Abpflastern: So beteiligen sich Hessens Städte am Wettbewerb
Aktion gegen zubetonierte Orte - Wer pflastert am meisten ab?
Deutschland pflastert ab. Bis zum Herbst läuft ein Wettbewerb, an dem sich sowohl Privatpersonen, als auch Städte und Gemeinden im FFH-Land beteiligen, von Marburg über Rosbach vor der Höhe bis Frankfurt und Mainz.
Die Idee: Unnötigen Beton mit Spaten und Schippe abzupflastern und anschließend den Boden bepflanzen. Denn, so die Initiatioren von abpflastern.de: “Jeder Stein zählt.”
Frankfurt Abpflaster-Sieger des Vorjahres
Der deutschlandweite Wettbewerb beginnt am 21. März und endet am 31. Oktober 2026. Im vergangenen Jahr hatten Hessens Großstädte (ab 100.000 Einwohner) top abgeschnitten. Frankfurt lag auf Platz eins, gefolgt von Darmstadt.
Flächen messen und fotografieren
Wer teilnehmen will, sollte die “Abpflaster”-Fläche ausmessen, fotografieren und ein zweites Foto später von der freigelegten und vielleicht bepflanzten Stelle einschicken.
Einige Abpflaster-Aktionen in Hessen
Marburg
Die Unistadt unterstützt Menschen und Gruppen, die abpflastern wollen. Infos gibt es hier
Frankfurt
Hier wird eine Fläche im Bonifatiuspark-West im Frankfurter Stadtteil Riedberg entsiegelt.
Hanau
Das erste Mal dabei in diesem Jahr ist auch die Stadt Hanau. Nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen und Institutionen werden dazu aufgerufen mitzumachen. Hier gibt's mehr Infos
Mainz
In Mainz wird die Stadt selber aktiv und will voraussichtlich an der Kaiserstraße, am Barbarossaring oder auch am Balthasar-Maler-Platz Flächen zurückbauen. Dann werden Stauden, Gehölze oder Bäume gepflanzt. Infos hier
Rosbach vor der Höhe
Bürgermeister Steffen Maar sagt: Danke an alle, die jetzt anpacken. So verbessern wir gemeinsam das Hitze- und Wassermanagement in Rosbach. Infos gibt es hier
Was ist Bodenversiegelung?
Bodenversiegelung bedeutet, dass der Boden luft- und wasserdicht abgedeckt wird, wodurch Regenwasser nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen versickern kann. Auch der Gasaustausch des Bodens mit der Atmosphäre wird gehemmt. Das ist zum Beispiel bei betonierten Flächen der Fall.
Folgen von Versiegelung
Laut Umweltbundesamt haben versiegelte Flächen unmittelbare Auswirkungen auf den Wasserhaushalt. Regenwasser könne weniger gut versickern, um die Grundwasservorräte aufzufüllen. Außerdem steige so das Risiko für örtliche Überschwemmungen. Daneben könne aus versiegelten Böden kein Wasser verdunsten und so im Sommer nicht zur Kühlung der Luft beitragen.
So viel ist in Deutschland versiegelt
Laut einer Statistik des Bundesumweltamts von 2023 ist in Deutschland fast die Hälfte der Flächen versiegelt, die Siedlungen und Verkehr zugeordnet werden. In den letzten Jahrzehnten musste immer mehr Grün weichen. So waren 2023 von der gesamten Fläche Deutschlands 6,57% versiegelt, während es im Jahr 1992 noch 5,2% waren.