Verdächtige Lieferungen - Zoll in Kassel stoppt Nüsse und Kosmetik
Einen buchstäblich richtigen Riecher hatten Bedienstete des Zollamtes Kassel bei der Kontrolle von zwei großen Frachtsendungen. Sie zogen tonnenweise Nüsse und Kosmetik aus dem Verkehr, die für Verbraucher womöglich gefährlich geworden wären.
Eine Einfuhrsendung von acht Tonnen Cashewkernen aus der Elfenbeinküste hatte die Aufmerksamkeit des Zolls geweckt. Die Ware war eigentlich für einen Lebensmittelhändler in Bayern bestimmt, doch bei der Anmeldung fehlte laut Zoll ein wichtiges Gesundheitszeugnis.
Modriger Geruch aus den Kartons
Bei der genaueren Inspektion der 50 teilweise beschädigten Kartons stach den Beamten zudem ein auffälliger, modriger Geruch in die Nase. Das bekräftigte den Verdacht, dass mit der Ware etwas nicht stimmte. Dem Zollamt lagen den Angaben zufolge bereits Informationen über eine mögliche Salmonellen-Belastung bei Nüssen aus der Elfenbeinküste vor.
Gefahr für Verbraucher nicht ausgeschlossen
"Die Kombination aus Herkunftsland, Verpackungszustand und fehlenden Nachweisen hat uns aufmerksam gemacht", erklärt Abfertigungsbeamter Kevin Klugescheid. Um jedes Risiko für Verbraucher auszuschließen, wurde die Weiterreise der Nüsse gestoppt und das zuständige Veterinäramt zur weiteren Kontrolle eingeschaltet.
Kosmetik mit fehlenden Angaben
Auch bei einer zweiten Sendung aus Großbritannien wurden die Beamten fündig. Drei Tonnen Kosmetikprodukte, die unter anderem zur Hautaufhellung dienen sollen, zogen Aufmerksamkeit der Beamten auf sich. Ein Problem war hier rein formell: Den Produkten fehlte laut Zoll jegliche deutsche Verbraucherinformation, was gegen EU-Verordnungen verstößt.
Verdacht auf zu viel Säure
Schwerwiegender ist jedoch der Verdacht auf unzulässige Inhaltsstoffe. Die Produkte könnten einen Anteil von Kojisäure enthalten, der über den in der EU zulässigen Grenzwerten liegt. Genaue Angaben dazu fehlten auf den Packungen.
Waren bleiben unter Verschluss
Beide Lieferungen dürfen vorerst nicht weiterverkauft oder transportiert werden. Jetzt sind die spezialisierten Überwachungsbehörden am Zug, um die Produkte final zu bewerten.