Warum der Flieger im mittelhessischen Pohlheim abstürzte
Tödlicher Unfall in Pohlheim - Triebwerksproblem führte zum Absturz
Ein Triebwerksproblem ist die Ursache für den tödlichen Flugzeugabsturz auf dem Segelflugplatz im mittelhessischen Pohlheim. Das hat jetzt die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung mitgeteilt. Bei dem Unglück im Juni waren zwei Männer ums Leben gekommen, Augenzeugen mussten den Absturz hilflos mit ansehen.
„Beim Überflug über eine Lärmmessstelle kam es zu einem Triebwerksproblem. Während der anschließenden Umkehrkurve kippte das Luftfahrzeug über die linke Tragfläche ab und stürzte zu Boden", sagen die Ermittler.
Lärmmessungen
Die kleine Propellermaschine war demnach am Vormittag gestartet, mit einem neuen Propeller an Bord. Ziel des Fluges waren Lärmmessungen, für die eine Messstelle die mehrfach überflogen werden sollte. Mit rund 95 Stundenkilometern und in nur 79 Metern Höhe zog die Maschine über die Messstelle hinweg.
Die letzten Sekunden vor dem Absturz
Etwa 50 Meter dahinter wurde es dann kritisch: Laut der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung nahmen Augenzeugen ein immer leiser werdendes Triebwerksgeräusch wahr, bis hin zum Motorstillstand. Was folgte, war eine Linkskurve im Sinkflug mit auffälligen Schwankungen.
Flieger stürzte steil ab
Die Geschwindigkeit sackte zunächst auf etwa 70 Stundenkilometer ab, stieg kurz wieder auf rund 100 an, um dann erneut auf 90 zu fallen. Den letzten Teil der Kurve beschrieben Augenzeugen als „auffällig langsam und mit hoher Querneigung“. Dann kippte das Flugzeug über die linke Tragfläche ab und schlug steil in einem Getreidefeld nördlich der Landebahn ein.
Die Opfer
Am Steuer saß ein 69 Jahre alter Pilot aus Hessen. Sein Begleiter, ein 56-Jähriger aus Nordrhein-Westfalen, arbeitete bei einem Propellerhersteller und sollte den Piloten bei der Lärmmessung unterstützen. Der Rettungsdienst brachte beide in Krankenhäuser, dort erlagen sie kurze Zeit später ihren schweren Verletzungen.