Rosbach räumt Straßen frei - Darum werden hier Pflanzkübel entfernt
Jahrelang standen sie in den Wohngebieten von Rosbach - jetzt räumt die Stadt die Pflanzkübel von ihren Straßen. Eigentlich sollen sie dort den Verkehr beruhigen und für etwas Grün sorgen. Doch die Meinungen zu den Kübeln gehen in Rosbach auseinander.
Die Stadt Rosbach (Wetteraukreis) will in den kommenden Tagen und Wochen auch die restlichen Pflanzkübel aus dem öffentlichen Straßenraum entfernen. Grundlage ist das Ergebnis einer Verkehrsschau, bei der Polizei, Verkehrsbehörden und die Stadt gemeinsam die Straßen unter die Lupe nehmen.
Unfallgefahr vor allem für Zweiradfahrer
Bürgermeister Steffen Maar erklärt, warum die Kübel jetzt weg müssen: Zwar bliebe es bei einem Zusammenstoß mit einem Auto meist beim Sachschaden. „Aber wenn ein Zweiradfahrer dagegen fährt, dann kann das durchaus schlimmer sein", sagt Maar im FFH-Gespräch. Deshalb wurde ihre Entfernung angeordnet. Aber nicht alle: Kübel auf öffentlichen Plätzen wie dem Marktplatz bleiben stehen, versichert Maar.
Die Kübel kommen in den Kindergarten
Rund 10 bis 15 Pflanzkübel sollen abgebaut werden. Sie kommen zunächst zum städtischen Bauhof, wo sie begutachtet werden. Gut erhaltene Exemplare sollen ins Kinderhaus Bergstraße wandern - dort wollen die Kinder darin Gemüsebeete anlegen. Ganz verschwinden aus Rosbach werden die Kübel also nicht. Was die Begrünung der Straßen angeht, hätten die sie laut Bürgermeister Maar nur einen geringen Einfluss gehabt. Er sieht mehr Potenzial in neu angelegten Flächenbeeten und Bäumen.
Für viele Rosbacher optisch kein Verlust
Bei einer FFH-Umfrage in Rosbach zeigt sich dazu: Viele Anwohner vermissen die Kübel kaum. Sie merken stattdessen an, dass die Pflanzen meist vertrocknet und ungepflegt waren. “Wer will sich darum auch kümmern?”, so ein Rosbacher am FFH. Derr städtische Bauhof habe da kaum Kapazitäätn, räumt auch Steffen Maar ein. Dies sei aber nicht der Grund für den nun erfolgten Abbau.
Anwohner sehen keine Gefahr durch Kübel
Doch es gibt auch andere Stimmen in Rosbach: Zur Verkehrsberuhigung seien die Pflanzkübel zumindest teilweise sinnvoll gewesen, meinen einige. Autos seien spürbar langsamer gefahren. Von Gefahrensituationen oder gar Unfällen durch die Kübel berichtet keiner der Anwohner. Stattdessen wünscht sich manch einer die Kübel zurück - gerade in breiten Straßen, wo Fahrzeuge sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung hielten.
Blitzer statt Pflanzkübel?
Diese Einschätzung teilt Bürgermeister Maar nicht. “Die meisten Kübel standen in Wohngebieten dort, wo ohnenhin Autos parken. Die bremsen den Verkehr genauso”, meint der Rathauschef. Künftig will er lieber auf andere Mittel setzen: Beispielsweise sei gezieltes Blitzen aus seiner Sicht wirksamer, um Tempo 30 durchzusetzen.