Das macht der HSG Wetzlar vor dem Abstiegs-Showdown Hoffnung
HSG vor Showdown um den Abstieg - Das macht Wetzlar jetzt noch Hoffnung
Alles oder nichts für die HSG Wetzlar: Am letzten Spieltag der Handball-Bundesliga wartet auf die Mittelhessen der Showdown um den Klassenerhalt - und die Aufgabe könnte schwieriger kaum sein: Am Sonntag (15 Uhr) geht es in der Buderus-Arena gegen den Deutschen Meister SC Magdeburg. Die HSG setzt voll auf den Heimvorteil - und einen Blick in die Vergangenheit.
Die Ausgangslage vor dem Saisonfinale ist klar: Gewinnt Wetzlar das Heim-Duell, ist der Klassenerhalt sicher. Doch das wird gegen Magdeburg alles andere als ein Selbstläufer: Der SCM ist derzeit das wohl beste Team der Welt, hat in der laufenden Bundesliga-Saison nur ein Spiel verloren und will sich in Wetzlar zudem für das FinalFour in der Champions League kommende Woche warmspielen.
Punktgleich mit Minden vor dem Saisonfinale
„Wir brauchen von allen am Sonntag die beste Leistung. Vom Team, vom Team ums Teams und von den Fans“, fordert deshalb Trainer Rúnar Sigtryggsson. Denn verpasst Wetzlar die Sensation gegen den Deutschen Meister, wird es brisant: Konkurrntt GWD Minden ist punktgleich mit der HSG. liegt nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz auf dem ersten Abstiegsplatz. Allerdings haben die Ostwestfalen am letzten Spieltag den vermeintlich einfachsten Gegner: Sie spielen auswärts beim SC DHfK Leipzig, der bereits als Absteiger feststeht.
Trotz Mammutaufgabe: Wetzlar hat es in der eigenen Hand
Somit ist die Rechnung einfach: Holt Minden im Parallelspiel am Sonntag mehr Punkte als Wetzlar, müssen die Mittelhessen den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten - zum ersten Mal nach 28 Jahren in der ersten Liga. Nicht nur für den Verein, auch für das ganze Umfeld hätte das drastische Folgen. Doch daran will in Wetzlar noch niemand denken. „Wir haben uns in den letzten Wochen erarbeitet, dass wir es immer noch aus eigener Kraft schaffen können. Auch wenn der Gegner SC Magdeburg heißt", sagt Sport-Geschäftsführer Michael Allendorf auf FFH-Nachfrage.
Hamburg-Pleite schnell abhaken
Dass Wetzlar überhaupt noch einmal so stark Zittern muss, liegt am vergangenen Spieltag, der in allen Belangen gegen die Mittelhessen lief. Während Minden sensationell gegen den THW Kiel gewann, vergab die HSG am Donnerstagabend dramatisch ihren ersten Matchball zum Klassenerhalt. Auswärts in Hamburg setzte es eine knappe 32:33-Niederlage. Zeit, diese zu verarbeiten, bleibt kaum. Denn nur drei Tage liegen zwischen der Pleite an der Elbe und dem Showdown an der Lahn.
Heimstärke stimmt optimistisch
Und am Sonntag soll schließlich alles anders werden: Immerhin hat die HSG in den vergangenen Wochen eine immense Heimstärke aufgebaut und konnte die letzten drei Partien in Wetzlar alle gewinnen. “Ich bin mir sicher, dass auch unsere Fans wieder genauso hinter uns stehen werden und die Arena zum Hexenkessel verwandeln werden”, betont Allendorf. “Deshalb glauben wir immer noch daran, dass es am Ende gut ausgeht.”
2007 gelang das Wunder schon einmal
Der HSG-Funktionär weiß wovon er spricht: Immmerhin steckte er als Spieler für die Mittelhessen im Saisonfinale 2007 in einer Situation, die erstaunliche Parallelen mit diesem Jahr aufweist. Im Abstiegskampf brauchte die HSG unbedingt einen Sieg am letzten Spieltag. Gegner damals wie heute: Der SC Magdeburg. Vor 19 Jahren gelang den Wetzlarern vor heimischer Kulisse der Befreiungsschlag - mit 30:29 bezwangen sie den SCM.
Wetzlar braucht den Hexenkessel
“Wir waren damals krasser Außenseiter. Wir mussten gewinnen, um in der Klasse zu bleiben. Und wir haben das geschafft, weil jeder in der Halle von Anfang an daran geglaubt hat”, erinnert sich Allendorf gegenüber FFH. “Wenn das am Sonntag wieder genauso ist, dann werden wir das genauso schaffen.” Die Rahmenbedingungen stimmen auf jeden Fall: 4.421 Fans wollen die Buderus-Arena wieder in einen Hexenkessel verwandeln und die HSG zum Klassenerhalt pushen.