
Marius Franke

Der kleine Nager ist sehr fleißig im Uferbereich der Wieseck.
© Universitätsstadt Gießen

Der kleine Nager ist sehr fleißig im Uferbereich der Wieseck.

Der Biber ist nach Gießen zurückgekehrt und bringt positive Effekte für Natur und Klima mit sich, berichtet das Amt für Umwelt und Natur. Biberteiche schaffen Lebensräume für seltene Vogelarten und stabilisieren den Wasserhaushalt.

In Gießen hat sich der Biber an der Wieseck wieder angesiedelt. Diese Rückkehr geht mit wichtigen Vorteilen für die Natur und die Anpassung an den Klimawandel einher. Der Biber gestaltet seinen Lebensraum eigenhändig, indem er Dämme baut, die zur Bildung von Teichen und Feuchtflächen führen. Diese ermöglichen es, dass zahlreiche Tier- und Pflanzenarten von den neu entstandenen Habitaten profitieren können.

Artenvielfalt in Gießen

Seit der Rückkehr des Bibers konnten in Gießen seltene Vogelarten wie der Bergpieper beobachtet werden, die von den feuchten Bedingungen profitieren. Auch andere Tiere wie Amphibien, Fische und Fledermäuse nutzen die neuen Lebensräume. Biberteiche bieten ideale Bedingungen für Libellen und Fledermäuse, die über der Wasseroberfläche nach Beute jagen. Selbst verlassene Biberburgen sind wertvoll und bieten Unterschlupf für andere Arten wie den Iltis.

Beitrag zur Klimaanpassung

Der Biber hat auch einen positiven Einfluss auf die Klimaanpassung, indem er den Wasserhaushalt stabilisiert. Das angestaute Wasser verteilt sich bei Hochwasser besser und hält die Landschaft in Trockenzeiten länger feucht. Dies wirkt den Folgen des Klimawandels entgegen, selbst in städtischen Gebieten wie Gießen.

Schutzmaßnahmen und Pläne

Der Europäische Biber ist streng geschützt, und das Amt für Umwelt und Natur in Gießen ist für seinen Schutz verantwortlich. Die Stadt plant, den Biber langfristig in der Region zu erhalten und arbeitet derzeit an Maßnahmen zur Behebung von Nutzungskonflikten, die durch überflutete Wege entstehen. Bis 2026 sollen diese Maßnahmen umgesetzt werden, um die Wege wieder nutzbar zu machen.

Verhaltensregeln für den Erhalt

Die Stadt mahnt zur Rücksichtnahme, da das Zerstören von Biberdämmen strafbar ist. Hunde sollten in der Nähe der Biberteiche angeleint werden, um den Biber und andere Tiere zu schützen. Der Biber-Lebensraum soll ein Ort der Naturbeobachtung bleiben, der ungestört bestehen kann.

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