Stadtallendorf: Feuerwehr zieht ins neue Gerätehaus
Stadtallendorf - Feuerwehr zieht ins neue Gerätehaus
Freudentag für Stadtallendorf: Am Wochenende zieht die Feuerwehr mit allen Einsatzfahrzeugen in die nach dem verheerenden Brand neuaufgebaute Gerätehalle.
Auch die Möbel sind schon geliefert. Stadtbrandinspektor Patrick Schulz sagt zu FFH: “Nur, weil alle, wirklich alle, so zusammengearbeitet haben, ist das möglich geworden nur noch nicht einmal anderthalb Jahre nach dem Brand.” Am 9. Mai soll das auch noch einmal bei einer Dankes-Feier gewürdigt werden.
FFH parkt erstes Fahrzeug
FFH freut sich mit der Feuerwehr und der ganzen Stadt und hat es sich nicht nehmen lassen, zusammen mit dem Stadtbrandinspektor das erste Fahrzeug in der neuen Gerätehalle zu parken. Eine erste Hallenbesichtigung inklusive. Schulz sagt: “Wir sind so happy und sind gespannt, wie die Kollegen auf ihr neues zu Hause reagieren - die Feuerwehrleute befüllen am Samstag ihre Spinde, danach wird angestoßen.”
Fast neue Feuerwache brannte lichterloh
In der Stadt im Landkreis Marburg-Biedenkopf waren durch das Feuer am frühen Morgen des 16. Oktober 2024 unter anderem die Gerätehalle sowie sämtliche Einsatzfahrzeuge vernichtet worden. Die Stadt hatte den Schaden auf rund 22 Millionen Euro geschätzt. Verletzt wurde niemand. Nach Polizeiangaben war der Brand an einem Einsatzfahrzeug der Feuerwehr ausgebrochen, in dessen Bereich sich Lithium-Ionen-Akkus sowie ein externer Stromanschluss befanden. Als Brandursache gilt ein technischer Defekt.
Immenser Schaden
Zwölf Fahrzeuge der Feuerwehr, teils noch fast fabrikneu, sowie ein Unimog des Landes, sind nach dem Brand nur noch geschmolzenes Metall. Alles muss neu beschafft werden, 4700 Einzelteile. Patrick Schulz: “Ein Feuerwehrauto wird derzeit bis zu fünf Jahre nach der Bestellung geliefert. Die Hersteller haben wirklich unmögliches möglich gemacht. Wir konnten in anderthalb Jahren den ganzen Fuhrpark ersetzen.”
Topmodernes Tanklöschfahrzeug
Dabei dürfte die Feuerwehr Stadtallendorf nun einen der modernsten Fuhrparks haben - zum Beispiel das hessenweit wohl einmalige neue Tanklöschfahrzeug: 5.000 Liter Löschwasser, mehrere Wasserwerfern, eine Selbstschutzanlage, die den Boden vor dem Fahrzeug löscht - was bei Waldbränden eine große Hilfe ist.
Blaulichtfamilie hielt zusammen
In kürzester Zeit stand danach eine Interimsunterkunft für die Feuerwehr auf dem nahegelegenen Parkplatz. Andere Wehren stellten Einsatzfahrzeuge zur Verfügung. Denn die Feuerwehr in Stadtallendorf ist nicht nur für den Brandschutz der Einwohner zuständig. Sie löscht und hilft auch auf der nahegelegenen Autobahn, in den Industrieanlagen der Region (z.B. Ferrero) und bei der Bundeswehr in Herrenwald-Kaserne. So konnte umgehend der Brandschutz gewährleistet werden.
Andere Wehren rüsteten Brandschutz auf
Eine gute Folge hatte der verheerende Brand bei der Feuerwehr in Stadtallendorf: Nach Angaben des hessischen Innenministeriums haben zahlreiche Wehren in Sachen Brandschutz aufgerüstet. Im Lichte der Ereignisse von Stadtallendorf seien bei zahlreichen Feuerwehren vernetzte Rauchmeldeanlagen installiert worden, die im Brandfall einen SMS-Alarm an die Wehrführung oder die Leitstelle übermittelten. Genauso nun auch bei der Feuerwehr Stadtallendorf selbst, zum Beispiel hat nun jetzt jedes Feuerwehrauto in der neuen Halle, einen eigenen Brandmelder, so Schulz im FFH-Gespräch.