Das plant Amprion - Mega-Stromtrasse durch Mittelhessen
Dicke Erdkabel und Stromtrassen quer durch Hessen als Meilenstein der Energiewende.
Das Netzausbauprojekt „Rhein-Main-Link“ soll ab 2033 Strom von den großen Off-Shore-Windanlagen aus der Nordsee in den deutschen Süden bringen - und zum Beispiel den Stromhunger des Rhein-Main-Gebietes befriedigen. Auf Infomärkten können jetzt Bürger im Landkreis Gießen und in der Wetterau die Planung einsehen und diskutieren.
Mega-Stromtrasse von Marburg bis ins Ried
Derzeit stellt der Übertragungsnetzbetreiber Amprion die geplante Trassenstrecken vor, sie führen vom Landkreis Frankenberg über Marburg durch den Landkreis Gießen und die Wetterau bis ins hessische Ried. Auf Infomärkten will Amprion über die Rhein-Main-Links informieren. Amprion will die Trassenführung-Planungsunterlagen bis bis zum Herbst bei der Bundesnetzagentur einreichen.
BUND befürchtet Umweltzerstörung
Die Umweltschützer vom BUND halten den Ausbau für überdimensioniert und befürchten schwerwiegende Umwelteingriffe. Die Umweltschützer fordern dezentralere Konzepte. Das Projekt gefährde Böden, Ackerlandschaften, Wälder und Grundwasservorkommen. Der BUND befürchtet, dass der in ganz Deutschland über 300 Mrd. Euro teure Stromnetzausbau zu einer erheblichen Verteuerung der Stromkosten führen werde, insbesondere auch für Industrie und Mittelstand.
Amprion will ins Gespräch kommen
Diesen Sorgen will die Firma Amprion Bürgernähe entgegensetzen. „Wir kommen möchten vorab der Einreichung der Planfeststellungsunterlagen einen Einblick in unsere Antragstrasse geben," sagt Gesamtprojektleiterin Amina Karam. Deshalb habe man das Projekt auch in zehn Planfeststellungsabschnitte (PFA) unterteilt. So könne man auf der 600 Kilometer langen Strecke lokale Besonderheiten oder Einwände berücksichtigen.
Infos von Amprion über Rhein-Main-Link gibt es hier
Infos vom BUND über Rhein-Main-Link gibt es hier
Mega-Trasse endet in riesigen Stromhallen
Bei der Mega-Stromtrasse werden vier Leitungen geplant, für die jeweils drei Energiekabel nebeneinander im Boden verlegt werden sollen. Die vier Leitungen sollen an sogenannten Netzverknüpfungspunkten im Rhein-Main-Gebiet ans örtliche Stromnetz angeschlossen werden: bei Biblis (Bergstraße), in Hofheim-Marxheim und Kriftel (beide Main-Taunus). Diese Kommunen werden durch den Bau riesiger Stromkonverterhallen besonders betroffen sein. Ein vierter Standort für so eine Halle wird noch im Hessischen Ried gesucht.
Infomärkte von Amprion
Auf mehreren Infomärkten stellt Amprion die Planung für die Strecke zwischen Staufenberg im Landkreis Gießen und Butzbach im Wetteraukreis vor. Bei den Veranstaltungen ist ein Kommen und Gehen jederzeit möglich, einen Vortrag wird es nicht, teilt Amprion mit.
Gespräche statt Vorträge
Ziel ist es, dass interessierte Bürger*innen in kleineren Gruppen oder einzeln mit den Fachexpert*innen von Amprion ins Gespräch kommen und ihre persönlichen Fragen stellen können. Dabei wird es die Möglichkeit geben, über ein Geoinformationssystem auf jedes einzelne Flurstück zu schauen, das von der Erdkabeltrasse tangiert werden soll.
Die Termine im Überblick:
10.03., 10-12 Uhr, Bürgerhaus Annerod, Hinter der Platte 11, 35463 Fernwald
10.03., 17-19 Uhr, Kulturelle Mitte Pohlheim, Am Dorfgemeinschaftshaus 1, 35415 Pohlheim
11.03., 10-12 Uhr, Stadthalle Staufenberg, Porstendorfer Str. 2, 35460 Staufenberg
11.03., 17-19 Uhr, Kulturzentrum Buseck, Am Schloßpark 2, 35418 Buseck
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