Landkreis Marburg-Biedenkopf - Steuerzahlerbund mahnt Sparwillen an
Der Steuerzahlerbund rüffelt die Kommunen im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Nur 3 von 22 hätten im abgelaufenen Jahr 2025 einen ausgeglichenen Haushalt vorgelegt.
Der Steuerzahlerbund mahnt deshalb an, freiwillige Leistungen zu überprüfen und befürchtet angesichts leerer Stadtkassen massive Mehrbelastungen durch steigende Gebühren und Steuern.
Gemeinde Wetter kann Defizit nicht ausgleichen
So könne die Gemeinde Wetter ihr geplantes Defizit im Etat schon nicht mehr durch Rücklagen ausgleichen, so Jochen Kilp, Vorstand beim hessischen Steuerzahlerbund. Nicht jede Kommune müsse alle Leistungen und Aufgaben selbst und allein erfüllen. Durch Interkommunale Zusammenarbeit ließen sich Synergien erzeugen, Aufgaben besser und wirtschaftlicher erledigen.
Grundsteuer wird oft teurer als bisher
Im Zuge der Grundsteuerreform mussten alle Kommunen zum 1.1.2025 neue Hebesätze beschließen, erinnert der Steuerzahlerbund, der nachgerechnet hat und zu dem Ergebnis kommt: “In 12 von 22 Kommunen wurden dabei die Hebesätze überproportional angehoben, um die Einnahmeseite zu verbessern.” Am deutlichsten habe Lohra (+129 Prozentpunkte) angehoben.
Auch Mieter werden zur Kasse gebeten
Bei der Grundsteuer B liegen nach der Reform Wetter (505 Prozent), Marburg (450) und Lohra (440) an der Spitze im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Da sie über die Nebenkosten auch auf die Mieterinnen und Mieter umgelegt werden kann, trifft sie alle Bürgerinnen und Bürger.
Amöneburg hat rote Laterne bei Haushaltsplanung
Alle Kommunen haben ihre Haushalte für 2025 außerdem bemerkenswert spät verabschiedet. Lediglich drei Kommunen schafften es überhaupt noch in 2024. Die hessische Schlusslaterne hatte Amöneburg: Erst am 27.12.2025 wurde der Haushalt für das dann bereits abgelaufene Jahr 2025 verabschiedet.
Neue Steuern in Marburg?
Dabei wird derzeit auch über neue Steuern nachgedacht - in Marburg zum Beispiel über eine Verpackungssteuer oder eine Grundsteuer C für Baugrundstücke. Der Steuerzahlerbund sieht beide Projekte kritisch und befürchtet geringe Einnahmen bei hohem Verwaltungsverwand.