Todesfälle in Runkeler Gerberei - Spendenaufruf für Familienvater
Nach dem tragischen Arbeitsunfall in der Lederwarenfabrik in Runkel mit drei Toten gehen Aufarbeitung und Trauer weiter. Außerdem ist eine Spendensammlung für die Hinterbliebenen eines Opfers angelaufen.
Die Staatsanwaltschaft bestätigt, dass die Obduktion der Verstorbenen noch laufe und die Chemikalien am Unfallort untersucht werden. Der Zustand der zwei Schwerverletzten sei weiter kritisch.
Schacht unter der Rasenfläche
Der Unfall soll sich in einer Grube ereignet haben. Laut mittelhessen.de handelt es sich bei dieser Grube um einen Schacht unterhalb einer Rasenfläche auf dem Firmengelände. Der Einstieg zu diesem Schacht erfolge über Kanaldeckel auf dem Rasen.
Spendensammlung für ukrainischen Familienvater
Unterdessen ist eine Spendensammlung auf gofundme für einen Verstorbenen angelaufen, einen 38-jährigen Familienvater. In kurzer Zeit kamen bereits fast 30 000 Euro zusammen. Dort heißt es: “Mit schwerem Herzen müssen wir Abschied von Yuri nehmen, der bei einem tragischen Arbeitsunfall in Runkel viel zu früh aus dem Leben gerissen wurde.” Der fürsorgliche Vater hinterlasse “seine Frau Vika und die erst 5-jährige Tochter Kristina, für die er das Zentrum ihres Lebens war”. Die Familie stamme aus der Ukraine und sei in der Region ansässig geworden.
Lederwarenfabrik geschlossen
Die Lederwarenfabrik ist geschlossen, vor dem Firmengelände stehen Kerzen und liegen Blumen. Bei dem Unfall vergangenen Donnerstag waren drei Menschen ums Leben gekommen, zwei weitere wurden lebensgefährlich verletzt.
Tödliche Kohlenmonoxidvergiftung?
Die Behörden gehen weiterhin davon aus, dass es in einer Grube zu einer tödlichen Kohlenmonoxidvergiftung gekommen war. Die Ermittlungen dauern an. Am Freitagabend wurde in einem Trauergottesdienst für die Toten und Verletzten gebetet.
Seltener Fall
Der Fall gilt als außergewöhnlich: Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) gab es in Hessen in der Lederherstellung und -verarbeitung von 2015 bis 2024 keinen einzigen tödlichen Arbeitsunfall.
"Trauriger und belastender Einsatz"
In Runkel müssen auch die Einsatzkräfte so einen Fall erst mal verarbeiten. "Das war ein trauriger und belastender Einsatz", sagte Kreisbrandmeister René Schultheis vom Landkreis Limburg-Weilburg am Samstag. Der Fall hat viele in dem Ort schockiert. Am Tag nach dem Unfall waren immer wieder Angehörige und Freunde der Toten zu dem Firmengelände am Stadtrand gekommen, die das Unglück noch kaum fassen konnten.
Tragischer Unfall in Runkel