Hat sich der Schiri verzählt? - HSG Wetzlar verzichtet auf Einspruch
Aufregung in der Handball-Bundesliga: Wetzlar jubelt über den vermeintlichen Siegtreffer gegen Eisenach - doch das Tor zählt nicht. Die HSG diskutiert lange über einen möglichen Einspruch, entscheidet sich jetzt aber dagegen.
Die Handballer der HSG Wetzlar haben am Montagabend ihren ersten Punkt der Saison geholt: Das Heimspiel gegen den ThSV Eisenach endet 31:31. Statt Erleichterung machte sich in der Buderus-Arena aber schnell Frust breit, denn die HSG fühlte sich betrogen um den vermeintlichen Siegtreffer.
Kein Einspruch: Wetzlar rudert zurück
Die Wetzlarer Verantwortlichen kündigten deshalb direkt nach Spielende an, gegen die Wertung des Spiels Einspruch einzulegen. Am Dienstagnachmittag jedoch folgte der Rückzieher: Nach eingehender interner Beratung sowie einer rechtlichen Bewertung der spielentscheidenden Szene habe man sich dazu entschieden, auf einen Einspruch zu verzichten, teilten die Mittelhessen mit. Die Erfolgsaussichten, am grünen Tisch tatsächlich noch einen zweiten Punkt zu erhalten, wären ohnehin gering gewesen.
Verwirrung um Zählweise bei den Pässen
Das war der Auslöser des Ärgers: Wenige Sekunden vor Spielende kam Wetzlar in Ballbesitz. Die Schiedsrichter zeigten das Vorwarnzeichen für passives Spiel an, danach sind laut Reglement für die angreifende Mannschaft nur noch vier Pässe erlaubt. Die Schiedsrichter werteten nun die Weitergabe an Nikolaj Læsø, der den Ball zum vermeintlichen 32:31-Siegtreffer im Tor untergebracht hatte, als fünften Pass und gaben das Tor nicht.
HSG akzeptiert Tatsachenentscheidung
"Wir sind der Auffassung, dass der letzte Pass zu Nikolaj der vierte Pass war und die Aktion deshalb nicht wegen passiven Spiels hätte abgepfiffen werden dürfen", hatte Sportgeschäftsführer Michael Allendorf direkt nach dem Spiel gesagt. Nachdem die Emotionen etwas heruntergekühlt sind, bewertet die HSG die Situation nun allerdings anders. “Wir sind zu der Überzeugung gelangt, dass eine weitere rechtliche Auseinandersetzung für uns nicht der richtige Weg ist und wir die Tatsachenentscheidung akzeptieren”, so die Wetzlarer in einer Mitteilung.