2:1-Führung gegen Crailsheim - Gi46ers: "Noch 4 Siege bis zum Aufstieg"
Die Gießen 46ers haben Spiel drei der Playoff-Viertelfinalserie in der 2. Basketball-Bundesliga ProA unglücklich mit 86:88 in Crailsheim verloren - und führen in der Best-of-Five-Serie trotzdem noch mit 2:1. Am Freitag (16. Mai, 20 Uhr) haben die Mittelhessen in der Osthalle die nächste Chance, das Halbfinale perfekt zu machen.
Die 46ers wollen als Hauptrunden-Siebter die Serie gegen Top-Team Crailsheim beenden und den Sprung unter die besten Vier schaffen. Ein Sieg, und das Halbfinale - dann gegen Kirchheim unter Deck, das sich gegen Ex-Bundesligist Göttingen durchsetzte, ist Realität. Mit einem Finaleinzug würde dann bereits der Aufstieg feststehen.
Drama in der Schlussminute
Es hätte so schön sein können. Zwölf Sekunden vor Schluss in Spiel drei am Mittwoch war das 46ers-Momentum eindeutig auf Seiten der Mittelhessen, die zur Pause noch mit 43:41 geführt hatten und im letzten Viertel einen Rückstand von 18 Punkten (61:70 in der 32., 70:78 in der 35. Minute) fast komplett aufgeholt hatten. Crailsheim gewann 88:86, der erste Matchball in Spiel drei vergeben.
Stau auf der Autobahn als Vorbote
Dabei hatte der Tag für die 46ers denkbar ungünstig begonnen: Der Teambus stand wegen eines Verkehrsunfalls auf der Autobahn im Stau - statt um 17 Uhr kamen die Mittelhessen erst gegen 19 Uhr in der Arena Hohenlohe an. In Absprache mit Gastgeber und Liga wurde der Tip-off deshalb um eine halbe Stunde auf 20 Uhr verschoben. Kapitän Robin Benzing sagte danach nüchtern: „Das war suboptimal. Eine planmäßige Vorbereitung sieht anders aus." Und trotzdem lieferten die 46ers vor 2.605 Zuschauern - darunter 150 aus Gießen - eine Partie auf Augenhöhe ab.
Duell auf Augenhöhe
Center Jonathan Maier analysierte es danach so treffend wie schonungslos: „Eine Aufholjagd zu starten, ist immer schön. Wir aber hätten den Deckel schon viel früher draufmachen müssen." Auch Cheftrainer Branislav „Frenki" Ignjatovic sah seine Mannschaft „auf Augenhöhe" - ärgerte sich aber über eine strittige Schiedsrichter-Entscheidung: 53 Sekunden vor Schluss übersahen die Refs, wie Marvin Ogunsipe den Ball mit dem Fuß zu Brock Gardner kickte, der daraufhin zum vorentscheidenden 85:79 traf. „Das war fatal für uns", so Ignjatovic.
Freitag: Osthalle wird zur Osthölle
Und doch: Die 46ers haben sich in Crailsheim als krasser Außenseiter teuer verkauft - und haben es am Freitag selbst in der Hand, ins Halbfinale einzuziehen. „In den Playoffs hast du keine Zeit zum Trauern", sagte Robin Benzing nach dem Spiel. Luis König Figge stimmte ein: „Wir können stolz sein, denn wir haben eine wirklich gute Leistung abgeliefert. Freitag sollten wir allerdings ein paar Dinge besser machen - denn wir wollen weiterkommen."
Fans mussten im Mannschaftsbus mitfahren
Einen besonderen Schub geben den 46ers auch ihre Fans - nicht nur in der Osthalle. Schon beim ersten Auswärtsspiel in Crailsheim waren rund 50 bis 100 Gießener Fans dabei. Kurios: Einige bekamen auf dem Heimweg zu Spiel eins einen Platten und fuhren kurzerhand im Mannschaftsbus zurück. Für Figge ist die Fanunterstützung mehr als nur Begleitmusik: „Diese Leidenschaft, die die Gießener Fans mitbringen, gibt einem nochmal 20, 30 Prozent Selbstvertrauen oben drauf."
“Kleine Chance für den Außenseiter”
Schon vor Beginn der Viertelfinal-Serie war klar, dass es gegen Crailsheim schwer werden dürfte: Die Merlins seien „die beste Mannschaft der Liga“, betonte der Gießener Trainer - sein Team war “nur” auf Rang 7 der Hauptrundentabelle. "Ich bin weiterhin sehr glücklich, dass wir nach dieser turbulenten Saison überhaupt die Playoffs erreicht haben. Aber unsere Außenseiterrolle stellt eben auch eine kleine Chance dar.“