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Soldaten aus Schwarzenborn in Litauen - so geht es ihnen

Aus Hessen zur NATO-Ostflanke - Schwarzenborner Soldaten im FFH-Gespräch

Madleen Khazim

Redakteurin
Madleen Khazim

© Bundeswehr

Soldaten aus Schwarzenborn sind derzeit in Litauen stationiert - sie sind Teil einer Abschreckungsmaßnahme an der NATO-Ostflanke.

Rund 400 Soldaten aus Schwarzenborn in Nordhessen sind derzeit an der NATO-Ostflanke in Litauen stationiert. Sie sind Teil einer Abschreckungsmaßnahme. Wie geht es ihnen vor Ort? Unsere FFH-Reporterin hat mit einigen gesprochen. 

Erstmals stationiert die Bundeswehr dauerhaft eine Brigade in Litauen. Auch rund 400 Soldaten des Jägerbataillons 1 aus Schwarzenborn im Schwalm-Eder-Kreis sind derzeit vor Ort - und haben aktuell die Führung der sogenannten Multinational Battlegroup Lithuania übernommen, die Teil der neuen Brigade in Litauen ist. Die Soldatinnen und Soldaten der Battlegroup tragen für jeweils sechs Monate zur Abschreckung bei, bevor sie von einer neuen Rotation abgelöst werden, so die Bundeswehr.

Ortsschild von Schwarzenborn hängt in Litauen

An das rund 1.500 Kilometer entfernte Schwarzenborn erinnert vor Ort in Litauen aktuell ein aufgehängtes Ortsschild. “Das ist eine Tradition innerhalb der Bundeswehr, dass wir immer dann, wenn wir für eine längere Zeit ins Ausland verlegen, von unseren Garnisonsstädten ein Ortsschild überreicht bekommen”, erklärt Oberstleutnant Sebastian Hagen im FFH-Interview. Er ist Kommandeur der Multinational Battlegroup Lithuania in Rukla - und auch der Kommandeur des Schwarzenborner Jägerbataillons. Das Schild soll Verbundenheit mit der Garnisonsstadt zeigen und wird später wieder mitgenommen - “und dann hängt das meistens in den Traditionsräumen oder an den Fluren der Bataillone, um an diese Zeit hier im Ausland zu erinnern.”

Wie sieht der Alltag in Litauen aus?

Die meiste Zeit verbringen die Soldaten mit Übung und Ausbildung, so Oberstleutnant Sebastian Hagen. “Der große Vorteil, direkt hier vor Ort zu sein, ist - wir brauchen keine große Vorlauf-Zeit. Wir könnten im Extremfall sofort bereitstehen. Und in unseren Übungen und Ausbildungen, die wir hier vor Ort machen, können wir uns auch schon direkt mit dem Auftrag und dem Gelände vertraut machen, um das es dann im Ernstfall tatsächlich gehen würde.”

Oberstleutnant Hagen: "Wir hatten Durschnittstemperaturen erreicht von -30 Grad"

Oberstleutnant Sebastian Hagen erklärt, welche Herausforderungen es für die Soldaten in Litauen gibt.

© HIT RADIO FFH

“Man kennt seinen Job”

Für Hauptgefreite Laila ist es das erste Mal, dass sie mit der Bundeswehr im Ausland ist. Wie geht sie damit um, Teil einer Abschreckungsmaßnahme zu sein? “Einerseits hat man das natürlich im Kopf, weil man ist immer noch als Soldat hier, man kennt seinen Job und man weiß auch, was der Auftrag ist, wenn man hier ist”, erklärt sie im FFH-Interview. Dadurch, dass die täglichen Abläufe aber denen in Deutschland sehr ähnlich seien, rücke das in den Hintergrund. “Man kommt damit vom Kopf her auf jeden Fall gut zurecht.” Schwieriger sei es ihrer Meinung nach, das gewohnte Umfeld zu verlassen. 

Angehörige und Ahle Wurscht fehlen

Was vermissen die Soldaten aus Schwarzenborn in Litauen am meisten? Im FFH-Interview berichten sie von Freunden und Familie, die fehlen. Aber auch die Landschaft mit ein paar Bergen zu Hause fehle - und natürlich Ahle Wurscht.

Was vermissen die Nordhessen in Litauen?

Die Nordhessen erzählen, dass sie neben ihren Angehörigen die Natur rund um Schwarzenborn, Ahle Wurscht und Leichtigkeit vermissen.

© HIT RADIO FFH
© Bundeswehr

Bis zu -30 Grad hatte es in Litauen. 

10 Prozent haben Angehörige dabei

In der Masse pendeln die Soldaten von Litauen zu ihren Familien nach Deutschland. Einige Soldaten haben aber auch das Angebot wahrgenommen, Angehörige mit nach Litauen zu bringen. “Etwa 50 Familien sind hier vor Ort”, erklärt Hauptmann Ramon im FFH-Gespräch. Etwa 10 Prozent des Personals, das derzeit vor Ort sei, sei in Begleitung von Angehörigen oder Familie. 

Deutsche Community in Litauen

In Litauen selbst habe sich eine deutsche Community entwickelt, weil sich die Familien gegenseitig helfen und gemeinsam ihre Freizeit verbringen, so Hauptmann Ramon. 

Hauptmann: "Es ist schon eine kleine Kampfgemeinschaft"

Hauptmann Ramon erzählt, wie sich in Litauen eine deutsche Community entwickelt hat.

© HIT RADIO FFH

Größter Unterschied: Digitalisierung

Hauptmann Ramon ist gemeinsam mit seiner Frau Isabell in Litauen, die in der Bundeswehr-Verwaltung für die Wohnungsfürsorge zuständig ist. Sie vermittelt Soldaten und ihren Angehörigen Wohnungen. Was sie an Litauen am meisten überrascht hat, ist das Thema Digitalisierung, erzählt sie im FFH-Interview. “Man braucht hier vor Ort eine große Anzahl an Apps, damit man am öffentlichen Leben, am öffentlichen Nahverkehr teilnehmen kann. Das würde ich sagen, ist tatsächlich der größte Unterschied, wie fortschrittlich und digital wir hier sind.” In Funklöchern sei sie bislang in Litauen auch noch nicht gelandet. 

Litauer dankbar für den Einsatz

Was Isabell besonders auffällt: die große Dankbarkeit der Litauer. Das bestätigt auch Oberstleutnant Sebastian Hagen. “Nicht nur als deutscher Soldat, auch als internationaler Soldat können Sie quasi nicht in Uniform die Kaserne verlassen und irgendeine litauische Ortschaft oder Stadt betreten, ohne dass Menschen auf Sie zukommen und Ihnen dafür danken, dass Sie hier sind.” Das fast ausschließlich positive Feedback der Litauer stärke die Motivation enorm. 

Isabell: Es ist ganz überwiegend positiv, wie wir hier aufgenommen werden"

Isabell erzählt, dass die Dankbarkeit der Litauer deutlich spürbar sei.

© HIT RADIO FFH
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